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Kölns JungstarBitterer Tag für El Mala und ein Treffen am Geißbockheim

4 min
COLOGNE, GERMANY - 25 APRIL, 2026: Said El Mala - The football match of Bundesliga 1.FC Koeln vs Bayer 04 Leverkusen at Rhein Energie Stadion. PUBLICATIONxNOTxINxRUS Copyright: xVITALIIxKLIUIEVx

FC-Stürmer Said El Mala hadert nach einer vergebenen Top-Chance.

Said El Mala ist beim 1:2 des 1. FC Köln gegen Bayer 04 Leverkusen die tragische Figur. Zuvor kam es zu einem Treffen zwischen Familie und Verein.

Am Sonntag meldete sich Said El Mala via Instagram zu Wort – nach einem Spiel, das der 19-Jährige so schnell nicht vergessen wird. „Manchmal gibt es einfach Spiele, in denen der Ball nicht ins Tor gehen will – auch das gehört zum Sport dazu. Wir geben weiterhin alles, um diesen Verein in der Liga zu halten. Danke für euren unglaublichen Support!“ Sein Bruder Malek kommentierte: „Kopf hoch, kleiner Bruder, weiter gehts.“

Das Derby gegen Bayer 04 Leverkusen, das der 1. FC Köln am Samstag mit 1:2 verlor, lässt sich kaum besser beschreiben als anhand von Said El Mala. Der 19-Jährige verkörperte an diesem Nachmittag das Wechselbad der Kölner Gefühle: Dominanz, Leidenschaft, Pech – und am Ende bittere Leere. Dabei hatte er gegen die Werkself alles gegeben. Zehn Torschüsse – das schaffen nicht viele. El Mala schaffte das. Was er nicht schaffte: zu treffen. Den traurigen Höhepunkt lieferte er in der 36. Minute, als er Keeper Janis Blaswich mit einem feinen Zug ausspielte, den Ball am leeren Tor vorbeilegte und nur den Pfosten traf – aus spitzem Winkel zwar, aber trotzdem: Diese Chance muss der Stürmer verwandeln. Es war der Moment, der das Spiel hätte entscheiden können. Und der Moment, der El Mala an diesem Tag zur tragischen Figur machte.

Trainer René Wagner fand nach dem Abpfiff – es war seine erste Niederlage im vierten Spiel als Cheftrainer – aufbauende Worte: „Mit Said braucht heute keiner sprechen, er weiß das selber. Am Ende macht der Junge das ja nicht mit Absicht.“ Und weiter: „Um überhaupt in diese Situationen zu kommen, muss man viel investieren. Das hat er getan. Das war nicht die einzige Chance, die Said hatte, und daran muss er weiter arbeiten. Das tut er jeden Tag im Training. Heute ging der Ball nicht rein – das ist für alle im Stadion ärgerlich, für uns genauso wie für ihn. Er wird morgen aufwachen und sich immer noch ein bisschen ärgern, aber irgendwann muss er das abhaken. Es wird noch viele Situationen geben, wo er den Ball reinknallt.“ Immerhin verließ El Mala den Platz nicht ohne Ertrag: Vor Luca Waldschmidts Anschlusstreffer zum 1:2 blieb er zunächst in der Leverkusener Defensive hängen, beförderte den Ball aber – ob gewollt oder nicht – weiter zum Kölner Joker. Scorerpunkt Nummer 16 in dieser Saison.

Auch Waldschmidt war es ein Bedürfnis, El Malas Gesamtleistung in den Vordergrund zu stellen: „Er hat ein gutes Spiel gemacht, hat sich aufgeopfert, hatte Chancen, hat Gas gegeben, hat geackert. Das ist die Basis. Dass man mal gegen den Pfosten schießt, das passiert eben. Aber das andere sollte mehr Beachtung finden – denn das ist entscheidend.“

Treffen am Geißbockheim zur Zukunft von Said El Mala

Beachtung findet El Mala längst – nicht nur in Köln. Der 19-Jährige steht noch bis 2030 am Geißbockheim unter Vertrag, ohne Ausstiegsklausel. Doch wie mehrfach berichtet, haben seine Leistungen Begehrlichkeiten anderer Klubs geweckt. Sollte der FC ihn verkaufen, peilt er eine Ablösesumme von rund 50 Millionen Euro an – das entspräche einem klaren Vereinsrekord. Dass El Mala den FC vor Vertragsende verlassen wird, gilt als ausgemacht. Offen ist nur das Timing: Ein Wechsel im kommenden Sommer ist ebenso denkbar wie ein Transfer im Jahr 2027. Nach Informationen dieser Zeitung gab es Ende vergangener Woche ein längeres Gespräch am Geißbockheim – zwischen der Vereinsführung und dem Spieler samt seiner Familie.

Zurück zum Derby. Trotz der Niederlage bleibt die Ausgangslage für den FC ordentlich. Drei Spieltage vor Saisonende steht er mit 31 Punkten auf Platz 13 – fünf Punkte vor dem Relegationsplatz und sechs vor dem ersten Abstiegsrang. Nun warten noch Tabellennachbar Union Berlin, Schlusslicht Heidenheim und Meister Bayern. Wagner gab die Richtung vor: „Wir müssen viel Mut mitnehmen. Gegen Leverkusen so zu spielen, ist nicht einfach. Ich bin unfassbar stolz, aber natürlich auch enttäuscht, dass wir uns nicht belohnt haben.“ Etwas Trost spendeten die Ergebnisse der Konkurrenz. „Das lässt die Niederlage vielleicht ein bisschen besser verdauen. Am Ende ist der Abstand nicht größer geworden. Die Spiele sind weniger geworden, das ist logisch eine bessere Situation für uns“, sagte Wagner.