Die Kölner Haie können nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängt werden. Coach Jalonen hat bereits dreimal einen Hauptrundensieg mit dem Titelgewinn gekrönt.
Platz eins und Champions LeagueHaie-Trainer Jalonen weiß, wie man Meister wird

Kari Jalonen, Trainer der Kölner Haie
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Die Kölner Haie stehen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) so gut da, dass es beinahe unheimlich wirkt. Nach dem 1:0-Sieg, den die Profis von Trainer Kari Jalonen am Sonntag beim EHC Red Bull München feierten, sicherten sie sich fünf Spieltage vor Ende der Hauptrunde den Spitzenplatz in der Tabelle – eine Leistung von Seltenheitswert in der Vereinsgeschichte. Seit Bestehen der DEL verdienten sich die Haie den inoffiziellen Titel des Hauptrundenmeisters erst dreimal (1996, 1997, 2000). Außerdem sind die Kölner für die Champions Hockey League qualifiziert, zum zweiten Mal seit der Spielzeit 2014/15.
Was sagt der finnische Coach Jalonen als Architekt dieser Erfolge? Nach dem Sieg in München blieb der 66-Jährige gewohnt sachlich und wies darauf hin, dass es für die Spieler „mental und physisch“ anstrengend gewesen sei, nach der vierwöchigen Olympiapause, die am 25. Februar endete, sofort drei Spiele absolvieren zu müssen. Und er monierte, dass sein Team in München zu viele Strafen kassiert habe (insgesamt 14 Minuten). „Normalerweise gewinnst du ein Spiel mit so vielen Strafzeiten nicht“, sagte Jalonen.
Es gelang trotzdem, da die Defensivleistung des KEC stark war und Janne Juvonen im Tor nichts durchließ - sein fünfter Shut-out im 29. Spiel für den KEC. Überhaupt verlief die Rückkehr des KEC nach der Pause überzeugend: Auf ein 7:2 gegen Dresden folgte ein 6:3 gegen Ingolstadt, erkämpft nach einem 0:2-Rückstand – und schließlich am Sonntag der erste Saisonerfolg gegen München.
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Die Haie haben vor dem Start der Playoffs noch fünf Hauptrundenspiele zu bestreiten, drei davon in dieser Woche: am Mittwoch in der Lanxess-Arena gegen Augsburg (19.30 Uhr), am Freitag (19.30 Uhr) in Mannheim und am Sonntag (14 Uhr) zu Hause gegen Berlin. Die beiden letzten Heimspiele in der Deutzer Arena werden jeweils mit 18.600 Besuchern ausverkauft sein. Damit steht bereits fest, dass der KEC seinen Zuschauerrekord von 17.829 aus dem Vorjahr auf 18.111 Besucher pro Partie steigern wird. Das entspricht einer Auslastung von 97,4 Prozent.
Spannung halten für die Playoffs
Man kann davon ausgehen, dass die Haie trotz ihrer komfortablen Position weiter versuchen werden, in jedem Spiel zu punkten – nicht nur wegen des Publikums, sondern auch zur Standortbestimmung. Gegner wie Mannheim könnten dem KEC in den Playoffs erneut begegnen. „Es geht darum, die Spannung im Hinblick auf die Playoffs zu halten“, sagte KEC-Sportdirektor Matthias Baldys.
Trainer Jalonen kann die Partien aber auch nutzen, um personelle Varianten zu testen. Der neu verpflichtete Verteidiger Markus Nutivaara kann integriert werden, Torhüter Felix Brückmann ein paar Einsätze erhalten, damit auch er in Playoff-Form kommen kann.
Überhaupt setzen die Haie darauf, dass der erfahrene Coach Jalonen das richtige Maß finden und die Mannschaft optimal auf die Endrunde vorbereiten wird. In ihrer DEL-Historie gewannen die Kölner von Platz eins aus bislang zwar keinen Titel. In ihren Meisterjahren 1995 und 2002 starteten sie jeweils als Sechster in die Playoffs. Doch Jalonen, dekoriert mit insgesamt sechs nationalen Meisterschaften als Coach, ist in dieser Hinsicht erfahren.
Mit dem SC Bern wurde der Finne 2017 und 2019 in der Schweizer Liga Meister – jeweils nach Platz eins in der Hauptrunde. Gleiches gelang ihm 2007 in der finnischen Liga mit seinem Heimatverein Kärpät Oulu, den er ebenfalls von Position eins zum Titelgewinn führte. Die Haie hoffen nun auf einen eben solchen Saisonverlauf – und auf ihren ersten Meistertitel seit 2002.


