Grundstein gelegtBauarbeiten zu „Junges Wohnen Wolsdorf“ haben begonnen

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5,8 Millionen Euro investieren die Josefs-Gesellschaft und das Kinderheim Pauline von Mallinckrodt in ihr Projekt Junges Wohnen Wolsdorf.

Siegburg – Einigkeit macht bekanntlich stark. Das trifft in besonderem Maß für das Projekt „Junges Wohnen Wolsdorf“ zu, das die Josefs-Gesellschaft aus Köln und das Kinderheim Pauline von Mallinckrodt an der Jakobstraße realisieren. Insgesamt 5,8 Millionen Euro investieren die beiden Gesellschaften in einen Gebäudekomplex, der auf drei Etagen mit 2000 Quadratmetern Nutzfläche einer bunt gemischte Gruppe von Bewohnern Platz bieten will.

Vertreter der Bauherren, zukünftige Bewohner sowie deren Eltern, Landrat Sebastian Schuster, Bürgermeister Franz Huhn und viele weitere Gäste kamen auf der Baustelle zur feierlichen Grundsteinlegung zusammen. Im kommenden den März soll Einweihung gefeiert werden.

Kinderheim investiert 3,5 Millionen Euro

Für das Kinderheim entstehen drei Apartments für Mütter und Kinder, Apartments für sechs Ordensschwestern, Räume für den ambulanten Dienst und eine Gruppe für vier bis sechs Jahre alte Kinder. In dieser vollstationären Heimgruppe sollen Familien „eine Krise überwinden können, damit die Kinder wieder mit den Eltern zusammenleben können“, erläuterte Heimleiterin Sonja Boddenberg.

Das Heim investiert 3,5 Millionen Euro und wird dabei von der Stiftung Wohlfahrtspflege, der Caritas und dem Deutschen Hilfswerk unterstützt.

Grundsteinlegung mit Architekt Wilhelm Schulte (hinten links), Dr. Theodor-Michael Lucas, Josefs-Gesellschaft, dem künftigen Bewohner Peter Gedanitz, Landrat Sebastian Schuster, Bürgermeister Franz Huhn und Heimleiterin Sonja Boddenberg.

Die Josefs-Gesellschaft nimmt 2,3 Millionen Euro in die Hand und schafft barrierefreie und teils rollstuhlgerechte Apartments und Gemeinschaftswohnungen für 19 junge behinderte Menschen, deren Eltern sich in den Selbsthilfegruppen Villa Well (Wohnen ein Leben lang) und Spina bifida Hydrocephalus NRW zusammengeschlossen haben.

Viele Bewohner ziehen zum ersten Mal von zu Hause aus

Für die meisten der neuen Bewohner wird es das erste Mal überhaupt sein, dass sie von zu Hause ausziehen. „Unsere Kinder sind so stark behindert, dass herkömmliches betreutes Wohnen nicht möglich ist“, erläutert Vater Gerhard Welp – tatsächlich werde eine Betreuung rund um die Uhr nötig sein. Details, wie die Betreuung aussehen wird, stehen noch nicht fest. Welp geht aber davon aus, dass über Nacht immer ein Betreuer vor Ort sein muss.

Beide Investoren hatten nach geeigneten Partnern für ihre Vorhaben gesucht. Die sachkundige Bürgerin Ingrid Rumland (FDP), die sich auch in der Awo engagiert, stellte den entscheidenden Kontakt her. Groß wird das Miteinander künftig geschrieben, sowohl untereinander in der Wohnanlage, wie auch zu den Wolsdorfern als Nachbarn.

Gesellschaft hat bereits ein Wohnhaus in Troisdorf realisiert

Die Planung sieht ein großes Foyer nebst öffentlicher Cafeteria und einen Saal vor. Zwischen den Heimgebäuden und dem Neubau wird eine Fläche angelegt, die schon einmal den Namen „Dorfplatz“ bekam. „Wir waren begeistert, so viele Nutzer zusammenzuführen und ihnen ein gemeinsames Dach zu geben“, sagte Architekt Wilhelm Schulte. Dr. Theodor-Michael Lucas, Sprecher der Geschäftsführung der Josefs-Gesellschaft freut sich, dass das Projekt trotz des allgemein knappen Wohnraumangebots möglich wurde. „Eine bezahlbare Wohnung zu finden ist fast unmöglich“, das gelte für Menschen mit einer Behinderung ganz besonders.

Gemeinsam mit den beiden Selbsthilfegruppen hat die Gesellschaft auch ein großes Wohnhaus in Troisdorf realisiert, das unlängst bezogen wurde – just an der Stelle, an der sich zuvor das Canisiushaus mit einem beliebten Veranstaltungssaal befunden hatte. Lucas zitierte in seiner Ansprache Antoine de Saint Exupéry: „Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen.“ Bürgermeister Huhn war sich indes schon sicher: „Das wird ein tolles Haus.“

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