Tagebau GarzweilerGeplanter Anschlag auf RWE-Anlage vereitelt

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Tagebau in Garzweiler

Garzweiler – Auf eine Trafo-Anlage an einem Stellwerk am Kraftwerk Neurath war offenbar ein Anschlag geplant. Das teilt die Polizei in Aachen mit. Ein RWE-Mitarbeiter hatte am Montag auf dem umzäunten Gelände in Rommerskirchen-Vanikum Kanister entdeckt, die vermutlich mit Benzin gefüllt waren.

„Daraus muss man schließen, dass es sich um einen geplanten Anschlag handelt“, teilt die Polizei mit. Abschließende Untersuchungen des Landeskriminalamts stehen aus.

Funktionstüchtiger Zündsatz

Die Kanister hatten nach Angaben der Polizei einen funktionstüchtigen Zündsatz. Ein Entschärfungsteam musste ihn zunächst unschädlich machen. Nach Angaben von RWE Power wurde  in dieser Zeit die Nord-Süd-Bahn, über die das Kraftwerk mit Kohle beliefert wird,  für rund eine Stunde stillgelegt. An den Kanistern waren mehrere Gegenstände aus Kunststoff angebracht. Die Behälter befanden sich nach Polizeiangaben unter dem Trafo.

Die Ermittlungskommission Hambach der Aachener Polizei prüft einen möglichen Zusammenhang zur Anti-Kohle-Protest-Szene am Tagebau Hambach. Über die Internetseite der Braunkohlengegner wurde am 19. September bereits ein Bekennerschreiben verbreitet.

Darin wird jedoch offenbar davon ausgegangen, dass der Brandsatz an der Trafostation gezündet wurde, denn die Verfasser sprechen davon, Feuer gelegt zu haben. „Dafür haben wir mehrere Dutzend Liter Benzin verwendet“, heißt es dort. „Dieses Stellwerk ist unbesetzt, dadurch bestand keine Menschengefährdung.“

Die Polizei prüft zudem, ob es eine Verbindung gibt zu zwei früheren Anschlägen: Unbekannte hatten im Tagebau Inden einen Strommast angesägt und eine Kabeltrasse im Tagebau Hambach in Brand gesetzt.

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