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Neubau für 15 Millionen EuroKreishandwerkerschaft feiert Neubau-Einweihung hoch über Siegburg

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Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg eröffnet Ihr neues Haus des Handwerks, Dachterrasse

Gefeiert wurde auch auf der Dachterrasse des neuen Hauses des Handwerks. 

Der neue Saal eignet sich für Prüfungen und Lossprechungsfeiern, kann aber auch privat  gemietet werden. 

„Wir sind die Wirtschaftsmacht von nebenan“, so brachte es Oliver Krämer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, auf den Punkt, was die 20 angeschlossenen Innungen für die Region leisten. Die Bandbreite reicht von B wie Bäcker über M wie Maler bis Z wie Zimmerer, und das ist jetzt auch dank eines neuen, repräsentativen Gebäudes mitten in der Kreisstadt unübersehbar: An der Ecke Wilhelmstraße/Alleestraße wurde jetzt Einweihung im Haus des Handwerks gefeiert. Rund 15 Millionen Euro investierte die Kreishandwerkerschaft in ihr neues Domizil.   

Auf langatmige Reden habe man bewusst verzichtet, betonte Kreishandwerksmeister Michael Christmann. Stattdessen ließen Krämer, Christmanns Vorgänger Thomas Radermacher, der jetzt Präsident der Handwerkskammer Köln ist, und Architekt Achim Becker vor 120 Gästen die Vorgeschichte des Gebäudes noch einmal Revue passieren.

Pläne für das alte Gebäude von Glas Mauelshagen

Nach der Fusion der Handwerkerschaften aus Rhein-Sieg-Kreis und Bonn 1997 wurden zunächst Räume an der Grantham-Allee in Sankt Augustin angemietet. „Jedes Jahr wurde diskutiert, wie es weitergehen soll“, sagte Radermacher, in einer anderen Liegenschaft der Handwerker oder doch in einem Neubau. Gekauft hatte die Handwerksvertretung schon das alte Gebäude von Glas Mauelshagen mit dem zunehmend baufälligen Gebäude. Als 2019 von dort eine Fensterscheibe auf den Bürgersteig krachte – verletzt wurde niemand –, wurde Krämer zunehmend klar, dass etwas geschehen musste. Der Siegburger Architekt Achim Becker, der für das Grundstück ein Wohngebäude entworfen hatte, setzte den Auftrag für ein Bürohaus um.

Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg eröffnet Ihr neues Haus des Handwerks, Pianist Stefan Ulbricht

Musik zur Einweihung kam von Boogie-Pianist Stefan Ulbricht.

Der Bau hatte es in sich. Becker schilderte, dass das Grundstück nur 70 Meter von der mittelalterlichen Stadtmauer entfernt gebaut werden musste, auf alles andere als gutem Baugrund. Über Jahrhunderte sei dort Müll abgelagert worden, „weite Teile waren nicht gründungsfähig“. 58 Betonpfähle von jeweils es fünf Metern Länge schafften Abhilfe.

Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg eröffnet Ihr neues Haus des Handwerks, großer Saal

Glas ist das prägende Fassadenelement des Gebäudes an der Ecke Wilhelmstraße/Alleestraße.

Gar 130 Meter tief reichen die 23 Bohrungen für die Geothermie ins Erdreich, was, neben der Photovoltaikanlage auf dem Dach und Wärmepumpen, den Energieeffizienz-Standard KfW-55 ermöglicht. „Ich bin froh, dass wir das gewuppt haben“, sagt Becker. Christmann hebt hervor, dass der Bau eine Teamleistung der Innungsbetriebe sei. „Das zeigt, wie eng das Handwerk in der Region zusammensteht, und was möglich ist, wenn gemeinsam an einem Ziel arbeitet.“

Die Dachterrasse mit dem Blick über Siegburg ist der Clou

3000 Quadratmeter Nutzfläche bietet das Haus des Handwerks auf vier Etagen, gekrönt von einem Staffelgeschoss, das einen Saal für Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen bietet. Für Prüfungen und Lossprechungen eignet er sich bestens, kann aber auch privat gemietet werden, inklusive Lounge und Bar. Ein Clou ist die Dachterrasse mit einem eindrucksvollen Panoramablick über Siegburg.

Für die 32 Mitarbeitenden, so Krämer, solle das ein Haus ein Wohlfühlarbeitsplatz sein. Unter der Adresse Alleestraße 11 finden sich  auch die IKK Classic und die Signal Iduna, eine Rechtsanwaltskanzlei und eine Physiotherapie-Praxis. Für einen weiteren Mieter steht ein Vertragsabschluss kurz bevor. Gelassen sehen die Handwerker, dass sich der Bau recht langwierig gestaltete: Zwei Jahre habe es bis zur Baugenehmigung gedauert, dann hätten auch noch Corona und viele Gutachten für Verzögerungen gesorgt. Radermacher formulierte es so: „Gut Ding will Weile haben.“