FC-Linksverteidiger verspürt viel mehr Vorfreude auf das so wichtige Duell mit Gladbach als Angst. Köln bangt um El Mala und Kaminski.
Kölns Hinspiel-PechvogelLund schiebt den Derby-Druck zur Seite

Zwei, die sich verstehen: Kristoffer Lund (r.) mit FC-Teamkollege Ragnar Ache
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Nach dem Training bei prallem Sonnenschein absolvierte Kristoffer Lund am Mittwoch am Geißbockheim noch eine kleine Extraschicht mit Ragnar Ache. „Es geht nicht darum, mehr zu tun als die anderen Jungs, aber es ist mir wichtig, dass ich persönlich das Gefühl habe, alles getan zu haben, um mich auf das Spiel vorzubereiten“, sagt der Linksverteidiger des 1. FC Köln.
Das nächste Spiel – es ist ein großes, ein ungemein wichtiges: purer Abstiegskampf im Derby gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr) in Müngersdorf.
„Ich glaube, das wird ein tolles Spiel. Daran habe ich überhaupt keine Zweifel“, sagt der Außenverteidiger. Gerade die besondere Brisanz reizt ihn: „Ich weiß, dass viel auf dem Spiel steht. Das sind die Spiele, die am meisten Spaß machen“, sagt der gebürtige Däne mit US-Pass, der bis zum Saisonende vom FC Palermo ausgeliehen ist und sich zum Stammspieler entwickelt hat. In 25 Bundesligapartien kam Lund bislang zum Einsatz, 19-mal stand er in der Startelf – zuletzt achtmal in Serie.
Lund war tragische Figur
Dabei hat Lund mit dem Gegner noch eine Rechnung offen. Bei der 1:3-Niederlage im Hinspiel im Borussia-Park war er mit zwei verschuldeten Elfmetern zur tragischen Figur geworden. Doch der 23-Jährige hat die Partie nach eigenen Angaben schnell abgehakt. „Ich war schon am nächsten Tag wieder voll auf das nächste Spiel konzentriert. So etwas kommt eben vor, ich bin Profi“, sagt er.
Es ist ein sehr wichtiges Spiel, das wir gewinnen müssen.
Die Bedeutung des anstehenden Duells ist ihm dennoch bewusst. „Das ist keineswegs ein gewöhnliches Derby“, betont Lund. „Nicht nur für die Spieler, auch für die Vereine und die Fans steht alles auf dem Spiel.“ Entsprechend klar formuliert er das Ziel: „Es ist ein sehr wichtiges Spiel, das wir gewinnen müssen.“
Den Gegner schätzt Lund als „starke Mannschaft mit großer Qualität“ ein, will den Fokus jedoch auf die eigenen Stärken legen. „Wir gehen nicht ohne Respekt in das Spiel, aber wir kennen auch unsere eigene Qualität“, sagt er.
Unabhängig davon, ob Köln mit Vierer- oder Fünferkette agiert, sieht sich der Defensivspieler gut vorbereitet. Die taktische Ausrichtung sei vor allem eine Frage des jeweiligen Matchplans. „Wir haben sowohl mit der Viererkette als auch mit der Fünferkette schon sehr solide Spiele gemacht.“
Bangen um erkrankten El Mala und angeschlagenen Kaminski
In der Mannschaft ist die Stimmung derweil klar auf das Derby ausgerichtet. „Seit Beginn der Woche herrscht ein sehr positives Gefühl“, berichtet Lund. Die Vorfreude überwiege – und könnte am Samstag zum entscheidenden Faktor werden.
Auch für Lund persönlich wäre eine vielversprechende Saison-Endphase enorm wichtig. Denn der siebenfache Nationalspieler der USA, der für die kommenden Länderspiele allerdings nicht nominiert wurde, hat noch Hoffnung auf eine Teilnahme am großen Turnier im Gastgeberland: „Natürlich ist es ein großer Traum, zur WM zu fahren. Aber manche Dinge kann man nicht kontrollieren. Ich kümmere mich um die Dinge, auf die ich Einfluss habe – und das ist, mich so gut wie möglich auf Gladbach vorzubereiten.“
Bei seiner Mannschaft gibt es indes ausgerechnet vor dem Derby personelle Sorgen um die torgefährlichsten Offensivspieler. Angreifer Said El Mala fehlte am Mittwoch krankheitsbedingt im Training. Ein Ausfall des 19-Jährigen, der in der Gladbacher Jugend einst ausgemustert worden war, würde die Kölner besonders hart treffen: Mit neun Toren ist El Mala der erfolgreichste Torschütze des Tabellen-14. Auch Führungsspieler Jakub Kaminski und Routinier Florian Kainz konnten wegen kleinerer Blessuren nur individuell trainieren.

