„Tim Torn Teutenberg hat Sportgeschichte geschrieben“, sagt Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester nach dem WM-Triumph des Kölners in Shanghai. Teutenberg gewann am Schlusstag der Bahnrad-Weltmeisterschaften Gold im Ausscheidungsfahren. Er siegte souverän vor dem Dänen Tobias Hansen und dem Belgier Jules Hesters. Bereits am Samstag hatte der 24-Jährige im Omnium Bronze geholt.
Burmester weiter: „Er darf sich nicht nur Weltmeister im Ausscheidungsfahren nennen, sondern auch das prestigeträchtige Regenbogentrikot überstreifen. Teutenberg repräsentiert damit Köln auf der internationalen Radsportbühne und die Vielfalt unserer Sportstadt. Für viele junge Radsportlerinnen und Radsportler ist er ein absolutes Vorbild.“
Kölner Teutenberg träumt von der Tour de France
Im Ausscheidungsfahren ist Teutenberg seit Jahren erfolgreich: Er gewann den EM-Titel 2023 und 2025 und holte in diesem Jahr EM-Silber. Der WM-Titel ist nun der bislang größte Erfolg in dieser Disziplin.
Teutenberg stammt aus einer Radsportfamilie. Sein Vater Lars, seine Tante Ina-Yoko und sein Onkel Sven waren Radprofis und sind dem Sport bis heute verbunden. Seine ältere Schwester Lea Lin Teutenberg fährt ebenfalls in der World Tour. Im Madison gewann Tim Torn Teutenberg gemeinsam mit Roger Kluge bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften 2024 in Kopenhagen den Weltmeistertitel.
Tim Torn Teutenberg: Auf der Straße etablieren
„Unglaublich. Dafür bin ich hierhergekommen. Ich wollte unbedingt das Ausscheidungsfahren gewinnen. Das ist immer mein bestes Rennen. Ich war bei der EM schon oft erfolgreich, aber nie bei der WM. Ich bin sehr glücklich, dass es nun mit dem Titel geklappt hat“, sagte Teutenberg nun nach seinem Coup in Shanghai.
In der nächsten Saison will sich Teutenberg erst einmal auf der Straße etablieren, 2027 fährt er für das belgische Traditionsteam Soudal Safety Jogger, in der Vergangenheit vor allem unter dem Namen Quick Step bekannt. „Ich habe das Team bewundert, seit ich jung war, und war damals ein großer Fan von Mark Cavendish. Diese Mannschaft hat eine außergewöhnliche Historie bei Klassikern, also den Rennen, bei denen ich mich verbessern will.“ Und ganz nebenbei träumt Teutenberg von seiner Premiere bei der Tour de France.
Am Schlusstag sorgten die deutschen Bahnradsportler in Shanghai unterdessen auch für weitere Erfolge. Lea Sophie Friedrich gewann im Keirin Silber. Die achtmalige Weltmeisterin unterlag in einer Millimeter-Entscheidung der Russin Alina Lysenko. Dritte wurde die Britin Emma Finucane. Im Madison sicherten sich Roger Kluge und Moritz Augenstein Bronze, knapp vor Belgien. Gold ging an Dänemark vor Portugal. Das deutsche Team beendete die Titelkämpfe in China mit neun Medaillen, darunter zwei goldenen. (das/dpa)

