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Sündenböcke der Pandemie?Türkische Festsaalbetreiber fühlen sich diskriminiert

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Hochzeiten seien keine Infektionsherde, sagt die Dehoga.

  1. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga distanziert sich von einigen türkischen oder arabischen Hochzeitsfeiern in NRW, bei denen sich Gäste mit Corona infiziert hatten.
  2. „Sie waren semiprofessionell und dilettantisch organisiert”, sagt ein Sprecher. Doch der größere Kontrolldruck zeige seine Wirkung mittlerweile.
  3. Lesen Sie hier die Hintergründe.

Hürth – Die Organisatoren von türkischen und arabischen Großveranstaltungen wie Hochzeiten in Festsälen wehren sich gegen Vorwürfe, sie seien für die steigenden Corona-Fallzahlen verantwortlich.

„Es hat in den vergangenen Wochen durchaus einige Feiern in Dortmund, Hamm und Duisburg gegeben, die sich als Cluster entpuppt haben“, sagte Thomas Kolaric von der Dehoga Nordrhein am Mittwoch bei einem Treffen von Veranstaltern aus NRW in Hürth. „Sie waren semiprofessionell und dilettantisch organisiert. Davon distanzieren wir uns.“

Das Gros des bis zu 150 Unternehmer in Nordrhein-Westfalen halte sich an die Regeln und habe sich seit dem Re-Start im Mai „als verantwortungsvoller Gastgeber“ erwiesen. Seither hätten Hunderte Veranstaltungen stattgefunden, alle in Absprache mit den örtlichen Ordnungsämtern und unter Beachtung der Hygienekonzepte. „Niemand von uns hat ein Interesse an einem erneuten Lockdown“, so Kolaric. „Wir sind keine Superspreader.“ Mehrere Unternehmer berichteten übereinstimmend, dass die Kontrollen seit in den vergangenen Tagen ausgeweitet worden seien. Anfangs seien nur die Listen kontrolliert und die Personen gezählt worden, inzwischen würden Notausgänge, Feuerlöscher, Kühlschränke und Rettungswege selbst in leeren Sälen inspiziert. Das habe mit der Pandemie-Bekämpfung nichts mehr zu tun.

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„Wir haben uns wie alle anderen verantwortungsbewusst verhalten, im März unsere Läden geschlossen“, sagte Mesut Cetin, Unternehmer aus Herne. Doch er gewinne zunehmend den Eindruck, dass Veranstalter mit Migrationshintergrund einem größeren Kontrolldruck ausgesetzt seien.

Die Dehoga wird in der kommenden Woche darüber mit Serap Güler, FDP-Staatssekretärin im Integrationsministerium, ein Gespräch führen.