Fußball-MittelrheinligaSiegburg beendet den Derby-Fluch in Hennef

Lesezeit 3 Minuten
Die Spieler des Siegburger SV 04 jubeln.

Siegburg darf in Hennef jubeln und klettert auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

Der Derby-Fluch ist besiegt. Erstmals seit 13 Jahren hat der Siegburger SV 04 mal wieder ein Ligaspiel gegen den FC Hennef gewonnen. 

13 lange Jahre Warten sind vorbei. Die Mittelrheinliga-Fußballer des Siegburger SV 04 haben das Derby beim FC Hennef 05 mit 5:2 (2:1) gewonnen und den Erzrivalen damit erstmals seit 2010 in einem Ligaspiel bezwungen.

Während Mannschaft und Anhänger den seltenen Moment mit lautstarken „Derbysieger“-Sprechchören auskosteten, atmete Sportdirektor Oliver Bonato tief durch: „Es wurde höchste Zeit. Ich konnte heute keine Sekunde lang sitzen und habe während der 90 Minuten bestimmt zehn Kilometer zurückgelegt. Was mich am meisten freut: Die Jungs haben sich den Sieg nicht nur erkämpft, sondern erspielt.“

Sportchef Mehmet Dogan, der nebenbei auch das Familien-Duell mit seinem Cousin Tarik gewann, legte noch einen drauf: „Wir haben Hennef heute zerlegt. Unsere Jungs haben von der ersten Minute an gepresst und den Gegner mit seinen eigenen Waffen geschlagen.“ Ein Extralob erhielt der dreifache Torschütze Kaito Asano: „Was er abgerissen hat, war nicht normal.“

Tarik Dogan (links) vom FC Hennef und sein Cousin Mehmet vom SSV 04.

Der Siegburger Sportchef Mehmet Dogan (rechts) gewinnt das Familien-Duell mit seinem Cousin Tarik.

Während Siegburg auf einen Nicht-Abstiegsplatz sprang, musste der FCH die Tabellenführung wieder an den FC Wegberg-Beeck abgeben. Obwohl die Enttäuschung zwei Tage nach der frohen Botschaft vom Westdeutschen Fußball-Verband (Regionalliga-Zulassung ohne Auflagen) groß war, gab man sich als fairer Verlierer. „Wir hatten heute keinen Zugriff und haben uns zu viele Fehler geleistet“, sagte Sportchef Dirk Hager. „Siegburg war heute schlichtweg die bessere Mannschaft.“ Auch Trainer Sascha Glatzel sprach von einem „verdienten Sieg. Uns hat heute spürbar die Frische gefehlt.“

Die Gäste hatten mutig begonnen und durch Asano die erste Großchance verzeichnet, doch Martin Michel bewahrte seine Elf vor dem frühen Rückstand. Auf der Gegenseite sorgte ein ruhender Ball erstmals für Gefahr: Nach einem Freistoß von Sakae Iohara kam Tarik Dogan völlig frei zum Kopfball, doch SSV-Keeper Michael Vogel hatte keine Mühe gegen den zu unplatzierten Versuch.

Ohno patzt, Fälber sagt „Danke“

Dann profitierte Siegburg von einem Blackout von Takahito Ohno: Der Innenverteidiger des FCH vertändelte den Ball im eigenen Strafraum und Julian Fälber sagte „Danke“ – 1:0 (10.). Kurz darauf wurde ein Kopfball von Kotaro Nakanishi auf der Hennefer Torlinie geklärt, ehe die erste Chance der Heimelf aus dem Spiel heraus zum Ausgleich führte: Erst scheiterte Robin Schmidt am glänzend reagierenden Vogel, doch im Nachsetzen war Tristan Arndt zur Stelle (28.). Der SSV antwortete noch vor der Pause: Asano zog von der linken Seite nach innen und traf mit einem trockenen 18-Meter-Schuss ins kurze Eck – 2:1 (33.).

Auch die zweite Halbzeit hatte es in sich: Nachdem Asano nach einer flachen Hereingabe von Mehdi Reichert eiskalt vollstreckt hatte (62.), schlug der FCH postwendend zurück: Nach einem Schuss von Masahiro Fujiwara konnte Vogel den Ball nur zur Seite abwehren und Arndt staubte ab – 2:3 (64.). Auf dem Weg zum Anstoßpunkt kam es zu einem Gerangel zwischen Michael Okoroafor und Nakanishi, wobei letzterer zu Boden ging. Die Konsequenz: Rot für den Hennefer Angreifer und Gelb-Rot für den SSV-Verteidiger.

Michael Okoroafor (vorne) vom FC Hennef 05

Michael Okoroafor (vorne) vom FC Hennef 05 fliegt mit Rot vom Platz.

In der 79. Minute machte Sam-Calvin Kisekka den Deckel drauf: Ein tolles Solo krönte der Flügelangreifer mit einem wuchtigen Abschluss – 4:2 (78.). Während Iohara die Großchance zum 3:4 vergab, krönte Asano seine starke Leistung mit dem dritten Treffer: Erst ließ der Japaner Tarik Dogan stehen, dann schlenzte er den Ball lässig ins lange Eck (90.). Spätestens mit dieser Aktion hatte er sich sein Extralob verdient.


FCH: Michel – Siregar (80. Viehweger), Ramirez (46. Andreasson), Ohno (77. El Morabiti), Mus – Iohara, Dogan – Fujiwara, Okoroafor, Arndt – Schmidt.

SSV: Vogel – Tomita, Nakanishi, Isecke, Kinoshita – Strobl, Reichert (69. Hermanni), Kouekem (90./+4 Suleiman), Kisekka (84. Fujiyoshi) – Fälber (70. Hammouda), Asano (90./+3 Mai).

Nachtmodus
KStA abonnieren