Neuer FC-Trainer will seine Spieler dort aufstellen, „wo sie sich am wohlsten fühlen“ – Schmied noch keine Option
„Er ist ein Unterschiedsspieler“Wagner setzt auf Said El Mala

Der Unterschiedsspieler: René Wagner will im Saisonfinale voll auf FC-Topscorer Said El Mala setzen.
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Die Verletzungssorgen der vergangenen Monate sind weitgehend verflogen, vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt wird FC-Trainer René Wagner eine weitaus größere Spielerauswahl haben als sein Vorgänger. Verletzt fehlen wird neben den Dauerpatienten Timo Hübers und Luca Kilian nur noch Joel Schmied. Der Verteidiger trainierte zuletzt schon wieder teilweise mit der Gruppe, ist aber noch keine Option für den Kader. Das bringt Wagner in die Situation, schwierige Gespräche führen zu müssen. Manche hat er bereits hinter sich gebracht. Er will dafür sorgen, „dass am Samstag die Enttäuschung nicht so groß ist und wir uns anschließend zwei Tage nicht sehen.“
Ich bin der Meinung, dass die Spieler im Idealfall da spielen sollten, wo sie sich am wohlsten fühlen
Lukas Kwasniok stand in dem Ruf, seine Startelf zu oft zu verändern und Profis von einer Position auf die nächste zu schieben. Zwar stand er dabei auch unter dem Zwang der ständigen Verletzungen – doch manche Rochade hätte er sich besser gespart. Wagner will versuchen, die Dinge einfacher zu halten: „Ich bin der Meinung, dass die Spieler im Idealfall da spielen sollten, wo sie sich am wohlsten fühlen. Es gibt Spieler, die fühlen sich auf zwei, drei Positionen wohl. Und es gibt Spieler, die fühlen sich vielleicht nur auf einer Position wohl“, sagt er: „Unsere Aufgabe ist es, so sinnhaft wie möglich aufzustellen.“
Wer nun erwartet, Wagner werde für den Rest der Saison dieselben Spieler in immer gleicher Formation auflaufen lassen, liegt jedoch falsch. „Der Fußball ist nicht mehr so einfach, dass man sagen kann: Viererkette, Fünferkette, wir können immer mit dem gleichen Personal spielen. Ich glaube, das Spiel ist zu flexibel geworden. Und wir haben auch Spieler, die das leisten können – die in verschiedenen Positionen spielen können“, erklärt er. Dennoch will er für seine Profis berechenbar sein. „Wir versuchen, der Mannschaft Sicherheit zu geben. Ich kann jetzt keinem versprechen, dass er jedes Spiel machen wird, wenn er nach dem zweiten Spiel keine Leistung mehr bringt. Es gilt das Leistungsprinzip – dann müssen die Jungs am Wochenende auf dem Platz stehen, die das unter der Woche im Training bewiesen haben.“
Lukas Kwasniok teilte seine Spieler auf in solche, die die „Drecksarbeit“ verrichten – und solche, die möglicherweise erst in der Schlussphase ins Spiel kommen, um die Entscheidung herbeizuführen. Said El Mala etwa kam in dieser Saison nur selten auf 90 Minuten – entweder kam er spät oder ging früh. Die Frage, ob der 19-Jährige ein Einwechsel-, Auswechsel- oder Durchspiel-Spieler sei, beantwortete Wagner präzise: „Er ist ein Unterschiedsspieler. Das kann er von der Bank tun, das kann er vom Start weg tun. Aber ich glaube, dass wir uns keinen Gefallen tun, ihn aktuell nicht in der Startelf zu haben.“ (red)
Eintracht Frankfurt: Zetterer - Amenda, Koch, Theate - Doan, Larsson, Brown -Götze, Uzun - Kalimuendo, Burkardt; 1. FC Köln: Schwäbe - Sebulonsen, van den Berg, Simpson-Pusey, Lund - Krauß, Johannesson - Thielmann, Kaminski, S. El Mala - Ache; Schiedsrichter: Exner (Münster).

