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Weltpremiere in OberhausenNeue Autobahnbrücke ist in sechs Monaten fertig

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Montagearbeiten an der Brücke der A516 über die Alsfeldstraße in Oberhausen-Sterkrade

Montagearbeiten an der Brücke der A516 über die Alsfeldstraße in Oberhausen-Sterkrade 

Kann das neue Bauverfahren auch an der maroden Eifeltor-Brücke auf der A4 angewendet werden?

Genau das erwartet die Wirtschaft im Rheinland von der Autobahn GmbH im Fall der maroden A4-Brücke am Eifeltor: einen schnellen Neubau mit möglichst geringen Verkehrseinschränkungen statt jahrelanger Flickschusterei auf dem staugeplagten und auf 7,5 Tonnen beschränkten Bauwerk, das im Sommer durch eine Schrankenanlage vor zu schweren Lkw gesichert werden soll, deren Ableiten für noch mehr Staus sorgen wird.

Auf der A516 im Bereich des Autobahnkreuzes Oberhausen, 93 Kilometer vom Kölner Eifeltor entfernt, arbeitet die Autobahn GmbH seit Montag nach eigenen Angaben an einer Weltpremiere. Dort wird eine neue 22,50 Meter lange Brücke komplett vorgefertigt und anschließend mit einem neuen technischen Verfahren von oben eingehoben, einschließlich Fahrbahn und Schutzeinrichtungen. Hydraulische Hebesysteme übernehmen die Last von den Transportfahrzeugen und setzen die Konstruktion millimetergenau auf die vorbereiteten Widerlager ab.

Brücke vorgefertigt und eingehoben

Normalerweise wird der Überbau von unten eingeschoben. Das verkürzt die Bauzeit im Vergleich zur klassischen Bauweise für beide Fahrtrichtungen von zwei Jahren auf sechs Monate. Gleichzeitig werden Einschränkungen für den Verkehr sowohl auf der Autobahn als auch unterhalb der Autobahnbrücke deutlich minimiert, heißt es.

Ein vergleichbares Projekt haben die Ingenieure an der Teutoburger Straße in unmittelbarer Nähe schon einmal durchgezogen. Die Zeitersparnis pro Brückenhälfte betrug dort immerhin sieben Monate. Damit habe man überregionale Beachtung erzielt, heißt es bei der Autobahn GmbH. Dieser Ansatz werde an der Alsfeldstraße „konsequent weiterentwickelt“. Damit verfolge man das Ziel, „Infrastrukturmaßnahmen schneller, effizienter und mit möglichst geringen Auswirkungen auf den Verkehr umzusetzen“.

Wir wollen schnell bauen - und wir können es auch
Tobias Fischer, Bereichsleiter der Autobahn GmbH in Essen

Die Euphorie ist so groß, dass man in Oberhausen bei derartigen Projekten von der „Turbobrücke 2.0“ spricht. Mit der Umsetzung dieses Projekts etablierte die Autobahn GmbH den Standort Oberhausen weiter als Zentrum für innovative Bauverfahren im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Gerade in dicht bebauten urbanen Räumen biete „die Kombination aus einem hohen Grad an Vorfertigung, moderner Hebetechnik und optimierter Bauabwicklung erhebliche Vorteile“.

Für Tobias Fischer, Bereichsleiter Bau und Erhaltung der Autobahn GmbH in der Außenstelle Essen, zeigt das Projekt Alsfeldstraße, wie moderner Brückenbau heute funktioniert: modular, innovativ und deutlich schneller. „Mit neuer Technik, drastisch verkürzten Bauzeiten und großem persönlichem Einsatz im Team heben wir die Autobahninfrastruktur in Deutschland auf ein neues Niveau. Wir wollen schnell bauen – und wir können es auch. Diese neue Generation des Brückenbaus verbessert unsere Infrastruktur grundlegend und bringt Deutschland spürbar voran.“

Die Sanierung der Brücke am Eifeltor ist derzeit noch für 2028 geplant.

Ob das neue Verfahren auch an der A4-Eifeltorbrücke in Köln angewandt werden könnte, ist nicht sicher. Bisher ist der Austausch und die Sanierung des Bauwerks für 2028 geplant, wenn die darunterliegende Bahnstrecke Köln-Bonn wegen einer Generalsanierung gesperrt wird. Dass man so lange nicht mehr warten kann, scheint bei allen Beteiligten aber Konsens zu sein.

Sechs Schritte zum schnelleren Bau von Autobahnbrücken

1. Herstellung der Unterbauten Zunächst werden die erforderlichen Widerlager und Fundamente der neuen Brücke in beschleunigter Bauweise errichtet. Optimierte Abläufe ermöglichen eine zügige Umsetzung dieser vorbereitenden Arbeiten.

2. Vorfertigung des Überbaus in Nebenlage Parallel dazu erfolgt die Herstellung des kompletten Brückenüberbaus – inklusive Fahrbahn und Schutzeinrichtungen – außerhalb des endgültigen Standorts im Bereich des Autobahnkreuzes Oberhausen (A2/A516). Diese Bauweise verbessert die Qualitätssicherung und reduziert witterungsbedingte Einflüsse auf den Bauablauf.

3. Schwerlasttransport zur Einbauposition Im Anschluss wird der rund 900 Tonnen schwere vormontierte Überbau mithilfe selbstfahrender modularer Transportfahrzeuge zur Einbaustelle bewegt. Die eingesetzte Technik ermöglicht eine präzise und sichere Positionierung.

4. Errichtung einer temporären Hilfsbrücke Innerhalb kurzer Zeit wird eine temporäre Hilfsbrücke über die Alsfeldstraße hergestellt. Sie dient als zentrale Arbeitsplattform für den anschließenden Einhub des Überbaus.

5. Einheben des Überbaus von oben (Weltpremiere) Erstmals wird der Brückenüberbau nicht wie üblich von unten eingeschoben, sondern von oben in seine endgültige Lage gebracht. Hydraulische Hebesysteme übernehmen die Last von den Transportfahrzeugen und setzen die Konstruktion millimetergenau auf die vorbereiteten Widerlager ab.

6. Abschlussarbeiten und Inbetriebnahme Nach Aktivierung der Lager kann die Brücke bereits kurze Zeit später für die abschließenden Arbeiten genutzt werden. Dies trägt maßgeblich zur weiteren Zeitersparnis im Bauablauf bei.