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Sperrung der Bonner NordbrückeVerkehrsclub schlägt provisorische Seilbahn über den Rhein in Bonn vor

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Vorbild Mannheim: Während der Bundesgartenschau 2023 beförderte eine provisorische Seilbahn Buga-Besucher über den Rhein.

Vorbild Mannheim: Während der Bundesgartenschau 2023 beförderte eine provisorische Seilbahn Buga-Besucher über den Rhein.

Nach der Sperrung der Bonner Nordbrücke schlägt der VCD zur Entlastung der Verkehrssituation eine provisorische Seilbahnverbindung vor.

Zur Lösung der Verkehrsprobleme, die durch die Sperrung der Bonner Nordbrücke verursacht wurden, bringt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Idee einer temporären Seilbahn über den Rhein ins Spiel. „Es ist dringend notwendig, in der historischen Ausnahmesituation, in der sich Bonn und die Region derzeit befinden, kreativ zu denken und zu handeln“, sagt Rainer Bohnet, der Vorsitzende des VCD Bonn/Rhein-Sieg.

Seine Organisation hat auch bereits einen Vorschlag, wie eine rund eineinhalb Kilometer lange Trasse einer solchen Seilbahn verlaufen könnte, die die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubau der linksrheinischen Vorlandbrücke überbrückt: von der Niederkasseler Straße im rechtsrheinischen Norden der Bundesstadt bis in den Bonner Stadtteil Castell. Das sei „eine Trasse ohne Belastung für Anwohner“, argumentiert der VCD.

Für Pendler aus Niederkassel und Sankt Augustin gut erreichbar

Der Standort an der Niederkasseler Straße, nahe der gesperrten Nordbrücken-Auffahrt, sei nicht zuletzt für Pendler aus Niederkassel und Sankt Augustin gut zu erreichen, so der VCD. Auch die Anbindung an den Linienbusverkehr sei gegeben. Noch gebaut werden müsste allerdings ein Park-and-Ride-Platz. Für Radfahrende sei der Standort ebenfalls gut erreichbar. Im linksrheinischen Castell befinden sich in der Nähe des vom VCD vorgeschlagenen Seilbahn-Haltepunktes zwei Haltestellen der Stadtbahnlinie 61. Zudem könnte ein Sonderbusverkehr über die Römerstraße Pendler noch rascher südwärts zum Bertha-von-Suttner-Platz bringen, schlägt Bohnet vor.

Er erinnert an ein Beispiel aus Mannheim. Dort war 2023 für die Dauer der Bundesgartenschau eine 2,1 Kilometer lange Seilumlaufbahn des Herstellers Doppelmayr aufgebaut worden, um Besucher vom Spinelli-Gelände zum Luisenpark zu befördern. Die insgesamt 34 Gondeln boten Platz für jeweils zehn Personen. Nach dem Ende der Bundesgartenschau wurde die Anlage bis Anfang 2024 vollständig abgebaut und verkauft. Sie steht inzwischen im Skigebiet Kappl im Tiroler Paznauntal.

Eine vergleichbare Seilbahn wurde in Mannheim gebaut

Das Beispiel Mannheim habe gezeigt, dass eine provisorische Seilbahn innerhalb von sechs bis neun Monaten gebaut und auch schnell wieder abgebaut werden könne, sagt der VCD. Er kalkuliert für den Bau und Abbau einer Seilbahn in Bonn mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Hinzu komme in jedem Jahr ein ebenfalls niedriger einstelliger Millionenbetrag für den Seilbahnbetrieb.

Um diese Kosten zu stemmen, müssten sich die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis, vor allem aber auch das Land NRW und der Bund verständigen, sagt der VCD-Vorsitzende. Allerdings sieht er bei der Finanzierung einer solchen Verbindung vor allem den Bund in der Verantwortung. Dieser habe bei der Instandhaltung der Nordbrücke schließlich versagt.

Auf langwierige Genehmigungsverfahren müsste bei einer Realisierung des Projektes verzichtet werden, fordert der VCD. „Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung erscheint angesichts der aktuellen Verkehrsnotlage Bonns, entsprechenden politischen Willen vorausgesetzt, als prinzipiell möglich“, argumentiert der Verkehrsclub.

„Als Pro-Seilbahn-Bündnis empfehlen wir der Stadt Bonn und der Taskforce Nordbrücke eine möglichst rasche Prüfung der Möglichkeiten, die sich durch eine temporäre Seilbahn zur Bewältigung der Verkehrsmisere bieten“, heißt es im VCD-Vorschlag weiter. Sofern der Zeitpunkt der durchgehenden Wiederinbetriebnahme der Autobahn mit Ende 2028 tatsächlich realistisch sei, sei eine Seilbahn aber nur sinnvoll, wenn sie spätestens Mitte 2027 in Betrieb gehen könne. „Das sorgt zwar für außerordentlich ambitionierte Zeitvorgaben, ist bei entsprechendem politischem Willen aber machbar.“