Weiter ist unklar, wer Bayer 04 in der neuen Saison trainiert. Von der Wunschlösung wird eine Absage erwartet. Die Zeit drängt.
Leverkusens TrainersucheDer Druck auf Rolfes und Carro wächst

Sind auf Trainersuche: Simon Rolfes (l.) und Fernando Carro
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Wenn sich bei den großen Fußballklubs Europas personelle Baustellen auftun, hat es oft Auswirkungen auf die Planungen der etwas kleineren. Hier werden die wichtigsten Ideen mitunter zu Kollateralschäden. Das Szenario droht Bayer 04 Leverkusen. Denn am Samstag hatte der FC Liverpool überraschend die Trennung vom niederländischen Trainer Arne Slot verkündet. Die Wunschlösung des Premier-League-Giganten für die Nachfolge ist Andoni Iraola – den auch der Werksklub ganz oben auf der Liste hatte. Hat ein Coach die Wahl zwischen den beiden Vereinen, ist es eigentlich keine. Bayer 04 droht damit ein großes Problem in der Sommerpause. Und eine ähnliche Situation wie vor einem Jahr: Zu Beginn der heißen Transferphase ist unklar, für welchen Trainer der Kader für die kommende Saison zusammengestellt werden soll.
Schon 2025 bekam Bayer 04 Leverkusen nur die Notlösung
2025 hatte sich Double-Trainer Xabi Alonso aus Leverkusen in Richtung Real Madrid verabschiedet – mit einigem Vorlauf. Bei den Nachfolge-Wunschkandidaten, allen voran Cesc Fabregas von Como Calcio, hatten sich Simon Rolfes und Fernando Carro allerdings die Zähne ausgebissen. So landete am Ende die Notlösung Erik ten Hag auf dem Leverkusener Trainerstuhl. Das Ausmaß des Fehlgriffs ist bekannt.

In Liverpool entlassen: Arne Slot
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Im Frühling 2026 ist die Situation zwar ein wenig anders, aber dennoch vergleichbar. Offiziell hat Bayer 04 noch einen Trainer angestellt: Kasper Hjulmand. Doch der Däne ist nur noch im Amt, weil noch kein geeigneter Nachfolger gefunden wurde. Zu schlecht hatte sich die Werkself über weite Phasen der Rückrunde präsentiert, als dass Hjulmand – trotz laufenden Vertrags – noch eine weitere Chance bekommen könnte. Dazu wurde die Champions-League-Qualifikation, das oberste Saisonziel, hergeschenkt.
Filipe Luís zieht es wohl nach Monaco
Und, wie im vergangenen Jahr, tun sich die Leverkusener Verantwortlichen bei ihren Wunschkandidaten schwer. Der Brasilianer Filipe Luís (zuletzt Flamengo Rio de Janeiro), bei dem es noch einige Fragezeichen wegen der Gültigkeit seiner Trainerlizenz gibt, soll sich für die AS Monaco entschieden haben. Iraola, der den AFC Bournemouth in den vergangenen Monaten zur besten Premier-League-Saison der Vereinsgeschichte und erstmals in die Europa League geführt hatte, befindet sich nach Informationen der einschlägigen Transferexperten in fortgeschrittenen Gesprächen mit Liverpool. Rolfes und Carro, die ebenfalls mit dem Basken im Austausch standen, wurden darüber informiert. Eine endgültige Absage der Leverkusener 1A-Lösung gibt es nach Informationen dieser Zeitung jedoch nicht.
Beim Team von Nationalspieler Florian Wirtz winken Iraola mehr Geld und mehr Möglichkeiten als in der Bundesliga – und maximaler Erfolgsdruck. Als Nachfolger von Jürgen Klopp hatte Ex-Trainer Slot die Mannschaft seit 2024 betreut und gewann gleich in der ersten Saison die Meisterschaft. In der abgelaufenen Spielzeit war das Multi-Millionen-Team nur Fünfter geworden – enttäuschend angesichts der großen Ambitionen in Liverpool.
„Dass dies eine schwierige Entscheidung für uns als Klub war, versteht sich von selbst“, hieß es von den Reds in einer Stellungnahme. Zu den Gründen für den Rauswurf gab es zunächst kaum Angaben. „Gleichzeitig sind wir gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass Veränderungen notwendig sind, damit der Klub weiter vorankommt“, hieß es lediglich. „Dennoch basiert die Schlussfolgerung, zu der wir gekommen sind, auf der Überzeugung, dass die Entwicklung der Mannschaft am besten durch einen Richtungswechsel bewältigt werden kann.“

Kandidat beim AC Mailand: Oliver Glasner
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Einen Richtungswechsel benötigt auch Bayer 04. Wer ihn anführen wird, bleibt die große Frage. Neben Luís und Iraola gilt Oliver Glasner als weiterer Kandidat beim Werksklub. Der Österreicher hatte sich jüngst mit dem Conference-League-Titel von Crystal Palace verabschiedet. Laut „Bild“ sind die Gespräche zwischen dem Management des 51-Jährigen und Bayer 04 „vorangeschritten“. Doch auch hier könnte noch ein Schwergewicht dazwischen grätschen. Nach Informationen der italienischen „Gazzetta dello Sport“ wird Glasner am Dienstag zu Gesprächen beim AC Mailand erwartet, der Serie-A-Klub hatte sich nach einer schwachen Saison von der gesamten sportlichen Führung samt Trainer Massimiliano Allegri getrennt. Glasner soll neuer Coach werden, und Ralf Rangnick, derzeit Nationaltrainer Österreichs, gilt als Favorit auf den Posten des Sportdirektors.
Sollte es weder mit Luís, Iraola noch Glasner zu einer Einigung kommen, stünde Bayer 04 allerdings nicht gänzlich blank da. Neben dem prominenten Trio gibt es nach Informationen dieser Zeitung mindestens einen Kandidaten bei Leverkusens Trainersuche, dessen Name es noch nicht in die Schlagzeilen geschafft hat.

Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand
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Der Faktor Zeit spielt eine große Rolle: Bei der Kaderplanung ist es nicht ratsam, Entscheidungen zu treffen, ohne die Wünsche des Cheftrainers zu kennen. Für potenzielle Zugänge ist es wichtig zu wissen, unter wessen Leitung sie in Leverkusen spielen würden. Obendrein wirft die Hängepartie mit Hjulmand, der dem Team nach dem ten-Hag-Debakel wieder Leben einhauchte, stets sympathisch und professionell auftrat und sich in Leverkusen nichts zu Schulden kommen ließ, auf Dauer Fragen auf. Der Däne weiß um sein Standing in Leverkusen – weshalb eine Fortsetzung der Zusammenarbeit eigentlich für keine Partei vermittelbar ist.

