Der 1. FC Köln muss nach mehreren Abgängen seine Hierarchie neu ordnen. Ein Spieler zeigt dabei unerwartete Führungsqualitäten.
„Er hat die absolute FC-DNA“Wer beansprucht beim 1. FC Köln eine Führungsrolle?

Jan Thielmann läuft im FC-Training vorne weg.
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Dem 1. FC Köln steht eine interessante, aber auch nicht ganz einfach Spielzeit bevor. Der Verein richtet seinen Fokus verstärkt auf vielversprechende Nachwuchskräfte, was sich ebenfalls bei Transferaktivitäten zeigt. Zu diese Strategie passt auch das kolportierte Interesse an einer Leihe des englischen Talents Mikey Moore.
Die FC-Verantwortlichen sind sich jedoch im Klaren, dass der Erfolg nicht ausschließlich auf jungen Talenten aufbauen kann. Es werden ebenso Anführer im Teamgefüge benötigt. Das Wort von Spielern wie Eric Martel, Dominique Heintz und Florian Kainz hatte in der vergangenen Saison gewicht, im Sommer verließen sie aber den Verein.
Die Besetzung der Führungsrollen war Thema diskutierten die FC-Reporter Uwe Bödeker und Lars Werner in der zweiten Ausgabe des neuen Podcasts über den FC, „Wir waren klar besser“, einer Kooperation von EXPRESS und dem Kölner Stadt-Anzeiger.
Hier in die Folge reinhören:
„In puncto Hierarchie und Mannschaftsführung muss da noch ein bisschen was passieren. Und falls Said El Mala dann doch vielleicht den Verein verlassen sollte, dann fehlt dem FC auch so ein bisschen ein Gesicht“, konstatierte Werner.
Bödeker, der das FC-Trainingslager begleitet hatte, konnte dort aber bereits einige Akteure ausmachen, die Ambitionen auf eine Führungsrolle zeigen. „Von Neuzugang Luka Lochoshvili habe ich das erwartet. Der hat eine ganz starke Körpersprache, eine super Mentalität, ist auch als Führungsspieler geholt worden“, erläuterte er.
Sebulonsen überrascht als Anführer: „Haut schon dazwischen“
Ein anderer Name, der in diesem Zusammenhang fällt, ist auf den ersten Blick überraschender als der des georgischen Verteidigers. „Auf der anderen Seite habe ich gesehen, Sebastian Sebulonsen hat da auch schon ab und zu mal dazwischengehauen. Das hat mich schon beeindruckt“, berichtete der Reporter über den sonst eher zurückhaltend auftretenden Norweger. „Der lässt sich da auch nichts gefallen. Wenn dann mal junge Spieler wie Jahmai Simpson-Pusey oder Reigan Heskey ein bisschen lässig, nonchalant daherkommen, da haut er schon dazwischen und sieht zu, dass da in der Teamhygiene alles stimmt und jeder an einem Strang zieht.“
Auch Jan Thielmann könnte Ambitionen auf eine Führungsrolle anmelden. Dem aus dem eigenen Nachwuchs stammenden Spieler fiel es in der jüngeren Vergangenheit jedoch nicht leicht, den nächsten Karrieresprung zu vollziehen. „Er hat natürlich die absolute FC-DNA, der trägt den FC im Herzen, der zerreißt sich immer“, hob Werner hervor, fügte aber kritisch hinzu: „Aber wenn man mal ganz ehrlich ist: Die Leistung hat da schon arg stagniert.“ Die vergangene Saison von Thielmann sei nicht überzeugend gewesen. „Aber das weiß er auch sicherlich selbst, dass das nicht überzeugend war“, meinte der FC-Reporter.
Eine vergleichbare Situation habe bei Linton Maina bestanden, bei dem Werner einen möglichen Vereinswechsel nicht ausschließt. „Bei Jan Thielmann sehe ich das nicht so, aber das wird für ihn eine ganz entscheidende Saison“, unterstrich er.