Abo

Corona-KriseFamilienunternehmer schauen mit Sorge ins Jahr 2021

2 min

Familiengeführte Unternehmen in Deutschland blicken mit Sorge in das Jahr 2021. Nur 46 Prozent gehen von einer positiven Entwicklung des operativen Geschäfts im kommenden Jahr aus. Das ergab eine Umfrage unter mehr als 1000 Mitgliedern der beiden Verbände „Die Familienunternehmer“ und „Die jungen Unternehmer“, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt.

Laut der Umfrage wollen 53 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer trotz der schlechteren Aussichten die Zahl der Arbeitsplätze konstant halten. 26 Prozent der Betriebe wollen 2021 mehr Arbeitsplätze schaffen, nur 16 Prozent planen eine Reduzierung der Belegschaften.

Sorge vor Steuerpolitik

Sorge bereitet den Unternehmenslenkern vor allem die Steuer- und Abgabenpolitik in der Nach-Corona-Zeit. 71 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Steuererhöhungen fürchten. Im vergangenen Jahr hatte die Zahl nur bei 60 Prozent. Auf Platz zwei folgt die Angst vor einem Anstieg der Sozialabgaben (66 Prozent).

Reinhold von Eben-Worlee, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“ warnte die Politik davor, die Wirtschaft stärker zu belasten. „Deutschland gehört nach wie vor zu den Ländern mit den höchsten Steuern und Sozialabgaben. Nun hat Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz mit seiner Forderung nach einer Wiedereinführung der Vermögensteuer den Kreativwettbewerb um die Frage eröffnet, wie unter dem Deckmantel der Corona-Krise die Betriebe und ihre Beschäftigten noch stärker besteuert werden können. Eine Erhöhung der Einkommensteuer oder der Sozialabgabenquote reihen sich ein in diesen Reigen“, sagte er dem RND. „Noch stärker als Krisenängste führen Steuererhöhungsankündigungen zu einer Investitionszurückhaltung, wodurch die deutsche Wirtschaft weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren wird. Damit gefährdet der Finanzminister dann auch Arbeitsplätze“, warnte von Eben-Worlee.

Sarna Röser, Bundesvorsitzende des Verbands „Die jungen Unternehmer“ sagte: „Nur mit Wirtschaftswachstum werden kommende Generationen die Chance haben, die Corona-Kosten zu schultern. Doch steigende Steuern führen zu sinkenden Investitionen und ohne Investitionen wächst die Wirtschaft nicht.“ Sie fügte hinzu: „Haushalte sanieren über Steuererhöhungen hat noch nie funktioniert. Viel wichtiger wäre es, eine Wirtschaftspolitik zu betreiben, die jetzt auf den Neuanfang, den Restart setzt. Denn Rettungspolitik ist noch lange keine Wirtschaftspolitik.“