Viel Farbe und Phantasie zeigten die teilnehmenden Gruppen beim Sonntagszug in Niederkassel-Rheidt.
KarnevalszugJecke Pudel, Wagenengel und die Hippie-Oma in Niederkassel-Rheidt

Der Freundeskreis Karin Wagner als Pudel beim Karnevalszug in Rheidt.
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Dass Pudel äußerst schlaue Hunde sind, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dass sie auch knallbunt und fröhlich sein können, bewies der Freundeskreis Karin Wagner, in diesem Jahr schon zum 49. Mal im Rheidter Sonntagszug dabei. Prächtige, rosa gelockte Pudel brachte die Truppe auf die Straße, außerdem die beiden Friseure aus dem „Hundesalon Fuzzi“.

Die Badeentchen der Laachdüvje Rheidt.
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Ist Jecksein ansteckend? Unbedingt, zeigten sich die Nachbarn aus dem Herseler Weg überzeugt: Obwohl ihre Flamingos als „virusfrei“ deklariert waren, infizierte der farbenfrohe Auftritt der „Sackgasse un Fründe Rheidt“ die vielen Zuschauer am Zugweg mit einem Lächeln. Zum zweiten Mal erst war der 14 Stelzvögel zählende Schwarm dabei, aber „für die Ewigkeit“, verkündeten sie überzeugt.
Krokodil und Prinzessin feierten friedlich zusammen
Tierisch jeck waren in diesem Jahr viele Gruppe unterwegs: Die Niederkasseler Jecke, vor acht Jahren als Abigruppe gestartet, brachten Krokodil und Prinzessin in einer friedlichen Gruppe unter.

Zum dritten Mal am Start: Die TTG Niederkassel, in diesem Jahr als Super Mario in den Vereinsfarben.
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Einen freundlichen Bienenschwarm schickten die Pflegebienen Niederkassel auf den Zugweg. Gepflegt wurde dennoch, wie Gesellschafter Pascal Rosenhagen versicherte: „Nur fünf bis zehn Prozent sind Firma, der Rest Familie und Freunde“; wer mitgehen wolle, könne das. Und statt After Zoch-Party ging er am Abend selbst noch arbeiten. Einsatz für andere zeigen Jahr für Jahr die Wagenengel – ein Grund für die Gruppe Schulz, das Thema im Kostüm aufzugreifen.

Ohne sie geht es nicht: Die Gruppe Schulz würdigte den Einsatz der Wagenengel.
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Im „Burgtheater zu Lower Castle“ spielte der Theaterverein, die TTG Niederkassel brachte die Vereinsfarben und ihr Spielgerät auf die Straße; dass die Kolpingsfamilie mehr Farben hat als Orange und Schwarz zeigten die kunterbunten Jecke. Knallbunt waren auch die Hippies vom FC Hertha Rheidt unterwegs, gedecktes Grün trugen die Aktiven aus dem Jugendförderverein im Golf-Club Clostermanns Hof.

Abschied nach 30 Jahren: Irene Röhrdanz war zum letzten Mal dabei.
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Zum 36. Mal waren die Freunde und Freundinnen der Gruppe Schulz im Zug – und zum letzten Mal vor Irene Röhrdanz eingereiht. Mit „Hippie Oma säät Ade, Alaaf, Ole“, verabschiedete sie sich nach 30 Zugteilnahmen. „Komisch“ fühlte sie sich vor dem Abmarsch, der ein Abschied war. Doch ist der jecke Staffelstab in Rheidt längst weitergegeben: In vielen Gruppen ist schon die nächste oder sogar übernächste Generation am Start, auch bei den sieben Nachbarsfamilien vom „Moulin Bersch“.
Und ebenso im Freundeskreis Familien Doemgens. „Wir wären fast zu spät gekommen“, verriet Brigitte Doemges, „weil die Kostüme so schwierig anzuziehen sind.“ Herrlich schillernde Kostüme, allesamt handgemacht, präsentierten sie den Feiernden am Wegesrand. Und beeindruckendes Durchhaltevermögen zeigten sie auch: Die siebenjährige Paula Marie marschierte mit einem „Entlastungsschuh“, nachdem sie sich vergangene Woche den dicken Zeh gebrochen hatte.


