Im Achtelfinale der Champions League ist Schluss für den Werksklub, der FC Arsenal ist eine Nummer zu groß.
0:2-Pleite in LondonBayer 04 Leverkusen scheidet nach Arsenals Traumtoren aus

Leverkusens Keeper Janis Blaswich (r.) klärt eine Flanke mit der Faust.
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Bayer 04 wollte am Dienstagabend den größten Erfolg im internationalen Fußball seit dem Champions-League-Finale 2002 feiern. Für den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse war die Marschroute vor dem Achtelfinal-Rückspiel klar: Es braucht eine nahezu perfekte Leistung, um das 1:1 aus dem Hinspiel beim FC Arsenal zu veredeln. Doch Leverkusen machte viel zu viele Fehler, schlug sich gegen keineswegs überirdische Londoner selbst. Das 2:0 (1:0) war gerecht, Bayer 04 spielte sich über die volle Spielzeit kaum Chancen heraus und war defensiv viel zu anfällig.
Trainer Kasper Hjulmand setzte auf das erwartete Personal. Die Frage zwischen den beiden frech aufspielende Jungspunden Montrell Culbreath und Ernest Poku auf der rechten Seite beantwortete der Coach mit dem etwas erfahreneren Poku. Beim FC Arsenal verzichtete Trainer Mikel Arteta – wie schon im Hinspiel – zunächst auf Kai Havertz, dafür stand der zweite Ex-Leverkusener Piero Hincapie erneut in der Startelf.
Leverkusen startet stark ins Spiel
Einige Beobachter erwarteten einen stürmischen Beginn der Hausherren. Doch weit gefehlt. Leverkusen hatte zu Beginn mehr Ballbesitz, holte Ecken heraus, die aber keinen Ertrag brachten. Auch Arsenal, deren Standardstärke Angst und Schrecken verbreitet, kam zunächst nur durch Ecken zu Chancen. Zweimal köpfte Gabriel über das Tor.
Dass der Favorit immer besser ins Spiel kam, lag dann vor allem an Leverkusen. Die Werkself verlor nach etwas mehr als einer Viertelstunde plötzlich immer öfter den Ball im Aufbau – meist ohne enormes Pressing des Gegners. So gewann Arsenal, das zuletzt auch nicht die Sterne vom Himmel gespielt hatte, immer mehr Sicherheit. Bayer 04 geriet unter Druck, hatte aber in Janis Blaswich einen hervorragenden Torhüter. Blaswich gegen Saka, Blaswich gegen Trossard, Blaswich gegen White – der Vertreter des verletzten Stammkeepers Mark Flekken betrieb einige Eigenwerbung, scheint nicht gewillt, seinen Platz zwischen den Pfosten so einfach zu räumen.
Eberechi Eze trifft fulminant zum 1:0
Es war dennoch nur eine Frage der Zeit, bis Bayers Nachlässigkeiten bestraft werden würden. Dafür sorgte dann Eberechi Eze. Der 70 Millionen Euro schwere Sommerzugang von Crystal Palace bekam den Ball nach einem erneuten Ballverlust in der eigenen Hälfte 18 Meter vor dem Tor zugespielt, ließ ihn einmal aufspringen und jagte die Kugel aus der Drehung volley zum 1:0 (36.) in den Winkel. Ein Traumtor, bei dem dann auch Blaswich ohne jegliche Chance war. Es war nicht so, dass Arsenal danach das Heft des Handels komplett in die Hand nahm, doch Leverkusen fiel wenig ein, um Gefahr zu entwickeln.
Nach der Halbzeitpause zogen sich die Gunners zunächst fast komplett in die eigene Hälfte zurück, überließen Bayer 04 den Ball. Das Bild blieb aber gleich: Leverkusen spielte den Ball um den Strafraum herum, im Sechzehner passierte aber rein gar nichts. Arsenal blieb durch Konter gefährlich, ein Schuss von Trossard strich knapp am Pfosten vorbei, ebenso ein Versuch von Gyökeres.
Kein guter Tag für das Leverkusener Mittelfeld
Schließlich war es wieder ein kapitaler Fehler der Leverkusener, der die Vorentscheidung herbeiführte. Grimaldo schlug einen Ball blind in die Mitte vor den eigenen Strafraum, wo Rice mit feiner Technik flach ins Eck zum 2:0 (63.) abschloss. Es war ein großes Problem, dass Bayer das Zentrum preisgab. Das Sechserduo aus Palacios und García erwischte einen schwarzen Tag, bot dem Tabellenführer der Premier League viel zu viel Platz.
In der Folge bemühte sich Bayer zwar um den Anschlusstreffer, Arsenal war dem dritten Tor aber deutlich näher. Ein Treffer wurde schließlich wegen eines Handspiels des eingewechselten Havertz aberkannt. Drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte Kofane aus dem Nichts die große Möglichkeit, noch einmal für Spannung zu sorgen. Sein Abschluss nach Pass von Culbreath wurde jedoch von Raya stark entschärft. So blieb es beim 2:0.
Am Samstag ist Leverkusen zu Gast in Heidenheim
Das Aus gegen eine der aktuell heißesten Mannschaften Europas ist keine Schande für Leverkusen. Im April wartet im DFB-Pokal das Halbfinale gegen den FC Bayern. Es ist die einzig verbliebene Chance auf einen Titel. Das Wichtigste, da sind sich alle bei Bayer 04 einig, ist aber die Bundesliga und die Qualifikation für die Champions League, um solche Abende wie am Dienstag auch nächstes Jahr wieder zu erleben. Derzeit beträgt der Rückstand auf die entsprechenden Ränge fünf Punkte. Am Samstag (15.30 Uhr) geht es zum Schlusslicht 1. FC Heidenheim. Es wird ein krasser Kontrast nach den Topspielen gegen Arsenal und den FC Bayern (1:1).

