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2:2 gegen Wolfsbug hilft nur bedingtLeverkusener Elfmeter-Fluch hält weiter an

4 min
DiabyBayerWolfsburg

Leverkusens Moussa Diaby (l) und Wolfsburgs Micky van de Ven kämpfen um den Ball.

Leverkusen – Bayer 04 Leverkusen und der VfL Wolfsburg trennten sich am 11. Spieltag der Fußball-Bundesliga 2:2-Unentschieden. Für die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso kein wirklicher Befreiuungsschlag.

Das Wichtigste zuerst

Bayer 04 Leverkusen muss weiterhin auf den zweiten Sieg unter dem neuen Trainer Xabi Alonso warten. Trotz stark verbesserter Einstellung und Intensität im Vergleich zur 1:5-Niederlage in Frankfurt spielte die Werkself am Samstag gegen schwache Wolfsburger nur 2:2. Der Grund: Ein verschossener Elfmeter, ein Eigentor und ein dem Gegner geschenkter Elfmeter.

Die Tore

In der 17. Minute schickt Edmond Tapsoba den Kollegen Moussa Diaby mit einem Doppelpass auf die Reise. Van de Ven grätscht ins Leere, der Franzose sprintet mit dem Ball auf Torhüter Koen Casteels zu und gewinnt das Duell mit einem trockenen kleinen Schuss an dessen rechtem Standbein vorbei. Nach elfminütiger Leverkusener Dominanz ohne ein einziges Wolfsburger Aufbegehren erscheint plötzlich Baku auf dem rechten Flügel und passt in Richtung Elfmeterpunkt, an dem Yannick Gerhard steht. Robert Andrich spritzt dazwischen und lupft den Ball mit der Pieke über Lukas Hradecky hinweg ins eigene Tor. Es ist eine dieser Aktionen, die absichtlich nie gelingen würden. Kurz nach der Halbzeit tritt Edmond Tapsoba Felix Nmecha im Strafraum auf den Fuß und gibt Schiedsrichter Felix Brych die Chance, einen harten Elfmeter zu verhängen. Der tut dies. Maximilian Arnold tritt an und verwandelt ihn sicher zum Wolfsburger 2:1 (54.) In der 76. Minute dringt der eingewechselte Dailey Sinkgraven in den Wolfsburger Strafraum ein und kommt mit dem rechten Fuß zum Abschluss, der aber missrät. Der Ball kullert quer durch den Strafraum, Jeremie Frimpong schaltet am schnellsten und drückt ihn über die Linie.

Das war gut

Die Rückkehr der selbstverständlichen Basisdinge des Fußballs, die zuletzt vermisst wurden: Wille, Intensität, Fleiß, Härte. Es zeigt das Ausmaß der Krise bei Bayer 04, dass man ihre Rückkehr bemerken und loben muss. Außerdem der Einfluss, den die Einwechselspieler hatten. Amiri schuf Struktur im Mittelfeld, Sinkgraven bereitete den Ausgleich vor. So etwas gab es zuletzt auch nicht.

Das war schlecht

Elfmeter, Elfmeter. Diabys Fehlschuss war bereits der dritte vergebene Elfmeter in Folge seit dem Hinspiel in Porto. Und es war der fünfte der letzten sechs Elfmeter in der Bundesliga, die Bayer 04 vergeben hat. Dafür verursachte Tapsoba in der 53. Minute den fünften Elfmeter für eine gegnerische Mannschaft in den letzten drei Spielen. Es hat den Anschein, als wäre es das, was die Leverkusener trainieren: Ihre eigenen Strafstöße vergeben und dem Gegner welche schenken. Ein sehr teures Hobby, mit dem sich irgendjemand bei diesem Klub professionell und ernsthaft befassen muss.

Mann des Spiels

Trotz des verschossenen Strafstoßes war dies Moussa Diaby, der lange Zeit die Einmann-Bedrohung für den VfL Wolfsburg war. Immer agil, immer bereit, Wege in beide Richtungen zu gehen. Und beim Führungstreffer sogar richtig cool.

Moment des Spiels

Schiedsrichter Brych entscheidet in der achten Minute auf Elfmeter. Moussa Diaby hatte van de Ven im Strafraum an die Hand geschossen. Moussa Diaby tritt an und schießt den Ball neben den rechten Pfosten. Es war nach den beiden Fehlschüssen von Patrik Schick und Kerem Demirbay in den Spielen gegen Porto der dritte vergebene Strafstoß in Folge. Der fünfte vergebene der letzten sechs in der Bundesliga. Weltweit werden im Profi-Fußball mehr als 75 Prozent der Strafstöße verwandelt. Allerdings nicht von Bayer 04.

Das sagen die Trainer

Niko Kovac (VfL Wolfsburg): „Man hat gesehen, dass viel auf dem Spiel steht. Es war eine Partie mit wenigen Höhepunkten. Ich bin trotzdem mit dem Unentschieden zufrieden. In Leverkusen zu punkten, ist sehr schwierig. Da werden auch noch andere Mannschaften Punkte lassen.“

Xabi Alonso (Bayer 04 Leverkusen): „Wir wussten, dass wir ein schweres Spiel vor uns haben. Wolfsburg spielt immer mit viel Intensität. Wir waren unglücklich mit dem Elfmeter und dem Eigentor. Aber für uns war es wichtig, dass wir nach dem 1:2 noch zurückgekommen sind. Mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden, aber auf der Leistung können wir aufbauen. Elfmeter sind ein großes Thema für uns. Wir bekommen auch zu viele. Im Strafraum müssen wir unsere Aktionen besser kontrollieren. Und über das Elfmeterschießen müssen wir sprechen. Mit den eingewechselten Spielern bin ich sehr zufrieden, sie haben einen guten Einfluss auf das Spiel gehabt.“

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Das sagen wir

Bayer 04 hat immerhin zu einer akzeptablen Arbeitseinstellung zurückgefunden. Was das für die nächsten Spiele bedeutet, wenn die Gegner anders auftreten als Wolfsburg am Samstag, lässt sich aus diesem Spiel unmöglich ablesen. Und man hat den Relegationsplatz verlassen. Der Abstand auf die einst gewohnten Europapokalplätze ist aber weiter angewachsen. Aber man hat derzeit andere Sorgen.