Die Beförderung von René Wagner zum neuen Cheftrainer des 1. FC Köln rief im Umfeld viel Kritik hervor. Vizepräsident Ulf Sobek erklärt die Entscheidung und kündigt einen erneuten Umbruch an.
Neuer FC-CheftrainerSobek stärkt Wagner den Rücken

FC-Vizepräsident Ulf Sobek (M.) ist vom neuen Cheftrainer René Wagner (l.) überzeugt.
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Ulf Sobek blickt zufrieden auf seine erste Saison als Vizepräsident des 1. FC Köln. „Das Minimalziel wurde erreicht. Wir haben die Klasse gehalten“, fasste er in einer Medienrunde zusammen.
Der 14. Tabellenplatz spiegele die Leistungen des Aufsteigers über die Spielzeit betrachtet „angemessen“ wider. Allerdings bedurfte es eines Trainerwechsels, um die Ziele nicht zu gefährden. Mit Lukas Kwasniok, der nach dem 27. Spieltag gehen musste, sei eine weitere Zusammenarbeit „guten Gewissens nicht mehr verantwortbar“ gewesen.
Ulf Sobek lobt René Wagner
Der vorherige Co-Trainer René Wagner schleppte die Mannschaft mit ähnlich magerer Punkteausbeute ins Ziel. „Das Ergebnis stand über allem“, resümierte Sobek, der die Arbeit Wagners differenziert betrachtet: „Von außen wurde nur das Produkt auf dem Platz gesehen, aber nicht der Weg dorthin, was investiert und wie gearbeitet wurde.“ Wagner habe die Verantwortlichen mit seiner „klaren, analytischen Art“ überzeugt. „Er hat das Vertrauen voll zurückgezahlt.“
Inzwischen ist der 37-Jährige von der Interims- zur Dauerlösung aufgestiegen. Die dafür erforderliche Zustimmung des Gemeinsamen Ausschusses bezeichnet Sobek als „einheitliche Rückmeldung“. Wagner sei von Sportchef Thomas Kessler „nicht durchgedrückt“ worden.
„Das gesamte Gremium steht voll hinter ihm.“ Vorausgegangen sei eine „sehr gute und sehr überzeugende Präsentation“ Wagners. „Das hat uns sehr schnell zu der Überzeugung kommen lassen, dass er für unsere Situation der richtige Trainer ist.“ Über Alternativen sei „selbstverständlich“ diskutiert worden. Doch am Ende überwog der Wunsch, einen Trainer aus den eigenen Reihen zu entwickeln.
Wir wünschen uns, dass wir die Leute von René überzeugen können und dass wir mit mehr Euphorie in die Saison starten.
Im Umfeld genießt Wagner wenig Rückhalt, das ist den Entscheidungsträgern am Geißbockheim bewusst. „Natürlich haben wir die Stimmung wahrgenommen“, erklärte Sobek. Entscheidend sei aber die „inhaltliche Überzeugung“ der Verantwortlichen aus der täglichen Zusammenarbeit mit Wagner. „Wir wünschen uns, dass wir die Leute von René überzeugen können und dass wir mit mehr Euphorie in die Saison starten“, sagte Sobek.
Der Vizepräsident ist überzeugt, dass das gelingen kann: „Lasst uns die ersten Spiele gut spielen und gewinnen. Dann, glaube ich, wird René die Leute sehr schnell auf seine Seite ziehen können.“ Sobek sieht den FC dabei in der Bringschuld: „Natürlich müssen wir den Leuten in unserem Stadion besseren Fußball bieten, so selbstkritisch müssen wir sein.“
Der 54-Jährige kündigte einen erneuten personellen Umbruch an. Den vor einem Jahr habe Sportchef Kessler gut umgesetzt. „Es waren sehr gute Entscheidungen dabei, daher bin ich sehr zufrieden.“ Sobek, im Vorstand für den Bereich Sport zuständig, schätzt die Zusammenarbeit mit Kessler; ein Kompetenzgerangel sieht er nicht: „Es war mein Wunsch, auf Augenhöhe als Partner fungieren zu können. Meine Erwartungen sind übertroffen worden. Die Zusammenarbeit ist überragend. Es passt kaum ein Blatt dazwischen.“