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Steigende AbwassermengenNiederkasseler Kläranlage benötigt mehr Platz

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Der Platz in der Niederkasseler Kläranlage ist knapp. Steigende Abwassermengen und neue rechtliche Anforderungen machen eine Erweiterung des Areals erforderlich.

Der Platz in der Niederkasseler Kläranlage ist knapp. Steigende Abwassermengen und neue rechtliche Anforderungen machen eine Erweiterung des Areals erforderlich.

Der Niederkasseler Stadtrat hat den Weg für eine Erweiterung der städtischen Kläranlage freigemacht. Der Platz dort ist schon länger knapp.

Das Gelände des Niederkasseler Klärwerks soll erweitert werden. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die Politiker änderten dafür jetzt den Flächennutzungsplan für das Areal in Rheinnähe. Damit werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um die Kläranlage zu modernisieren und an die in den vergangenen Jahrzehnten gewachsene Einwohnerzahl Niederkassels anzupassen.

Die jetzt beschlossene Erweiterungsfläche umfasst rund 3,7 Hektar – 0,7 Hektar im Norden des jetzigen Betriebsgeländes und rund drei Hektar im Süden der Anlage. Die Streuobstwiese im Norden des Klärwerks ist von den Erweiterungsplänen nicht betroffen. Sie soll erhalten bleiben.

Künftig werden mehr Flächen benötigt – vierte Reinigungsstufe geplant

Nach Angaben der Stadtverwaltung sind die Platzverhältnisse im Klärwerk mittlerweile sehr beengt. In der Vergangenheit habe man immer wieder Anlagenteile abreißen müssen, um Platz für neue Anlagen zu schaffen, mit denen eine Abwasserreinigung entsprechend der gesetzlichen Anforderungen möglich ist. Künftig werden sowohl im südlichen Zulaufbereich der Kläranlage als auch im nördlichen Ablaufbereich weitere Flächen benötigt, zum Beispiel für den Bau einer vierten Reinigungsstufe, für sogenannte Havarie- und Frachtausgleichsbecken sowie für einen zweiten Faulturm.

Überdies denken die Verantwortlichen des Abwasserwerks über den Bau einer Anlage nach, in der der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm getrocknet werden kann. Konkrete Pläne dafür gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung allerdings noch nicht.

Schon seit vergangenem Jahr laufen dagegen die Planungen zum Bau einer Aktivkohleanlage – ein Vorhaben, das nach Angaben von Uwe Nolting von den Stadtwerken in der Größenordnung dem Neubau eines Wasserwerks gleichkommt. Sie ist erforderlich, um schwer abbaubare organische Mikroverunreinigungen wie Medikamentenrückstände und Pestizide aus dem Wasser zu filtern. Baubeginn für die Aktivkohleanlage soll im Sommer 2027 sein.