Der 27 Jahre alte Franzose ist nach seiner Rückkehr einer der großen Hoffnungsträger der Werkself.
„Sie haben um mich gekämpft“Diaby lobt Rolfes und Carro – und peilt Titel mit Bayer 04 an

Moussa Diaby auf dem Leverkusener Trainingsplatz
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Immer wieder forderte Moussa Diaby am Mittwochmittag den Ball, immer wieder setzte er zum Dribbling an und immer wieder zog er in Richtung Tor. Bayer 04 Leverkusens Rückkehrer zeigte im Training deutlich, was von ihm zu erwarten ist – und womit er sich bei seinem ersten Engagement beim Werksklub zwischen 2019 und 2023 einen Namen gemacht hatte. Der inzwischen 27 Jahre alte Außenstürmer ist auf Anhieb ein großer Leverkusener Hoffnungsträger – gerade nach dem über weite Strecken peinlichen 2:3 zum Bundesliga-Auftakt in Elversberg.
Diaby wirkte am Mittwoch hervorragend gelaunt und voller Tatendrang. „Es ist gut, wieder da zu sein. Der Empfang war sehr freundlich“, sagte der Franzose nach dem Training. „Ich kenne das Haus, ich war schon hier – aber jetzt beginne ich ein neues Kapitel. Ich hoffe, es wird für das Team und für mich ein gutes.“
Rückkehr nach Leverkusen eine Hängepartie
Rund 27 Millionen Euro hatte Bayer 04 für den Franzosen an den saudischen Erstligisten Al-Ittihad überwiesen – nach einer zwischenzeitlichen Hängepartie, die erst wenige Stunden vor dem Ende der Transferfrist ein erfreuliches Ende nahm. Diaby verschwendete nach eigener Aussage keinen Gedanken daran, dass der Wechsel auf den letzten Metern platzen könnte, obwohl Al-Ittihad sich bei der Suche nach einem Nachfolger schwertat. „Ich wusste, dass der Deal klappen würde, weil ich Simon (Rolfes, d. Red.) und Fernando (Carro, d. Red.) kenne und ihnen vertraue. Sie haben einen großartigen Job gemacht und für mich gekämpft. Ich will es ihnen danken – mit guten Leistungen auf dem Platz“, berichtete Diaby.
Immer wieder betonte der Rückkehrer das gute Verhältnis zur Leverkusener Führung. Offenbar hatte der Flügelflitzer bereits in der Vergangenheit mit einer Rückkehr nach Leverkusen geliebäugelt. Er sei im regelmäßigen Austausch „mit Simon und Fernando“ gewesen – nur hätten die Rahmenbedingungen nie gepasst. Anders als im Sommer 2026. „Jetzt war es möglich und der perfekte Zeitpunkt.“
Simon Rolfes schwärmt von Moussa Diaby
Wie groß vor allem Rolfes’ Wertschätzung für Diaby ist, lässt sich der Pressemitteilung entnehmen. Eigentlich sind es standardisierte und nüchterne Erklärungen, doch im Fall des Franzosen glichen die Aussagen des Sport-Geschäftsführers einer kleinen Liebeserklärung: „Nicht nur die Bayer-04-Fans können sich auf Moussa Diaby freuen. Er wird eine Bereicherung für die ganze Bundesliga werden.“
Diaby hatte schon vor einiger Zeit den Wunsch geäußert, nach Europa zurückzukehren. Zwei Jahre hatte er in Saudi-Arabien verbracht, 2025 holte er mit Al-Ittihad das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. „Ich hatte eine gute Erfahrung dort, aber ich wollte zurück nach Europa, wieder europäische Fußballnächte erleben, wieder gegen große Klubs in großen Vereinen spielen. Und Leverkusen war eine gute Wahl dafür, Bayer 04 ist ein großer Klub. Wir können etwas Großes erreichen“, sagte Diaby.
Leverkusen hatte ein Jahr nach dem 55-Millionen-Euro-Verkauf des Franzosen an Aston Villa das deutsche Double gewonnen und damit für ein neues Selbstverständnis im Verein gesorgt – daran will sich Diaby orientieren: „Wir haben ein gutes Team, gute Spieler und einen guten Trainer. Wir können in dieser Saison eine gute Mannschaft werden und um Titel kämpfen.“
Guéla Doué absolviert individuelle Einheit
Abseits des Teams absolvierte Guéla Doué, Leverkusens anderer Last-Minute-Transfer, eine individuelle Einheit. Der Werksklub hatte den ivorischen Rechtsverteidiger für rund 30 Millionen Euro – zuzüglich möglicher Bonuszahlungen – vom französischen Erstligisten Racing Straßburg verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2031 ausgestattet. „Wir können uns auf einen hochklassigen Neuzugang freuen, der ausgezeichnet zu unserem Kader passt“, sagte Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes über den 23-Jährigen. Doué, der ältere Bruder von Frankreichs Offensivstar Désiré Doué, erklärte: „Die Mannschaft ist talentiert und hat so viele gute Fußballer – ich freue mich unbändig darauf, mit diesen Jungs zu spielen.“ Rolfes nannte die Neuverpflichtung „beweglich, schnell und mit einer sehr guten Technik ausgestattet“.

Guéla Doué bei der Vorstellung auf dem Dach der Bay-Arena
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Doué wurde bei Stade Rennes ausgebildet und wechselte im Sommer 2024 zu Straßburg. Für Racing stand der Außenverteidiger in 69 Partien auf dem Platz. In der vergangenen Saison stieß er mit dem Klub in der Conference League bis ins Halbfinale vor. Für die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste spielte er bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada in allen vier Partien der Ivorer. Auch bei der späten 1:2-Niederlage in der Gruppenphase gegen die DFB-Elf kam Doué zum Einsatz.
Sowohl Diaby als auch Doué werden aller Voraussicht nach zum Leverkusener Kader für das Heimspiel am Samstag gegen Union Berlin gehören (15.30 Uhr, Bay-Arena). Womöglich bilden beide auch die neue rechte Seite der Werkself. „Das erste Spiel war nicht gut. Wir müssen zu Hause ein anderes Gesicht zeigen, müssen den Fans zeigen, wie Leverkusen wirklich spielt und kämpft. Darauf freue ich mich sehr“, sagte Diaby.
