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Sturm-Lösungen für das DerbyMarius Bülter beim FC im Blick, Verletzungen im Hinterkopf

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Fußball Testspiel FC Viktoria Köln - 1. FC Köln am 03.10.2026 im Sportpark Höhenberg in Köln Torjubel zum 2:2 durch Marius Bülter  Köln , links - Imad Rondic  Köln , rechts *** Soccer friendly match: FC Viktoria Köln vs. 1. FC Köln on October 3, 2026, at Sportpark Höhenberg in Cologne. Celebrating the 2-2 goal by Marius Bülter Cologne, with Imad Rondic Cologne on the left and on the right xRx

Marius Bülter (l.) und Imad Rondic beim FC-Testspiel bei Viktoria, das unter keinem guten Stern stand.

Marius Bülter ist nach den Ausfällen beim 1. FC Köln im Derby die erste Wahl im Sturm. Die Häufung der Muskelverletzungen wirft Fragen auf.

Die schwere Verletzung von Sturmneuzugang Thijs Dallinga überschattete am Wochenende alles. Doch auch die Blessur von Ragnar Ache nach dem 2:2 im Testspiel gegen Viktoria Köln kam für den 1. FC Köln so kurz vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach zur Unzeit. Ache war nach Sebastian Sebulonsen, Luca Waldschmidt und Alessio Castro-Montes bereits der vierte FC-Profi, der sich in dieser Spielzeit eine Muskelverletzung zuzog. Das wirft Fragen auf: Warum kommt es immer wieder zu so vielen Muskelverletzungen? Und dringlicher: Wer stürmt am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) in Müngersdorf überhaupt gegen Gladbach?

Die Diagnosen wogen schwer. Ache fehlt dem FC mit einer Muskelverletzung etwa drei bis vier Wochen, Dallinga mit einem Kreuzbandriss deutlich länger. Für den vom FC Bologna ausgeliehenen Niederländer könnte die Verletzung das Saisonaus bedeuten. Einen „Albtraum“ nannte Dallinga die Blessur. Während Aches Ausfall zumindest zeitlich überschaubar erscheint, muss Trainer René Wagner auf den Niederländer für einen erheblich längeren Zeitraum verzichten.

Ausgerechnet vor dem Derby fehlen dem FC damit beide etatmäßigen Mittelstürmer. Wagner sucht nach einer Ersatzlösung. Bisher begann stets Ache oder Dallinga als einzige Spitze, unterstützt von zwei Außenbahnspielern und einem Zehner dahinter. Nun muss der Coach entscheiden, wer die zentrale Rolle übernimmt und wie sich die übrigen Angreifer darum anordnen.

Die besten Aussichten auf einen Einsatz im Sturmzentrum dürfte Marius Bülter haben, der gegen Viktoria zum 2:2-Endstand traf. Der 33-Jährige gehört zu den erfahrensten Spielern im Kader und kann in der Offensive mehrere Positionen besetzen. Für ihn sprechen sein Einsatz, seine Körpergröße von 1,88 Metern und sein Kopfballspiel – weniger seine technischen Fähigkeiten. Gerade seine Präsenz in der Luft könnte dem FC helfen, der bei ruhenden Bällen bislang Schwächen zeigt.

An seiner Seite könnte Nationalspieler Saïd El Mala spielen. Den 20-Jährigen, der von der Nationalmannschaft zurückkehrt, setzte Wagner zuletzt meist links ein, erprobte ihn zum Ende der vergangenen Saison aber auch in einer zentraleren Rolle. Ein Einsatz näher an Bülter wäre für El Mala also keine völlig neue Aufgabe. Trotz der beiden Ausfälle bleiben mehrere Alternativen – mit Bülter als erster Wahl.

Auch Luca Waldschmidt und Jan Thielmann haben Erfahrung im Sturmzentrum, sind aber kleiner als Bülter. Thielmann liegt das Konterspiel, Waldschmidt kann aus der Distanz gefährlich abschließen und das Spiel gestalten und antreiben. Beide bringen damit andere Stärken für die Position mit. Bülter dürfte dennoch den Vorzug erhalten, weil er die Rolle des Ankerspielers im Angriff am ehesten ausfüllt. Imad Rondić war als vierter Stürmer eigentlich aussortiert. Trotz seiner 1,90 Meter und passabler Abschlussqualitäten dürfte der Bosnier allenfalls für Kurzeinsätze von zehn bis 15 Minuten infrage kommen.

