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„Gute Atmosphäre, extrem fokussiert“Kessler setzt auf Aufbruchstimmung unter FC-Trainer Wagner

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Testspiel, SV Bergisch Gladbach vs. 1. FC Köln,  von links: Thomas Kessler, Rene Wagner (1. FC Köln), 12.07.2025, Bild: Herbert Bucco

Kölns Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (l.), der neue FC-Cheftrainer René Wagner

Der FC-Sportchef sagt, was nach dem Trainerwechsel anders werden soll. Bundesligist will mit weiterem Talent den Vertrag verlängern.

Zehn Tage nach dem Trainerwechsel beim 1. FC Köln zieht Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler eine erste positive Zwischenbilanz. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Cheftrainer René Wagner, seinem Staff und der Mannschaft habe schnell funktioniert. „Ich nehme René und seinen Staff in der neuen Konstellation im Trainerteam sehr positiv wahr. Es hat schnell funktioniert, dass eng zusammengearbeitet wird – und das ist nicht selbstverständlich nach einer so kurzen Zeit“, sagt Kessler gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Länderspielpause habe der FC bewusst genutzt. „Ich erlebe die Mannschaft neben dem Platz in einer guten Atmosphäre und auf dem Platz extrem fokussiert. Das sind Dinge, die uns in den nächsten Wochen und bei den kommenden Aufgaben auf jeden Fall helfen werden“, sagte der Geschäftsführer des Tabellen-15., der um den Bundesliga-Klassenerhalt kämpft.

Inhaltlich hat der bisherige Assistent Wagner, der nach der Demission von Lukas Kwasniok das Amt übernahm, nach Kesslers Angaben bereits erste Akzente gesetzt. „Natürlich ist die Ansprache eine andere. Das liegt in der Natur der Sache. Wenn ein anderer Mensch zur Mannschaft spricht, dann ist allein die Stimmlage eine andere. Dazu haben wir nach unserer Analyse der letzten Wochen verschiedene Dinge ausgemacht, die wir jetzt in Nuancen anpassen“, so Kessler. Vor allem das Verhalten in den entscheidenden Zonen des Spielfeldes habe Wagner in den Fokus genommen. „Es gibt Gründe, warum wir die letzten Spiele nicht gewonnen haben. Deshalb lag der Fokus von René vor allem auf dem Verhalten im letzten und vordersten Drittel.“ Man habe sich dafür bewusst zurückgezogen: „In diesen Einheiten konnten wir uns ganz in Ruhe mit dieser Thematik beschäftigen.“

Auch der Matchplan für das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt am Sonntag (17.30 Uhr) nimmt laut Kessler bereits konkrete Formen an. Wagner habe „sehr detailliert“ daran gearbeitet, wie das Spiel angegangen werden soll. Sobald alle Nationalspieler zurückgekehrt seien, gehe es darum, das Erarbeitete zu verfeinern, „um am Sonntag mit einem guten Matchplan in Frankfurt aufzulaufen.“

Personell kann der FC wieder deutlich breiter planen, so sind in dieser Woche nach Verletzungspausen Joel Schmied, Alessio Castro-Montes und Tom Krauß wieder ins Training eingestiegen. „Wir waren in den letzten Wochen arg gebeutelt von Verletzungen“, räumte Kessler ein. Mit Ausnahme der beiden Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian stehen nun wieder alle Spieler zur Verfügung. „Das ist sehr schön, erhöht den Konkurrenzkampf und am Ende auch die Qualität in der Mannschaft.“

Ich erwarte von der Mannschaft, dass wir alles in die Waagschale werfen
Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler

An das Team richtet Kessler klare Erwartungen – ohne jedoch den Druck zu erhöhen. „Ich erwarte von der Mannschaft, dass wir alles in die Waagschale werfen. Das ist keine neue Erwartungshaltung, die war vorher auch schon da.“ Entscheidend sei nun, die richtigen Schlüsse zu ziehen: „Ich kann mir gut vorstellen, dass das einer der Schlüssel dafür sein kann, warum wir uns am Ende belohnen werden – und das in den letzten Wochen nicht unbedingt geschafft haben.“

Auf seine persönliche Verbindung zu Frankfurt angesprochen – der frühere Torhüter stand als Leihspieler in der Saison 2011/12 selbst bei Eintracht unter Vertrag –, reagierte der 40-Jährige mit einem Schmunzeln, die Zeit sei eben schon lange her. Den Gegner schätzt Kessler als stark, aber nicht unschlagbar ein: „Ich kenne den Verein natürlich. In den letzten Jahren hat Eintracht einen fantastischen Job gemacht, sich super entwickelt und eine tolle Mannschaft aufgebaut. Damit ist die Erwartungshaltung enorm gestiegen, das bekommen sie in diesem Jahr zu spüren. Auch sie mussten schon den Trainer wechseln. Auf der anderen Seite hat die Eintracht zuletzt abgeliefert und zu Hause dreimal zu Null gewonnen. Ohne Frage ist das eine extrem schwere Aufgabe. Aber in der Bundesliga ist keine Aufgabe einfach. Und deswegen erhoffe ich mir, dass wir mit einem guten Plan ein sehr schwieriger Gegner für Eintracht Frankfurt werden.“

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