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JubiläumTroisdorfer Altstädter feierten 66-jähriges Bestehen

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Ein Funkenmariechen wird von ihrer Tanzgarde in die Luft geworfen.

Hoch hinaus ging es für das Funkenmariechen der Kölner Altstädter bei der Sitzung ihrer Troisdorfer Namensvettern.

Bei der Prunksitzung in der Stadthalle lieferte Präsident Torsten Sterzel einen denkwürdigen Beitrag ab.

Wohl dem, der einen Vorsitzenden hat, der nicht nur das Amt des Sitzungspräsidenten charmant-souverän ausfüllt, sondern zudem den Entertainer par excellence geben kann. Lange wird man noch über Torsten Sterzels Würdigung des 66. Geburtstags seiner Troisdorfer Altstädter reden. Im gleißenden Scheinwerferkegel am Klavier sitzend, transportierte er mit Melodien aus Udo Jürgens' Evergreen „Mit 66 Jahren“ sein herzerwärmendes Bekenntnis zum Jubilar.

Wir feiern das, was Karneval sein kann: laut, leise, fröhlich, nachdenklich, aber immer echt
Torsten Sterzel, Präsident der KG Troisdorfer Altstädter

„Karneval ist viel mehr als Musik und Kostüme. Karneval ist Herz, Karneval ist Mut und Karneval ist das Versprechen, dass wir, egal wie unterschiedlich wir sind, zusammen lachen können“, sang er, und knapp tausend Menschen hörten staunend mucksmäuschenstill zu. „Wir feiern das, was Karneval sein kann: laut, leise, fröhlich, nachdenklich, aber immer echt.“

66 Jahre Troisdorfer Altstädter seien Generationen, seien „Namen, die wir nie vergessen werden. Das sind Hände, die aufgebaut haben, die getragen und die festgehalten haben.“ „Sie sind da, in unseren Liedern, in unserem Lachen, in diesem Raum“, gedachte Sterzel singend der Verstorbenen.

Ein Mann mit Karnevalskappe an einem Flügel.

Als Entertainer par excellence zeigte sich Torsten Sterze am Klavier mit seinem Lied über 66 Jahre KG-Geschichte

Den „Menschen die heute diesen Verein heute tragen“, bescheinigte er, es „mit Leidenschaft und mit unendlich viel Herzblut“ zu tun. Nicht nur eine Sitzung feiere der Verein, sondern 66 Jahre Gemeinschaft, 66 Jahre Brauchtum und 66 Jahre „Mir stonn zusamme“. Sein „Lasst uns heute Abend lachen, bis uns die Tränen kommen, lasst uns singen, als gäbe es kein Morgen, lasst uns feiern…“ ging im Jubel unter.

Natürlich passte der anschließende Auftritt der Namensvettern aus Köln wie die Faust aufs Auge. Knapp 140 grün-rote Altstädter brannten ein umjubeltes Feuerwerk aus Korpstanz, Gesang, Stippeföttchen und atemberaubenden Figuren des Tanzpaars Kathi Kierig und Jens Käbbe ab. Die Hochstimmung kam dem Troisdorfer Prinzenpaar Sascha I. und Kathrin I. (Böhm) zupass, die mit ihrem Gefolge eine professionelle Tanz- und Gesangsshow lieferten. Mit Brings, den Höhnern, Domstürmern und Räubern hatten die Macher renommierte Vertreter der kölschen Karnevalshymnen gewonnen.

Paradiesvögel gaben Troisdorf den Vorzug vor Bonn

Die Stattgarde Colonia Ahoi begeisterte mit gleichermaßen artistischen  wie spaßigen Tänzen, das Kinder- und Jugendtanzcorps der Fidelen Sandhasen Oberlar gewann die Sympathien im Vorprogramm mit geschliffenen Choreografien, Akrobatik und Musikalität. Und Guido Cantz nutzte sein Fast-Heimspiel für jecke Plauderei.

Selbstgeschneiderte Kostüme sind unter den Feiernden im Saal weiter im Vormarsch. So bei den Paradiesvögeln, einer Damenclique aus Troisdorf, Niederkassel und Bonn. „Normalerweise sind wir immer in Bonn, aber diesmal wollten wir den Altstädtern eine Chance geben“, sagte Paradiesvogel Bettina Schultheiß verschmitzt. Eine gute Wahl.