Auszubildene des Joseph-Dumont-Berufskollegs organisieren ein soziales Event mit Unterstützung der Kölner Haie.
Kölner Haie„It’s a Matchday“: Eishockeyspiel soll junge Menschen in Köln zusammenbringen

Helen Eichenauer(l.), Emily Solbach und Paul Ritter vom Joseph-Dumont-Berufskollegs stellen ihr Projekt vor bei dem Amateure gegen Haie-Profis spielen.
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Für viele Menschen kostet es Überwindung, allein zu einer Veranstaltung zu gehen. Gemeinsam mit den Kölner Haien möchten Schülerinnen und Schüler des Joseph-Dumont-Berufskollegs diese Hemmschwelle mit einem besonderen Event überwinden. Am Samstag, den 13. Juni, findet ab 15 Uhr im Haie-Zentrum an der Gummersbacher Straße in Köln-Deutz ein Amateurspiel statt, das gezielt Menschen zusammenbringen soll, die neue Kontakte knüpfen möchten. Teilnehmen können alle ab 18 Jahren.
Mit Sitzplatzwechseln und „Eisbrecher-Fragen“ sollen neue Kontakte entstehen
Die Schüler kommen aus verschiedenen Bereichen des Eventmanagements, viele von ihnen sind für die Ausbildung nach Köln gezogen. „Wir wissen, wie schwierig es sein kann, neue Leute kennenzulernen“, sagt die angehende Veranstaltungskauffrau Emily Solbach. Soziale Isolation sei ein zunehmendes Problem und betreffe seit der Corona-Pandemie immer mehr junge Menschen. „Ich glaube, dass viele Menschen eigentlich nur einen Grund suchen, um auf andere zuzugehen“, erklärt Mitschüler Paul Ritter. Genau diesen Ansatz wollten die Auszubildenden aufgreifen: Unter dem Motto „It's a Matchday – Kommt alleine, geht zusammen“ soll ein entspannter Rahmen geschaffen werden.
Beim Einlass erhalten die Zuschauer zufällig zugewiesene Sitzplätze für jedes Drittel des Spiels. In den Pausen wechseln die Gäste ihre Plätze, sodass sie jeweils neben anderen Personen sitzen. Zusätzlich sollen Namensschilder sowie Karten mit sogenannten „Eisbrecher-Fragen“ dabei helfen, leichter mit den Sitznachbarn ins Gespräch zu kommen. „Wichtig ist uns vor allem, dass sich alle wohl und sicher fühlen“, betont Helen Eichenhauer, die eine Ausbildung zur Eventmanagerin absolviert. Vor Ort wird es ein Awareness-Team geben, zudem stehen die Schüler des Berufskollegs jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Veranstalter betonen ausdrücklich, dass es sich nicht um ein Dating-Format handele, sondern um ein soziales Event, das Menschen zusammenbringen soll.
Auch abseits des Spielfelds soll der Austausch im Mittelpunkt stehen
Dieses Konzept wird auch auf dem Spielfeld aufgegriffen: Im ersten und im letzten Drittel findet ein Eishockeyspiel statt, bei dem Amateurspieler aufeinandertreffen. Ergänzt werden die Teams durch vier Profispieler der Kölner Haie sowie durch Nachwuchsspieler aus der Jugendmannschaft des Teams. Der sportliche Wettkampf steht dabei nicht im Vordergrund. „Das Spiel soll vor allem einen gemeinsamen Anlass bieten, um ins Gespräch zu kommen“, erklärt Emily Solbach. Im mittleren Drittel gibt es verschiedene Gewinnspiele, an denen sich auch Freiwillige aus dem Publikum beteiligen können. Im Anschluss geht es auf dem Parkplatz hinter dem Trainingszentrum der Kölner Haie weiter: Bis 22 Uhr erwartet die Besucher hier ein Rahmenprogramm mit Essen, Getränken und Spielen wie Bierpong. Mehrere Bands und ein DJ sollen für Stimmung sorgen.
Hinter dem Event steckt die monatelange Planung von 15 Auszubildenden. Dafür wurden feste Teams in den Bereichen Finanzen, Marketing, Location und Programm gebildet. Laut Emily Solbach war die Absprache und Koordination untereinander eine der größten Herausforderungen bei der Organisation. Vor allem der Eintrittspreis von 15 Euro sei dabei lange diskutiert worden. Die Veranstaltung wird vollständig über Ticketverkäufe finanziert. Als Schülerprojekt ohne Eigenkapital sei es wichtig gewesen, mit einem festen Budget zu arbeiten und den Preis dennoch so niedrig wie möglich zu halten, damit möglichst viele junge Menschen teilnehmen können. Das Event ist als soziales Projekt angelegt; sollte dennoch ein Gewinn erwirtschaftet werden, geht dieser an die Kölner Haie.
Auszubildene hoffen auf eine Event, das Menschen langfristig verbindet
Dass das Projekt überhaupt in dieser Größenordnung umgesetzt werden kann, liegt vor allem an der Unterstützung des Eishockey-Vereins. Der Kontakt zu den Kölner Haien entstand unkompliziert per E-Mail. „Wir waren total überrascht, wie offen und unterstützend die Haie direkt reagiert haben“, sagt Helen Eichenhauer. Durch die Zusammenarbeit mit den Haien profitieren die Schülerinnen und Schüler nicht nur von der Location im Haie-Zentrum, sondern auch von der großen Reichweite des Vereins. „Das hätten wir alleine so niemals erreicht, dafür sind wir unglaublich dankbar“, sagt Paul Ritter. Eichenhauer bezeichnet den Veranstaltungsort als ideal für das Event. Die Halle mit rund 500 Plätzen biete eine Mischung aus Stadiongefühl und persönlichem Rahmen. Dort könnten sich die Gäste immer wieder begegnen.
Die Veranstalter hoffen, dass neue Freundschaften entstehen und sich die Gruppen sichtbar durchmischen. Emily Solbach sagt: „Im besten Fall treffen sich Menschen nach dem Event wieder – egal ob zu einem Eishockeyspiel, zum Laufen oder beim Kaffeetrinken.“
