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Urlaubsgefühle im GlasWas Rhein-Sieg-Menschen an Andenken mitbringen

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Dr. Gundula Caspary ist Leiterin des Stadtmuseums in Siegburg. Sie bringt von Stränden und Küsten Steine und Muscheln mit, die sie immer sorgsam beschriftet.

Dr. Gundula Caspary ist Leiterin des Stadtmuseums in Siegburg. Sie bringt von Stränden und Küsten Steine und Muscheln mit, die sie immer sorgsam beschriftet.

Das Ferienende naht, die Kofferwerden ausgepackt. Wir haben gefragt, was professionell Sammelnde an Reiseandenken aus dem Urlaub mitbringen.

Pauline Liesen, Bilderbuchmuseum Troisdorf

Kaum im Urlaub angekommen – „und ich fahre wirklich sehr, sehr gerne weg!“ – macht sich Pauline Liesen Gedanken über Reiseandenken – um sich selbst, „vor allem aber auch meinen Lieben, die nicht mitgereist sind, etwas aus meinem Urlaubsland beziehungsweise -ort mitzubringen.“ Dabei weiß die Leiterin des Bilderbuchmuseums Burg Wissem in Troisdorf inzwischen sehr genau, was die Daheimgebliebenen freut, wie sie erzählt.

Für den Sohn, der viel Sport treibt, sind es T-Shirts, „mit kritischem Blick für Farbe und Motiv" erworben, während die Tochter Armbänder liebt. Doch auch hier gelte es kritisch zu bleiben, „denn nicht jeder Schmuck wird auch getragen.“ Über Kühlschrankmagneten freut sich die Schwester der Troisdorfer Museumschefin, über Süßes der Schwiegervater und die eigenen Eltern: „Schokoladen, Marmeladen – da ist man (zum Glück) nicht ganz so wählerisch.“

Sich selbst bedenkt Liesen aber auch, während ihr Mann zahllose Fotos macht. „Ich liebe Dinge, die eher praktisch ausgerichtet sind und zugleich (irgendwie) für das Urlaubsland stehen“: so hat ein Käsehobel aus Frankreich ebenso den Weg an den Wohnort Siegburg gefunden wie ein  Kräuterschneider aus Dänemark. „Diese Mitbringsel befinden sich nach der Heimkehr in der Küche und werden benutzt“, betont Liesen. „Steh-Rümmchen für mich? Mmmmh – nein, danke!“

Pauline Liesen vom Bilderbuchmuseum Burg Wissem bedenkt gerne die Daheimgebliebenen mit T-Shirts, Armbändern, Süßigkeiten; sie selbst freut sich über Nützliches für die Küche

Pauline Liesen, die Leiterin des Bilderbuchmuseums Burg Wissem i Troisdorf, bedenkt gerne die Daheimgebliebenen mit T-Shirts, Armbändern, Süßigkeiten; sie selbst freut sich über Nützliches für die Küche

Petra Recklies-Dahlmann, Fischereimuseum

„Meine Mitbringsel haben sich im Laufe der Zeit verändert“, antwortet Petra Recklies-Dahlmann auf die Frage nach Reiseandenken. In der Teeniezeit war es häufig ein Kleidungsstück – „unvergessen das Ende der 1970er Jahre modische Sweatshirt mit Uni-Aufdruck aus Großbritannien, das mich lange Jahre begleitet hat.“

Später standen Rundreisen in Frankreich, Spanien und Portugal auf dem Urlaubsplan von Recklies-Dahlmann, die das Fischereimuseum in Troisdorf-Bergheim leitet. Von dort kamen Erinnerungen an schöne Zeiten in Keramik nach Deutschland. Und „sicherlich durfte auch die ein oder andere Flasche Wein mit“. Wein, der dann –  wer kennt es nicht –„ja doch nicht so gut schmeckte wie vor Ort am lauen Sommerabend und im Erholungsmodus.“

Dr. Petra Recklies-Dahlmann sammelt Elefanten

Dr. Petra Recklies-Dahlmann sammelt Elefanten

Inzwischen hat sich – „nicht nur auf Reisen“– eine zunehmende  Begeisterung für Elefanten durchgesetzt. „Allerdings dürfen diese Erinnerungen maximal Setzkastengröße haben“, so die Historikerin, „damit sie nicht irgendwann ein eigenes Zimmer beanspruchen.“ Das hat  sich im Familien- und Freundeskreis herumgesprochen und so wächst die Sammlung, „auch wenn ich selbst die ganz weiten Reisen vermeide.“

