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Sicherer Weg zur GrundschuleTroisdorfer Eltern wollen mit Fahrradbus Kinder zur Schule begleiten

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Ein Mann und eine Frau in hellblauen T-Shirts mit der Aufschrift Kidical Mass.

Sabine und Sebastian Bodner, Kriegsdorf, Fahrradbus, ADFC, Sternenschule Spich

Sabine und Sebastian Bodner haben die Initiative gestartet, gemeinsam mit anderen Eltern wollen sie Kinder mit dem Fahrrad zur Schule bringen.

Dieser Bus hat keinen Motor, dafür aber weit mehr als vier oder auch sechs Räder: Ein Fahrradbus soll nach den Sommerferien Kriegsdorf und die Sternenschule in Spich verbinden. Sabine und Sebastian Bodner haben die Initiative dafür ergriffen, ihre Tochter Maylin soll dann ebenso wie andere Grundschulkinder sicher mit dem Fahrrad zur Schule kommen.

Hinter dem Begriff steht kein motorisiertes Fahrzeug mit Mitnahmemöglichkeit für Zweiräder. Das Prinzip gleicht vielmehr dem „Walking Bus“, mit dem Jungen und Mädchen zu Fuß in die Schule kommen, wo es beispielsweise keinen Schulbus gibt oder die nächste Haltestelle nicht ohne Gefahr zu erreichen ist: Vor und hinter der Gruppe sichern Erwachsene die Kinder ab, auch zur Seite ist eine Begleitung unterwegs. Es gibt feste Zeiten und Haltestellen, der Pulk wird rechtlich als ein Fahrzeug betrachtet. Je mehr Eltern sich bereit finden, um so weniger Aufwand ist es für den Einzelnen. 

Leidenschaftliche Radfahrer zogen von Bonn nach Troisdorf

Vor vier Jahren sind die Bodners von Bonn nach Kriegsdorf gezogen; leidenschaftliche Radfahrer und ADFC-Mitglieder waren sie schon damals. „Wir haben uns auch bei einer Fahrradtour kennengelernt“, erzählt Sabine Bodner. „Für viele ist das Fahrrad kein Verkehrsmittel“, weiß ihr Mann, wohl aber für die Familie mit ihren zwei Kindern. Es gibt ein Auto, Zweitwagen ist ein Lastenfahrrad; Sabine Bodner pendelt zur Arbeit nach Bonn mit dem Fahrrad. „Mit dem Auto ist man auch nicht schneller“, hat die 44-Jährige erfahren.

Nach den Sommerferien wird Tochter Maylin eingeschult, ihre Eltern haben sich für die Anmeldung in der Spicher Sternenschule entschieden. Etwa drei Kilometer lang sei die Strecke für Fahrräder; „perfekt ohne Autoverkehr“ geht die Route quer über die Felder und schließlich – mit Sondergenehmigung der Stadt – radelnd über den Friedhof von hinten an die Schule heran. „Sehr angetan“, sei die Schul- und Trogata-Leitung von der Idee der Bodners. „Die versuchen alles gegen die Elterntaxis“, sagt Vater Sebastian.

Zugleich gebe es unter Kindern und Eltern das – falsche – Vorurteil, dass die Jungen und Mädchen erst dann mit dem Rad zur Schule fahren dürften, wenn sie die Fahrradprüfung absolviert haben. „Es ist völlig unkritisch“, versichern die Kriegsdorfer Eltern: Begleitet dürften die Kinder mit dem Fahrrad zur Schule kommen, versichert seien sie auf dem Schulweg auch. Aber: „Es ist einfacher, die Kinder zum Bus zu bringen“, haben die Bodners beobachtet.

Ein laminiertes Papier mit der Aufschrift Haltestelle Fahrradbus KriSpi.

Vom Troisdorfer Ortsteil Kriegsdorf wird der Fahrradbus zur Sternenschule in Spich rollen.

Acht Vorschulkinder besuchten in diesem Jahr allein die Kita St. Nikolaus in Kriegsdorf, berichten die Fahrradbus-Initiatoren; insgesamt dürften es  wohl rund 20 Kriegsdorfer I-Dötzchen sein, die nach den Ferien in die Schule kommen. „Aber es geht ja auch nicht nur um die Erstklässler“, Erfahrung und Übung auf dem Fahrrad seien schließlich sehr individuell ausgeprägt. 

Fahrraddemo startet am Troisdorfer Rathaus

Wer Interesse hat am Projekt Fahrradbus mit dem Projektnamen „KriSpi“ (für Kriegsdorf-Spich), kann sich online über das Vorhaben informieren und Kontakt mit den Organisatoren aufnehmen. Einem, wie sie hoffen, breiten Publikum wollen Sabine und Sebastian Bodner den Fahrradbus am kommenden Samstag, 30. Mai, vorstellen: Dann rollt die dritte Kidical Mass durch Troisdorf. Los geht es um 15 Uhr am Rathaus, Kölner Straße 176; die Teilnehmenden radeln über sieben flache Kilometer zum Ziel an der Spicher Sternenschule.

Am Start- und Zielpunkt informieren Sabine und Sebastian Bodner über den geplanten Fahrradbus, unterwegs wollen Kinder und Jugendliche, begleitet von Eltern und Großeltern, für ein sicheres und möglichst lückenloses Radwegenetz in Troisdorf demonstrieren. Die Polizei begleitet und sichert die rollende Kundgebung.