Dass es zu einem „Notkauf“ kommt und der FC noch einen vertragslosen Stürmer verpflichtet, ist allerdings fraglich. Etliche gehandelte Kandidaten haben seit Wochen nicht mit einer Mannschaft trainiert und müssten erst wieder an das Team herangeführt werden. Eine Verpflichtung allein würde das Problem deshalb noch nicht lösen. Ob die verfügbaren Angreifer gegenüber dem verbliebenen Kader ein „Upgrade“ wären, erscheint zudem zweifelhaft. Der FC würde damit zudem intern ein fatales Signal an Waldschmidt und andere Spieler senden, die nun selbst auf einen Einsatz im Sturmzentrum hoffen dürfen.

1. FC Köln: Auch Gegner Gladbach mit einigen Verletzungen

Auch die Borussia bestritt am vergangenen Wochenende ein Testspiel. Beim Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli spielte der VfL 1:1, ohne weitere Spieler durch Verletzungen zu verlieren. Die Personallage ist dennoch angespannt. Derzeit fehlen vier Spieler verletzt: Enzo Leopold mit einem Kreuzbandriss, Jens Castrop mit einer Schulterverletzung, Nicolas Kühn mit einem Muskelbündelriss und Franck Honorat mit einer Muskelverletzung. Bei Zento Uno besteht nach Oberschenkelproblemen zumindest die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr. Trainer Alexander Blessin muss damit im Derby ebenfalls auf wichtige Leistungsträger verzichten. Besonders die rechte offensive Außenbahn ist durch die Ausfälle von Kühn und Honorat betroffen.

Zurück zum FC. Muskelverletzungen gehören im Profifußball zum Alltag. Doch wenn sich die Ausfälle bei einer Mannschaft häufen, stellt sich die Frage nach den Ursachen. Die Blessuren von Ache und Castro-Montes haben das Thema beim FC erneut aufgeworfen. Neben der Suche nach einer Besetzung für das Derby geht es deshalb auch um die Frage, wie sich weitere Ausfälle vermeiden lassen. Seit Beginn der Saison 2025/26 verzeichnen die Kölner insgesamt 20 Muskelverletzungen. Im Vergleich mit anderen Bundesligisten relativiert sich die Zahl jedoch: Gladbach kommt im selben Zeitraum ebenfalls auf 20. Die Häufung ist damit kein ausschließliches Kölner Problem, auch wenn der jüngste Ausfall den FC auf einer ohnehin knapp besetzten Position trifft.

Die hohe Anzahl der Muskelverletzungen beschäftigt die Verantwortlichen am Geißbockheim allerdings nicht erst seit dem Wochenende. Bei der Suche nach den Ursachen konzentrieren sie sich offenbar nicht auf die medizinische Abteilung, deren „herausragende Arbeit“ Sportchef Thomas Kessler in der Rückrunde der vergangenen Saison ausdrücklich lobte.

Fachleute warnen vor vorschnellen Erklärungen: Muskelverletzungen ließen sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Vielmehr könnten zahlreiche Faktoren zusammenwirken. Dazu zählten, wie Training und Belastung gesteuert werden, die individuellen körperlichen Voraussetzungen, die Ernährung oder muskuläre Ungleichgewichte. Eine Verletzungsserie lasse sich deshalb nicht ohne Weiteres mit einer einzelnen Ursache erklären.

Allerdings meinen nicht wenige Trainingsexperten im Umfeld des Klubs, dass beim FC zu wenig Krafttraining betrieben werde. Das gelte vor allem für die individuelle Arbeit, weshalb sich mancher FC-Profi in der jüngeren Vergangenheit selbstständig Hilfe außerhalb des Klubs gesucht habe. Die Kritik betrifft demnach insbesondere die Frage, wie gezielt auf die körperlichen Voraussetzungen der einzelnen Spieler eingegangen werde.

Die Rückkehr zweier Nationalspieler erleichtert nun die Vorbereitung: Paul Okon-Engstler (Australien) und Gideon Mensah (Ghana) sind von ihren Länderspielreisen zurück. Beide trainierten am Montagnachmittag wieder mit der Mannschaft, die sich seitdem auf das Derby vorbereitet. Wagner stehen damit zumindest abseits der weiterhin offenen Besetzung im Sturmzentrum immerhin wieder mehr Spieler für die gemeinsame Arbeit zur Verfügung.