Neben die Erinnerung an eigene Urlaubszeiten treten nun  „häufig gute Gedanken an Menschen, die auch in der weiten Welt an mich denken“. Zu vielen der „Setzkastenelefanten“ ließe sich eine Geschichte erzählen, „und ich erfreue mich an eigenen Reiseerinnerungen oder denke an diejenigen, die sich auf ihren Reisen an die zu Hause Gebliebenen erinnern.“

Carmen Vetere, Galeristin aus Eitorf

„Für alle Sinne“ hat Carmen Vetere Erinnerungen im Gepäck, wenn sie von ihren Reisen zurückkehrt. Die führen sie mehrmals im Jahr nach Kalabrien, die süditalienische Heimat ihres Vaters Giovanni, die aber auch für die Galeristin ein Zuhause ist. Gerade war sie wieder für einen Monat im Süden, „bis unters Dach“ war ihr Auto vollgeladen. Vor allem „Dinge, die hier nicht zu haben sind“, bringt sie mit: Süßigkeiten für die Mutter, Wurst, Öl und Wein. „Das wird weggegessen und -getrunken“, sagt die Eitorferin.

Carmen Vetere bringt Wurzeln aus Süditalien mit, Steine oder - in diesem Jahr - auch mal einen alten Tontopf.

Carmen Vetere bringt Wurzeln aus Süditalien mit, Steine oder - in diesem Jahr - auch mal einen alten Tontopf.

Sie hat aber auch bleibende Andenken bei sich zuhause. „Ich komme von keinem Strand zurück, ohne dass ich einen Stein in die Strandtasche packe. Das kann auch mal ein großer sein.“ Auch Sand gehört dazu, den sie in kleine Fläschchen abfüllt und im Bad versammelt. Vater Giovanni freut sich über Wurzeln und Erde aus Süditalien, die im Atelier Platz finden – ein Mitbringsel mit doppelter Bedeutung für den Künstler, der als junger Mann nach Deutschland kam. 

Luzia Sassen, Galeristin aus Hennef

Mit erfolgreichen Kunstausstellungen hat sich Luzia Sassen aus Hennef in den vergangenen Jahrzehnten einen Namen gemacht. Bringt sie Andenken aus dem Urlaub mit, sind die zumeist weniger kunstvoll: „Ich bringe von überall her Steine mit“, erzählt die Henneferin. „Einen großen Haufen“ habe sie im Wohnzimmer liegen, „hier liegt die ganze Welt in Steinen auf dem Boden“.

Sommerausstellung in Eitorf: Galeristin Luzia Sassen vor Bildern von Anja Nürnberg.

Galeristin Luzia Sassen, hier vor Arbeiten der Künstlerin Anja Nürnberg,  versammelt Steine aus aller Welt in ihrem Zuhause.

Jüngster Zugang sind Steine aus Italien, die die Galeristin erst vor wenigen Wochen mitgebracht hat. Immer ist die Sammlung in Bewegung, betont Sassen: „Früher haben die Kinder damit gespielt“, haben Straßen zum Beispiel gebaut. Sind die Steine im Weg, werden sie eben beiseite geräumt. Die meisten liegen übrigens auch zusammen, nur einige wenige bewahrt Luzia Sassen getrennt auf. „Da weiß ich auch, wo sie her sind.“ 

Gundula Caspary, Leiterin des Stadtmuseums Siegburg

Schwerer als auf dem Hinweg ist das Gepäck von Gundula Caspary, wenn sie aus dem Urlaub zurückkehrt. „Wenn wir am Wasser sind, sammle ich gerne Steine und Muscheln“, erzählt die Leiterin des Stadtmuseums in Siegburg. Zuhause ausgekocht und in möglichst mehr oder weniger identische Marmeladengläser verpackt, sorgen sie für „ein bisschen Urlaubsatmosphäre“.

Dr. Gundula Caspary ist Leiterin des Stadtmuseums in Siegburg. Sie bringt von Stränden und Küsten Steine und Muscheln mit, die sie immer sorgsam beschriftet.

Dr. Gundula Caspary ist Leiterin des Stadtmuseums in Siegburg. Sie bringt von Stränden und Küsten Steine und Muscheln mit, die sie immer sorgsam beschriftet.

Strände auf Korfu, in der Bretagne oder England gehören zu den Herkunftsorten, immer wieder ist sie mit der Familie auch schon nach Nordholland gefahren. „Ich habe immer Sand in den Taschen von den Dingen, die ich da sammle“, zwei Dutzend Gläser haben mittlerweile ihren Platz in einem Bücherregal gefunden. Die Museumsfrau kann Gundula Caspary aber auch hier nicht verleugnen: Alle Gläser sind sorgsam mit Herkunft und Urlaubsjahr beschriftet. Nur so, gibt sie zu, könne sie die Gläser auseinanderhalten.