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Trainerwechsel offiziellBayer 04 trennt sich von Hjulmand – Nachfolger gefunden

3 min
Carlos Martínez beim Interview.

Carles Martínez ist der neue Mann auf der Trainerbank bei Bayer Leverkusen.

Carles Martínez war zuletzt Chefcoach des französischen Erstligisten Toulouse. In Leverkusen löst er Kasper Hjulmand ab.

Die Trainersuche von Bayer 04 Leverkusen ist abgeschlossen. Die Lösung, die am Donnerstag präsentiert wurde, ist überraschend: Die Wahl der Klubführung um Fernando Carro und Simon Rolfes fiel auf Carles Martínez. Der 42 Jahre alte Spanier stand bislang beim französischen Ligue-1-Klub FC Toulouse unter Vertrag und führte das Team in der abgelaufenen Saison auf Rang neun.

Nach drei Jahren hatte sich Martínez gegen ein weiteres Engagement in Südfrankreich entschieden und nach einer neuen Herausforderung gesucht – die hat er in Leverkusen gefunden. Der Trainer kommt ablösefrei und hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Er folgt auf den Dänen Kasper Hjulmand, mit dem die Werkself den Einzug in die Champions League verpasst hatte.

Carles Martínez drei Jahre lang in Toulouse tätig

Martínez wurde wie Bayer-04-Klubchef Carro in Barcelona geboren und war in seiner Jugend als Torhüter aktiv. Zu einer Profikarriere reichte es nicht. Früh schlug der Katalane die Trainerlaufbahn ein. Über seinen Heimatverein Granollers ging es zu Espanyol und später in die berühmte Barca-Akademie La Masia, wo er in jungen Jahrgängen spätere Weltklassespieler wie Ansu Fati, Gavi, Fermín López und Xavi Simons betreute. Nach einer Umstrukturierung musste er 2019 den FC Barcelona verlassen.

Es folgten Nachwuchstrainer-Stationen in Katar und Kuwait, ehe Martínez 2022 in Toulouse landete. Zunächst als Assistent, ab 2023 als Cheftrainer. Unter seiner Führung etablierte sich der TFC in der Ligue 1 – trotz vergleichsweise überschaubarer finanzieller Möglichkeiten.

„Er verkörpert einen modernen Trainer-Typus“

„Wir sind überzeugt, dass Carles Martínez mit seinem überzeugenden Profil als Coach sehr gut zu diesem Anspruch passt“, sagt Carro. „Er verkörpert einen modernen Trainer-Typus, der unsere hochveranlagte Mannschaft entwickeln, auf ein konstant hohes Level heben und zu zählbaren Erfolgen führen kann.“

Der 42-Jährige gilt als enthusiastisch, feurig und zeitweise laut an der Seitenlinie und dem Trainingsplatz, als Fußball-Besessener. Die Weitergabe von Wissen sei Kern seiner Philosophie: „Ich liebe es, zu teilen und zu erklären. Wenn ich kein Trainer wäre, wäre ich gerne Lehrer geworden“, sagte Martínez einmal. Als früherer Teil der Barca-Schule legt Martínez großen Wert auf Ballbesitz und frühes Pressing.

„Martínez hat zahlreiche junge Spieler erfolgreich weiterentwickelt“

„Carles Martínez hat in Toulouse zahlreiche junge Spieler erfolgreich weiterentwickelt und eine international geprägte Mannschaft zu einer starken Einheit geformt. Zu diesen wertvollen Erfahrungen bringt er eine hohe fachliche Kompetenz aus seiner Zeit in der Nachwuchsakademie des FC Barcelona mit nach Leverkusen. Carles ist ein Trainer mit klaren Prinzipien und einer modernen Spielidee“, sagt Rolfes.

Nach einem enttäuschenden Jahr mit durchwachsenen Transfers, durchwachsenen Leistungen, einem Trainer-Fehlgriff (Erik ten Hag) und dem glücklosen Nachfolger Hjulmand soll es unter Martínez wieder aufwärtsgehen.

Die Verpflichtung birgt durchaus Risiken. Für den Spanier ist die Bundesliga Neuland, er bringt die internationale Erfahrung von nur acht Europa-League-Spielen mit und ist nach den Absagen von Andoni Iraola (geht zu Liverpool) sowie Filipe Luís (geht nach Monaco) keine 1A-Lösung. Gleichzeitig sind die Leverkusener Ansprüche unverändert groß. „Unser Ziel bleibt es, dauerhaft auf höchstem Niveau wettbewerbsfähig zu sein und unsere Position unter den führenden Klubs Europas weiter zu festigen“, sagt Carro.

Der neue Mann wird am Freitagmittag offiziell in Leverkusen vorgestellt.