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Transfer-OffensiveDer 1. FC Köln wird deutlich internationaler

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SEATTLE, WA - JUNE 19: Midfielder Paul Okon-Engstler 24 of Australia kicks the ball away from forward Folarin Balogun 20 of the United States during the FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2026 Group D match between the USA and Australia on June 19, 2026 at Seattle Stadium in Seattle, Washington. Photo by Henry Rodenburg/Icon Sportswire SOCCER: JUN 19 FIFA World Cup 26 Group D - USA vs Australia EDITORIAL USE ONLY Icon260619082

Paul Okon-Engstler (r.) während des WM-Gruppenspiel der Australier gegen die USA im Duell mit Folarin Balogun

Der 1. FC Köln will gleich drei WM-Teilnehmer in den kommenden Tagen verpflichten. Aber auch eine Skhiri-Rückkehr erscheint wieder möglich.

Nach einigen Wochen des vermeintlichen Stillstands und nur wenigen Spekulationen um Neuzugänge bricht der 1. FC Köln plötzlich zur Transferoffensive auf. Gleich drei Spieler, die an der Fußball-Weltmeisterschaft teilgenommen haben, mittlerweile mit ihren Mannschaften aber allesamt ausgeschieden sind, sollen in den kommenden Tagen verpflichtet werden: der ghanaische Linksverteidiger Gideon Mensah (27), der australische Mittelfeldspieler Paul Okon-Engstler (21) und vor allem der mexikanische Mittelfeld-Chef Edson Álvarez (28). Die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler und Kaderplaner Tim Steidten setzen damit ein klares Zeichen: Der FC will sich verstärken und den Anschluss an die Spitze der Bundesliga schaffen. Gleichzeitig wird der Kader des Klubs deutlich internationaler — ein bewusster Kurswechsel in der Transferpolitik.

Der Bedarf beim FC ist allerdings auch groß. Zehn Spieler haben die Kölner bereits verlassen. Zuletzt war es Rasmus Carstensen, der zum dänischen Club Aarhus GF zurückkehrte, nachdem er bereits zuvor an die Dänen ausgeliehen war. Ein deutlich schmerzlicherer Abgang war Jakub Kaminski, der für rund 17 Millionen Euro zu Benfica Lissabon wechselte — aber für den FC ein gutes Geschäft darstellte. Zuvor hatte der FC die mit dem VfL Wolfsburg vereinbarte Kaufoption in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro gezogen und den Offensivspieler nach nur einer, allerdings starken Saison weiter mit einem großen Plus nach Portugal verkauft. Diese Einnahmen fließen jetzt teilweise in neue Spieler zurück.

1. FC Köln: Kaderumbau geht voran

Tatsächlich hat der FC in diesem Sommer bereits rund 19 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Nicht nur bei Kaminski, sondern auch bei Verteidiger Jahmai Simpson-Pusey wurde eine Kaufoption in Höhe von sechs Millionen Euro gezogen, so dass er nach der Leihe fest von Manchester City zum FC wechselte. Tom Krauß, zuvor ebenfalls Leihspieler, kostete 3,5 Millionen Euro, die an den FSV Mainz 05 überwiesen wurden. Zudem wurde Innenverteidiger Luka Lochoshvili für rund vier Millionen Euro vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg verpflichtet. Der 28-jährige Georgier gilt als erfahrener Defensivspieler mit Härte, Mentalität und Führungskompetenz. Kessler hatte mehrfach betont, ein anderes Anspruchsdenken in den Kader bringen zu wollen.

KANSAS CITY, MISSOURI - JULY 03: Gideon Mensah #14 of Ghana runs with the ball during the FIFA World Cup 2026 Round Of 32 match between Group K Winner and Group D/E/I/J/L Third Place at Kansas City Stadium on July 03, 2026 in Kansas City, Missouri.   David Ramos/Getty Images/AFP (Photo by David Ramos / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Gideon Mensah im WM-Einsatz für Ghana im Sechzehntelfinale gegen Kolumbien (0:1)

Den Anfang der neuen Welle macht nun der ghanaische Linksverteidiger Gideon Mensah. Der 27-Jährige wird am Freitag seinen Medizincheck beim FC absolvieren — danach dürfte die Verpflichtung perfekt sein. Mensah kommt ablösefrei von Auxerre in Frankreich nach Köln, sein Vertrag bei den Franzosen war ausgelaufen. Beim FC soll der Ghanese einen Kontrakt bis 2029 unterschreiben. Mensah hat sich in Frankreich bewährt und war bei der Weltmeisterschaft ein wichtiger Akteur für sein Heimatland. In allen vier Spielen der ghanaischen Nationalmannschaft stand er in der Startelf, zeigte dort seine Qualitäten auf der linken Abwehrseite.

