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Teuerster FC-ZugangDarum spielt Rav van den Berg derzeit keine Rolle

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Rav van den Berg mit düsterer Miene.

Nur noch Ersatz: Rav van den Berg

Rav van den Berg galt im Sommer als Königstransfer in der Defensive des 1. FC Köln. Doch bislang konnte er die Erwartungen nicht erfüllen. Die Zukunft des Niederländers erscheint unklar.

Die Überraschung war groß, als Jahmai Simpson-Pusey am Sonntag im Kader des 1. FC Köln fehlte. Die Leihgabe von Manchester City – im Abwehrzentrum des Aufsteigers eigentlich gesetzt – war wegen Unpünktlichkeit beim morgendlichen Anschwitzen aus dem Aufgebot für das letzte Saison-Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim gestrichen worden. Die erhoffte Signalwirkung blieb aus: Bei der 1:3-Pleite gegen das bisherige Schlusslicht ließ die Mannschaft von Interimstrainer René Wagner die nötige Einstellung vermissen und verärgerte ihre Fans.

Die Suspendierung Simpson-Puseys blieb nicht die einzige personelle Überraschung. Denn als Ersatz rückte nicht etwa Rav van den Berg, Kölns teuerster Sommer-Zugang, in die Startelf nach, sondern Joel Schmied, der verletzungsbedingt seit Ende Februar kein Spiel mehr von Beginn an bestritten hatte. Wie am Dienstag aus dem Geißbockheim zu hören war, hatte die Entscheidung ausschließlich sportliche Gründe. Der Klub dementierte Spekulationen, wonach van den Berg aus Vertragsgründen derzeit nicht eingesetzt werde. Zuletzt wurde berichtet, dass sich die Ablöse für den niederländischen U-21-Nationalspieler bei Erreichen einer bestimmten Anzahl an Spielen weiter erhöhen würde.

1. FC Köln: Mehrere Fragezeichen in der Innenverteidigung

Van den Berg war im Sommer für die stattliche Summe von acht Millionen Euro vom englischen Zweitligisten FC Middlesbrough nach Köln gewechselt. Der 21-Jährige galt als Königstransfer in der Defensive. In seiner ersten Bundesliga-Saison überhaupt konnte er die Erwartungen allerdings nicht erfüllen. Einen Spieltag vor Saisonende kommt van den Berg auf gerade mal 14 Einsätze. Nach seinem fehlerhaften Auftritt am 28. Spieltag in Frankfurt (2:2) fand er keine Berücksichtigung mehr. Offenbar wusste van den Berg zuletzt auch im Training nicht zu gefallen.

Die Saison hatte für den jungen Niederländer von Beginn an unter keinem allzu guten Stern gestanden. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen Köln und Middlesbrough stieß van den Berg erst kurz vor Saisonbeginn zu seiner neuen Mannschaft. Der Abwehrmann hatte sich noch nicht richtig eingelebt, da verletzte er sich am dritten Spieltag schwer an der Schulter. Als van den Berg wiederhergestellt war, handelte er sich zum Gang in die Winterpause eine Rote Karte ein.

Während hinter van den Bergs Zukunft trotz eines Fünfjahresvertrags ein Fragezeichen zu stehen scheint, beschäftigen sich die Kölner laut Sky mit Abubacarr Sedi Kinteh (19) vom norwegischen Erstligisten Tromsø. Der Linksfuß debütierte im Oktober für Gambias Nationalmannschaft und könnte beim FC auf Routinier Dominique Heintz folgen, der keinen neuen Vertrag erhält. Noch nicht final geklärt ist, ob der FC die Optionen bei Simpson-Pusey und Cenk Özkacar ziehen wird. Bei den derzeit verliehenen Innenverteidigern Julian Pauli und Elias Bakatukanda ist ebenfalls noch keine Entscheidung gefallen.