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ReanimationPrüfen, Rufen, Drücken gehören in Siegburg zum Gesamtschulalltag

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Das Schulsanitäterteam der Gesamtschule am Michaelsberg übt Reanimation, Besuch von NRW-Schulministerin Dorothee Feller

Das Schulsanitäterteam der Gesamtschule am Michaelsberg übt Reanimation.

NRW-Schulministerin Dorothee Feller besuchte die Gesamtschule am Michaelsberg und stellte eine Informationsinitative zur Herz-Reanimation vor. 

Was haben Highway to Hell, Dancing Queen und die Biene Maja gemeinsam? Alle drei Titel eignen sich, um bei einer Herz-Reanimation den richtigen Rhythmus zu finden, zumindest ging das von einer Stellenwand hervor, die das Schulsanitäterteam der Gesamtschule am Michaelsberg anlässlich eines Besuchs von NRW-Ministerin Dorothee Feller präsentierte. Neben Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe zeigten auch die Schulministerin und Bürgermeister Stefan Rosemann, dass sie die lebensrettenden Handgriffe noch draufhaben.

Dorothee Feller stellte eine landesweite Initiative des Schulministeriums vor, Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I  frühzeitig mit der  „Laienreanimation“ vertraut zu machen. „Wer im Notfall richtig handelt, kann Leben retten. Wir wollen, dass Prüfen – Rufen – Drücken so selbstverständlich wird wie Fahrradfahren.“ Dafür brauchen Schulen konkrete Unterstützung, und genau die bringen wir jetzt gemeinsam mit starken Partnerinnen und Partnern auf den Weg.“ 17 Institutionen unterstützen die Initiative, darunter die ADAC-Stiftung, das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Herzstiftung und mehrere Kliniken.  

Ministerpräsident Wüst: Jeder kann Lebensretter werden

Ministerpräsident Hendrik Wüst äußerte sich in einer Pressemittelung: „Ob im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz oder in den eigenen vier Wänden: Jeder kann zum Lebensretter werden. Wie es richtig geht, muss man lernen – und zwar schon in der Schule.“

Ab dem Schuljahr 2026/27 wird der Reanimationsunterricht eingeführt, jede Schülerin und jeder Schüler an den rund 2100 Schulen mit Sekundarstufe I sollen mindestens einmal in den Klassen 7, 8 oder 9 eine Schulung zur Laienreanimation über 90 Minuten erhalten. Förderschulen und private Ersatzschulen sollen ebenfalls ermutigt werden, den Unterricht anzubieten. An allen Schulen soll es jeweils zehn Reanimationsphantome und zwei entsprechend geschulte Lehrkräfte geben.

Das Schulsanitäterteam der Gesamtschule am Michaelsberg übt Reanimation, Besuch von NRW-Schulministerin Dorothee Feller

NRW-Schulministerin Dorothee Feller kennt die Handgriffe für eine erfolgreiche Reanimation

Dorothee Feller nutzte die Gelegenheit, um sich die neuen Unterrichtsräume am Neuen anzuschauen – wie berichtet investiert die Kreisstadt rund 100 Millionen Euro in die Sanierung der Gesamtschule –und die Arbeit des Schulsanitätsdienstes kennenzulernen, der seit 15 Jahren einen festen Platz an der Schule hat und mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Kika-Award und dem Siegburger Ehrenamtspreis.

„Es geht darum, etwas für die Gesellschaft zu tun“, erläutert Schulsozialarbeiter Matthias Ennenbach; gleichzeitig helfe das Engagement bei der Berufswahl: „Ehemalige Sanis sind auf der Feuerwehrleitstelle oder arbeiten als Notfallsanitäter.“ Ennenbach leitet das Team und hält auch den Kontakt zum Deutschen Roten Kreuz, das die Sanitäter unterstützt. Reanimation, so Ennenbach, habe man in der Schule schon das eine oder andere Mal gebraucht. „Da muss das Team einsatzbereit sein.“

Persönlichkeitsentwicklung und  emotionale Kompetenz

„Die  Schüler schlagen beruflich solche Wege ein“, bestätigt Schulleiter Jochen Schütz. Zudem gebe es an der Gesamtschule auch ein Projekt für soziale Verantwortung, bei dem Schülerinnen und Schüler in sozialen Einrichtungen mitarbeiten. Dorothee Feller findet solche Angebote wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung und die emotionale Kompetenz.

Das sieht auch Schülerin Zoé (17) so, die auch schon eine Schule in Italien  besuchte und sich in einem Sani-Team des Croce Rossa engagierte. „Man weiß in jeder Lage, was zu tun ist, und baut Selbstbewusstsein auf.“ Nova (15) schildert, womit sie als Schulsanitäterin schon zu tun bekam, mit einem gebrochenen Arm ebenso wie mit einer Mitschülerin, die das Bewusstsein verloren hatte, und etlichen Wunden, die Pflastern versehen werden mussten. Besonders wichtig sei es, Notfälle  richtig zu melden: „Am Anfang ist man da noch nervös, aber dann hilft die Routine.“

Das Schulsanitäterteam der Gesamtschule am Michaelsberg übt Reanimation, Besuch von NRW-Schulministerin Dorothee Feller

Gruppenbild mit NRW-Schulministerin Dorothee Feller (6. von links)

Matthias Ennenbach ist besonders wichtig, dass die Sanis Rettungskräfte bei einem Einsatz in Empfang nehmen, sodass auf dem weitläufigen Schulgelände keine wertvolle Zeit verloren geht. Er geht davon aus,  dass die Kenntnisse der Jugendlichen schon bald stark gefragt sein könnten: „Nach Karneval kommen die tollsten Nachrichten, wo die überall geholfen haben.“