Der Weltmeister von 1990 erhebt nach dem WM-Aus schwere Vorwürfe gegen die DFB-Elf: Zu viele Nebengeräusche hätten den Fokus zerstört – bis hinein in die Kabine.
„DFB-Stars waren sauer“Matthäus plädiert für Nagelsmanns Absetzung – und enthüllt brisante Interna

Bundestrainer Julian Nagelsmann ist mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM gescheitert.
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Nach dem peinlichen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft sieht Lothar Matthäus Parallelen zum Turnier 1994 und stellt die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann infrage. „Im jetzigen Moment“ fehle ihm „die Fantasie“, wie es mit Nagelsmann weitergehen könne, sagte der Rekordnationalspieler der „Bild“-Zeitung. Gleichzeitig deutete der 65-Jährige brisante Details aus dem DFB-Quartier an.
Der Weltmeister von 1990 geht mit dem 38-Jährigen hart ins Gericht. Nach dieser Weltmeisterschaft müsse es aus seiner Sicht „mit einem neuen Trainer weitergehen“. Das sei „einfach zu viel“ gewesen. Ob Jürgen Klopp sein Nachfolger werden könnte, ließ er offen.
Lothar Matthäus enthüllt Streitigkeiten hinter den DFB-Kulissen
Als einen Grund für das Scheitern nannte Matthäus die aus seiner Sicht zu vielen Nebengeräusche rund um die Mannschaft. „Es gab viele Schlagzeilen in der Zeitung, das kenne ich von 1994“, sagte er nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay im Sechzehntelfinale.
Kritisch äußerte er sich insbesondere zur Rolle der Familien im Umfeld des Teams. „Ich weiß nicht, warum man die ganzen Familien nach jedem Spiel von Anfang an dabei haben muss. Dann geht es um Reisemöglichkeiten, um Hotelbuchungen - das war doch alles Thema in der Mannschaft, dass der eine sauer war auf den anderen“, berichtete die Legende von Bayern München.
Lothar Matthäus zählt Julian Nagelsmann nach WM-Debakel an
Matthäus berichtete von Unmut über unterschiedliche Bedingungen: „Beim einen durfte die Mama mitfliegen, beim anderen die Frau oder die Kinder – und die anderen mussten mit der Linienmaschine fliegen.“ Es habe „viel Unruhe“ gegeben und die Konzentration auf das sportliche Ziel habe gefehlt. Er forderte, dass die Angehörigen erst später dazustoßen sollten – „nach dem Viertelfinale, wenn die Mannschaft etwas geleistet hat“.
Der Weltmeister-Kapitän von 1990 sprach von „vielen Themen, die vielleicht wichtiger waren als das, was auf dem Fußballplatz passierte“. Ähnliches habe es bereits beim WM-Turnier 1994 in den USA gegeben, als Deutschland unter der Führung von Berti Vogts im Viertelfinale gegen Bulgarien überraschend ausgeschieden war (1:2). (mbr/sid)
