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Bei Angriff getötetTrauer in Sankt Augustin um ukrainischen Partner

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Zwei Männer neben einer ukrainischen Flagge.

Taras Didytsch zeichnete Gunter Maassen und den Verein 'Sankt Augustin Hilft' nach einem Hilfstransport in die Ukraine aus.

Taras Didytsch war Vorsteher der eng mit den Sankt Augustiner Helfern verbundenen Gemeinde Dmytriwka. 

Es ist eine Nachricht, „die uns zutiefst erschüttert und den Boden unter den Füßen wegreißt“, heißt es auf der Internetseite des Vereins Sankt Augustin and friends hilft. „Unser enger Wegbegleiter und lieber Freund Taras Didytsch, Gemeindevorsteher von Dmytriwka, ist bei einem russischen Angriff ums Leben gekommen.“ Didytsch, so berichten die Sankt Augustiner Helfer, starb, als er nach einem Raketeneinschlag Hilfs- und Rettungsmaßnahmen vor Ort koordinierte.

Sankt Augustiner organisierten bislang 50 Konvois

50 mal sind seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine Mitglieder von Sankt Augustin and friends hilft nach Osteuropa gefahren. Ungezählte Tonnen von Hilfsgütern für die geschundenen Menschen dort haben sie in Konvois dorthin transportiert. Ganz besonders eng sind die Beziehungen zur Gemeinde Dmytrivka unweit der Hauptstadt Kiew: Gunter Maassen, Initiator der Hilfskonvois, wurde 2023 sogar Ehrenbürger der Kommune im Kreis Butcha. Lars Viehöfer und Stephan Vester ernannte die dortige Feuerwehr zu Ehrenmitgliedern, eine Feuerwache in der Gemeinde trägt den Namen Sankt Augustin.

Drei Männer bei der Übergabe einer Urkunde.

Im Jahr 2023 wurde Gunter Maassen (rechts) zum Ehrenbürger der Gemeinde in der Ukraine ernannt.

Seit 1994 war Taras Didytsch Vorsteher der rund 20.000 Eiwohner zählenden Gemeinde, wie der Sankt Augustiner Verein nun mitteilte. „Für unseren Verein war Taras weit mehr als nur ein offizieller Ansprechpartner“; vielmehr sei er „einer der Schlüssel und Herzstücke unserer Arbeit in der Region“ gewesen.

„Vor allem aber wird uns seine menschliche Wärme und seine herzliche Gastfreundschaft für immer im Gedächtnis bleiben“, würdigt der Verein den getöteten Gemeindevorsteher. In einem Social Media-Beitrag äußerte sich auch der Sankt Augustiner Landtagsabgeordnete Sascha Lienesch, der vor zwei Jahren einen Konvoi in die Ukraine begleitete und dabei auch Taras Didytsch kennengelernt hatte.

Ukraine-Konvoi
Auch ein Feuerwehrfahrzeug und ein Müllwagen gehen in die Ukraine

Auch ein Feuerwehrfahrzeug und ein Müllwagen gingen bei einem Konvoi im Jahr 2022 in die Ukraine

In der Nacht von Freitag auf Samstag sei Taras Didytsch getötet worden, so Lienesch, gemeinsam mit 36 weiteren Menschen. Online-Medien berichten von 38 getöteten Bewohnern. 42 teilweise schwer verletzte Opfer des Angriffs gebe es überdies, darunter vier Kinder.

Kaum ein Feuerwehrmann in Dmytriwka sei unverletzt geblieben, teilte Lienesch mit. Besonders perfide sei die Taktik des russischen Angriffs gewesen, schreibt Lienesch weiter: Nach einem ersten Angriff eilten Helfer und der Bürgermeister zu verschiedenen Einschlagstellen und wurden dann bei einer zweiten Angriffswelle getötet oder schwer verletzt.

Bei dem Angriff wurde nach Informationen Lieneschs auch ein Seniorenheim zerstört, zudem das Hotel, in dem er damals untergebracht war. Ziel war laut verschiedener Medien offenbar ein Munitionslager im Dorf Myla. „Dieser Krieg muss endlich zu Ende gehen“, schließt Lienesch seinen Post.