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Kommentar zu Bayers PokalfinalePotenzial zu viel Ruhm oder einem neuen Trauma

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Leverkusens Trainer Peter Bosz im Kreise seiner Profis

  1. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Bayer 04 durch eine Kombination aus Pech und Unvermögen seinen „Vize“-Ruf erarbeitet.
  2. Dieses Image könnte Leverkusen mit nur einem Sieg am Samstag aufpolieren.
  3. Auf der anderen Seite droht ein neues Trauma, auch wenn Bayer 04 die Saison auch nach einer Niederlage noch zu einem guten Ende bringen könnte.

Leverkusen – Das Eigentor von Michael Ballack am 20. Mai 2000 in Unterhaching, das Bayer 04 die Meisterschaft kostete. Oder der mediale Rundumschlag von Trainer Bruno Labbadia einen Tag vor dem Pokalfinale 2009, das dann 0:1 gegen Werder Bremen verloren ging. Leverkusen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten durch eine Kombination aus Pech und Unvermögen den berühmten „Vize“-Stempel erarbeitet, mit dem die Werkself in der Regel primär in Verbindung gebracht wird – trotz meist sehr schön anzusehendem Fußball und hochtalentierten Sportlern.

Diese Saison bietet noch zwei Chancen auf eine Imagekorrektur, nach der man sich in Leverkusen so sehr sehnt. Der Start in die entscheidende Phase war jedoch ein denkbar schlechter. In der Bundesliga versagte Bayer 04 im entscheidenden Moment, wurde Fünfter und muss sich vorerst mit dem „Vize“-Äquivalent des internationalen Geschäfts zufriedengeben – der Europa League.

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Das Pokalfinale am Samstagabend in Berlin hat Bayer 04  nun die erste Möglichkeit, in rund zwei Stunden Jahrzehnte des regelmäßigen Scheiterns in großen Momenten vergessen zu machen und sich mit einem Sieg gegen den schwerstmöglichen Gegner  die „Vize“-Last von den Schultern zu laden. Durch dieses  Spiel kann die Werkself die gesamte Saison zu einem Triumph werden lassen. Vor die Wand  fahren kann Bayer 04 das Jahr im Olympiastadion hingegen nicht – es bleibt das Finalturnier der Europa League mit dem Endspiel in Köln.

Viel Potenzial für ruhmreiche Leverkusener Tage. Oder ein weiteres Trauma.