Ebenfalls so gut wie fix ist laut Informationen des Senders Sky die Verpflichtung des australischen Mittelfeldspielers Paul Okon-Engstler. Der 21-Jährige kommt vom Sydney FC und wird eine Million Euro Ablöse kosten — eine moderate Summe für einen Spieler, der sich in der australischen Liga als einer der besten auf seiner Position hervorgetan hat. Nach bestandenem Medizincheck in der kommenden Woche soll Okon-Engstler einen Vertrag bis 2030 unterschreiben.

Der in Belgien geborene Mittelfeldmann hat eine eher ungewöhnliche Karriere hinter sich. Sein Vater, Paul Okon, war selbst australischer Nationalspieler und spielte damals beim belgischen Verein KV Ostende. Im Jahr 2006 zog er mit seiner Familie nach Australien, nachdem sein Vater zu den Newcastle United Jets gewechselt war. Okon-Engstler ist durch seine Geburt für Belgien, durch seinen Vater für Australien und durch seine Mutter für Italien spielberechtigt. Er besitzt zudem die italienische Staatsbürgerschaft.

Der Mittelfeldspieler begann seine Laufbahn wie zuvor sein Vater bei den Marconi Stallions. Anschließend wechselte er zu den Western Sydney Wanderers. Im Jahr 2019 kehrte er nach Belgien zurück und schloss sich der Jugend des FC Brügge an.

Während eines Jugendturniers in Portugal wurde Okon-Engstler von Scouts von Benfica Lissabon beobachtet. Im Juli 2022 wechselte er zu dem portugiesischen Verein und unterschrieb dort einen Dreijahresvertrag. Für die zweite Mannschaft von Benfica kam er ab 2024 in der Segunda Liga zum Einsatz.

July 6, 2026, Mexico City, Mexico City, Mexico: Edson Alvarez of Mexico reacts after losing the during the FIFA World Cup, WM, Weltmeisterschaft, Fussball 2026 match between Mexico and England. Mexico hosted England at Mexico City Stadium on July 6, 2026 in Mexico City, Mexico Soccer 2026: Mexico 2:3 England - FIFA World Cup 2026 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAf196 20260706_zsp_f196_043 Copyright: xMartinxFonsecax

Mexikos Kapitän Edson Alvarez hat bereits 103 Länderspiele absolviert.

Im Juli 2025 schloss sich Okon-Engstler dem australischen Erstligisten Sydney FC an, bei dem er einen Dreijahresvertrag unterschrieb. Dort machte der 21-Jährige in der abgelaufenen Saison von sich reden. Er spielte regelmäßig — nur ein einziges Mal stand er nicht in der Startaufstellung. Mit seinen progressiven und vertikalen Pässen treibt Okon-Engstler das Spiel nach vorne, baut auf, sucht die Tiefe. Für die große Torgefahr sorgte er in 30 Pflichtspielen allerdings nicht: Gerade zwei Torvorlagen stehen in seiner Bilanz. Doch beim Sydney FC trug er seinen Anteil zur Vizemeisterschaft bei. Das Finale gegen Auckland ging knapp 0:1 verloren.

Die gute Saison brachte ihm die Nominierung für die Weltmeisterschaft ein. Auch dort spielte der 21-Jährige eine gute Rolle, stand gleich zwei Mal in der Startelf und bereitete ein Tor vor. Nun wird Okon-Engstler sein Glück in Köln suchen.

Noch nicht ganz so weit wie bei Mensah und Okon-Engstler sind die Verhandlungen mit Edson Álvarez (diese Zeitung berichtete). Der 28-jährige Mexikaner, Kapitän und 103-facher Nationalspieler seines Landes, soll neuer Chef im zentralen Mittelfeld und ein Schlüsselspieler der Kölner werden. Der FC ist sich offenbar mit West Ham United über ein Leihgeschäft einig. Doch es gibt einen Haken: Álvarez müsste bei einem Wechsel nach Köln deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen — ein Hindernis, das die Verhandlungen noch erschwert.

Auch Skhiri-Rückkehr wohl möglich

Deshalb wird auch über Alternativen nachgedacht. Eine Option soll erneut Ellyes Skhiri sein. Der FC denkt offenbar ernsthaft über eine Rückholaktion nach. Skhiri war 2023 nach 133 Pflichtspielen für den FC (20 Tore, acht Vorlagen) als Kölner Schlüsselspieler ablösefrei zu Eintracht Frankfurt gewechselt. Bei den Hessen wurde der mittlerweile 31-Jährige aber nie so richtig glücklich. Eintracht würde den tunesischen Nationalspieler ein Jahr vor Vertragsende angeblich für rund zwei Millionen Euro ziehen lassen, seine Bereitschaft zur Rückkehr soll vorhanden sein. Der Mittelfeldspieler lief zuletzt allerdings seiner alten Form hinterher und konnte auch bei der WM nicht überzeugen. In Köln genießt Skhiri allerdings immer noch einen guten Ruf.