Nach jahrelanger Generalsanierung hat Bauträger Straßen.NRW das Ende der Sperrungen in der stark befahrenen Tunnelkette angekündigt.
Zwischen Bonn und Königswinter Tunnel auf der B42 sollen Mitte April frei befahrbar sein

Sanierung der Tunnelkette der B42 zwischen Bonn-Oberkassel und Königswinter
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Die Baustelle entlang der Tunnelkette an der Bundesstraße B 42 könnte bald Geschichte sein. „Nach umfassender grundhafter Sanierung steht die Rückkehr zum regulären zweispurigen Verkehrsbetrieb bevor“, heißt es in einer Pressemitteilung von Straßen.NRW. Die Regionalniederlassung Rhein-Berg plant die Verkehrsfreigabe für Mitte April. Mit dem Abschluss der vorherigen Bauphase am 22. Februar sind die Sanierungsmaßnahmen in den Tunneln Oberkassel und Oberdollendorf sowie in der Galerie Oberdollendorf beendet. Derzeit laufe die letzte Bauphase, so Anja Albert von Straßen.NRW.
„Es werden keine größeren baulichen Maßnahmen mehr durchgeführt. Vielmehr stehen finale technische Funktionsprüfungen, behördliche Abnahmen sowie vorbereitende Schritte für die Inbetriebnahme im Mittelpunkt“, sagt sie. Dazu gehören auch die Sachverständigenabnahmen durch die zuständige Tunnelprüfstelle sowie gemeinsame Begehungen mit der Feuerwehr. Nur noch die rechte Spur ist in der derzeitigen Bauphase gesperrt, da die abschließenden Tests größtenteils an den Seitenstreifen und Notgehwegen stattfinden. Dort befindet sich auch die sicherheitsrelevante Technik wie Notrufnischen, Fluchttüren und Löschwasserentnahmestellen. Außerdem konnten die Sperrbereiche deutlich verkürzt werden.
Rund 50.000 Fahrzeuge täglich nutzen die B42 bei Königswinter
In Fahrtrichtung Bonn reicht die einspurige Verkehrsführung nur noch unmittelbar hinter den Tunnel Oberkassel. In Fahrtrichtung Bad Honnef ist der Sperrbereich bis direkt hinter den Tunnel Oberdollendorf verkürzt worden. Auslöser für die umfassende Sanierung waren die europaweit verschärften Sicherheitsanforderungen an Straßentunnel nach mehreren schweren Tunnelunfällen um die Jahrtausendwende.
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Die Tunnel Oberkassel, Oberdollendorf sowie die Galerie Oberdollendorf stammen aus den frühen 1980er Jahren. Neben der vollständigen Modernisierung der Sicherheits- und Betriebstechnik wurden zahlreiche weitere Arbeiten erledigt. Dazu gehörten die Erweiterung der Flucht- und Rettungswege. Verbesserung der Feuerwehrzugänge, Instandsetzung der Betonbauwerke, Erneuerung der Fahrbahnbeläge und Entwässerung, Modernisierung des Fahrzeugrückhaltesysteme und die Errichtung eines unterirdischen Löschwasserbeckens. Außerdem wurden die Funkanlagen, Schachtbauwerke und Betriebsgebäude technisch auf den neuesten Stand gebracht.
Für die Verantwortlichen war in den vergangenen Jahren das oberste Ziel, den Verkehr auf der B42 mit rund 50.000 Fahrzeugen täglich aufrechtzuhalten. Bei diesem Abschnitt handle es sich um eine stark belastete Nord-Süd-Verbindung zwischen Bonn und Königswinter, heißt es in der Pressemitteilung. Deshalb seien die Arbeiten mit Ausnahme notwendiger Vollsperrungen weitgehend unter Verkehr durchgeführt worden. Da in die vorhandene Bausubstanz eingegriffen werden musste, wurden Schäden oft erst im Zuge des Baufortschritts vollständig sichtbar.
So zeigte sich bei der B42-Tunnelkette mit zunehmendem Baufortschritt immer deutlicher, wie umfangreich die Schäden tatsächlich waren. Zurzeit laufen die verkehrstechnischen Anlagen im sogenannten „Blindbetrieb“ zur Datenerfassung. Dabei werden sämtliche Systeme unter realistischen Bedingungen geprüft. Insbesondere wird festgestellt, ob die Wechselverkehrszeichen die Anzeigeinhalte fehlerfrei anzeigen. Für die Verkehrsteilnehmenden bleiben die Anzeigeinhalte in dieser Testphase nicht sichtbar.

