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AfD gegen Feiertag am 8. MaiGauland: „Es war auch ein Tag der absoluten Niederlage“

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Der sowjetische Soldat Militon Kantarija aus Georgien hisst am 2. Mai 1945 die sowjetische Flagge auf dem Berliner Reichstag. Deutschland hatte den Zweiten Weltkrieg verloren. 

Berlin – Mehr als 80.000 Menschen haben bereits eine Petition unterschrieben, die den Tag des Kriegsendes 1945 zum gesetzliche Feiertag erklären will. Am 8. Mai vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

Initiiert haben die Petition die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano und die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees Deutschland, hatte bereits im Januar einen offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben.

„Der 8. Mai muss ein Feiertag werden!“, schrieb sie. „Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschla­gung des NS-Regimes.“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt unterstützt Bejaranos Forderung: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung, der das demokratische Deutschland erst möglich machte. Der 8. Mai als Feiertag mahnt uns, die deutschen Verbrechen nicht zu relativieren – und wäre ein bleibender ‘Pflock‘ in der deutschen Erinnerungskultur“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Auch FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagt: „Der 8. Mai sollte ein Feiertag werden – am besten europaweit.“

Zustimmung kam auch von den Linken. Parteichefin Katja Kipping sagte dem RND: „Ob der Tag zum ausgelassenen Feiern, zum stillen Gedenken oder zum Besuch einer Gedenkstätte genutzt wird, hängt dann von jedes einzelnen Familiengeschichte und der jeweiligen persönlichen Verbindungen zu diesem Tag ab. Um eine Verbindung mit diesem Datum in kommenden Generationen zu erhalten, sollte der Tag der Befreiung jedoch als ein besonderer Tag im Bewusstsein verankert werden.“

AfD lehnt Bejaranos Vorschlag ab

Die AfD lehnt Bejaranos Vorschlag hingegen ab. “Man kann den 8. Mai nicht zum Glückstag für Deutschland machen“, sagt Bundestags-Fraktionschef Alexander Gauland (79). Der Tag sei zu ambivalent. „Für die KZ-Insassen ist er ein Tag der Befreiung gewesen. Aber es war auch ein Tag der absoluten Niederlage, ein Tag des Verlustes von großen Teilen Deutschlands und des Verlustes von Gestaltungsmöglichkeit.“

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Alexander Gauland (r) und Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag

Es gäbe Positives am 8. Mai, „aber die in Berlin vergewaltigten Frauen werden das ganz anders sehen als der KZ-Insasse“, sagte Gauland.

Der Potsdamer Historiker Martin Sabrow plädiert dafür, den 8. Mai als „Tag der Befreiung und der Beendigung des Zweiten Weltkriegs” zu begehen. Sabrow sagte dem RND: „Die Bundesrepublik Deutschland würde der Entwicklung ihrer Erinnerungskultur angemessen Rechnung tragen, wenn sie den 8. Mai unter dieser Bezeichnung zum gesetzlichen Feiertag erheben und damit zum Ausdruck bringen würde, dass der 8. Mai 1945 ein die Zeiten überdauernder Tag der befreienden Niederlage und des rettenden Zusammenbruchs war.“

Der 8. Mai ist dieses Jahr einmalig und nur im Land Berlin ein gesetzlicher Feiertag. (RND)