Seelische Gesundheit im JobWas Arbeitgeber und Arbeitnehmende tun können

Seelische Gesundheit am Arbeitsplatz: nicht alle Menschen gehen im Job offen mit ihrer psychischen Erkrankung um
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- Viele Unternehmen gehen mit dem Thema psychische Erkrankungen nicht besonders offen um.
- Für Betroffene verstärkt das die Belastung.
- Dabei gibt es einige Maßnahmen, die die Situation verbessern – für alle.
Der Kollege hat dunkle Augenringe. „Nein, nein, alles gut. Ich habe nur schlecht geschlafen“, sagt er auf die Nachfrage, ob alles okay ist. Was bei der Arbeit niemand wissen soll: Der eigentliche Grund für die Augenringe sind Depressionen und Schlafstörungen. Doch der Mann hat Angst, dass es für seine Karriere hinderlich sein könnte, wenn er mit der Erkrankung offen umgeht. Also erzählt er lieber nur die halbe Wahrheit.
Solche oder so ähnliche Szenen spielen sich wohl vielerorts in deutschen Büros, Lehrerzimmern oder Supermärkten ab. Denn nicht alle Menschen gehen im Job offen mit ihrer psychischen Erkrankung um. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Betroffenen hat sich schon einmal eine Ausrede ausgedacht, um nicht über die eigene psychische Krankheit sprechen zu müssen. Und: Zwei von fünf (39 Prozent) Menschen verschweigen sie am Arbeitsplatz. So lauten Ergebnisse einer Umfrage des Karrierenetzwerks Linkedin. 43 Prozent der Betroffenen fürchten, es könne ihnen schaden, im Job offen über ihre psychische Krankheit zu reden.
Was ist der World Mental Health Day?
Das Bewusstsein für psychische Gesundheit will der World Mental Health Day schärfen. Er findet jedes Jahr weltweit am 10. Oktober statt. In Deutschland nutzt das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit den Tag als Auftakt, um bis zum 20. Oktober zahlreiche Aktionen zum Thema „Reden hebt die Stimmung – seelisch gesund in unserer Gesellschaft“ durchzuführen. Thematisiert werden soziale Beziehungen und der gesellschaftliche Zusammenhalt.
Dabei wäre genau dieser offene Umgang wichtig, um gesund zu bleiben oder zu werden. „Unser Arbeitsplatz spielt eine große Rolle für unsere psychische Gesundheit. Fühle ich mich dort nicht ernst genommen oder nicht unterstützt, kann das meine Belastungen sogar noch verstärken. Deshalb sind Arbeitgeber gefragt, ein positives, offenes Umfeld zu schaffen“, sagt Psychologin Nora Blum, die beim Erstellen des Fragebogens der Linkedin-Umfrage mitgearbeitet hat.
Diese Maßnahmen können helfen
Welche Maßnahmen helfen, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erst gar nicht krank werden, dazu hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Liste veröffentlicht. Folgende Punkte zählen dazu:
- Handlungs- und Entscheidungsspielräume einräumen
- Arbeitspensum angemessen und realistisch gestalten
- ein wertschätzendes Miteinander – sowohl unter den Kolleginnen und Kollegen als auch mit den Führungskräften
- Konflikte ansprechen und lösen
- angemessene Arbeitszeiten, die eine gute Work-Life-Balance ermöglichen
- Arbeitsplatzsicherheit bieten – soweit dies möglich ist
- Weiterbildungen ermöglichen
Genauso wie Psychologin Blum plädiert das BMG für einen offenen Umgang mit psychischen Krisen und Erkrankungen. Die Behörde räumt aber auch ein: In vielen Unternehmen zählen Erkrankungen der Psyche noch immer zu den Tabuthemen.
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Und das, obwohl sie sehr weit verbreitet sind. Mehr als ein Viertel (27,8 Prozent) der Erwachsenen in Deutschland ist jedes Jahr betroffen. Das geht aus Daten der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hervor. Am häufigsten kommen Angststörungen, Depressionen und missbräuchlicher Alkohol- sowie Medikamentenkonsum vor.
Mehr Bewusstsein für Mental Health am Arbeitsplatz
Die größte Handhabe, für ein angenehmes Arbeitsklima zu sorgen, haben natürlich die Arbeitgeber. Doch auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können etwas für die mentale Gesundheit des Kollegiums tun – indem sie aufeinander achten. Wie das in der Praxis funktioniert, dazu hat Psychologin Blum ein paar Tipps:
- Sich über psychische Erkrankungen informieren:
- Darauf achten, wie es dem Kollegium geht:
- Auf externe Hilfe setzen:


