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Amateurfußball-KuriosumZwei Teams von Deutz 05 starten in der Bezirksliga

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FC Pesch vs. Viktoria Arnoldsweiler  Fußball Herren Verbandsliga Mittelrhein Trainer Ali Meybodi (Pesch) 08.12.2019 Herbert Bucco

Ali Meybodi, Trainer von Deutz 05

Die erste Mannschaft geht nach dem Landesliga-Abstieg in der Staffel 1 an den Start, die Reserve ist aus der Kreisliga A in die Staffel 2 aufgestiegen.

Die SV Deutz 05, amtierender Kölner Kreispokalsieger, hat sich bereits in der Runde des Mittelrheinpokals mit einem blamablen Resultat aus dem Wettbewerb verabschiedet. Das 0:9 gegen Eintracht Hohkeppel sei eine Demütigung gewesen, wie Trainer Ali Meybodi kundtat. Nach dem Abstieg geht es mit einem Heimspiel in der Bezirksliga 1 weiter. Auftaktgegner ist der TV Hoffnungsthal (Sonntag, 15.30 Uhr).

Stark begonnen, allerdings noch stärker nachgelassen. Diese Entwicklung hat Deutz 05 in der Saison 2024/25 die Klassenzugehörigkeit gekostet. Nach der Hinrunde noch Tabellenfünfter, stürzten die Rechtsrheinischen nach einer desaströsen Rückrunde schnurstracks in den Tabellenkeller. Nach der Trennung von Serkan Dalman hatte sich mit Yilmaz Ardic noch der Sportliche Leiter in zwei Partien erfolglos versucht. Als kaum noch etwas zu retten war, übernahm Meybodi das Traineramt. Dass er neun von zwölf möglichen Punkten einspielte, spricht für den 49-Jährigen. Den Absturz verhindern konnte er nicht.

SV Deutz 05 verliert fast alle Stammkräfte

Die personellen Konsequenzen blieben nicht aus, nachdem der Klub ein Jahrzehnt mindestens in der Landesliga unterwegs war. In Giancarlo Lorè (Hürth), Taylan Gülmez (Porz), Thomas Idel (Ahrweiler), Boris Kivoma (Niederkassel), Kota Ichijo (Hordel/Bochum) sowie Kohsei Maruki und Lewin Murad (beide Königsdorf) gingen den Schwarz-Gelben auf einen Streich fast alle Leistungsträger verloren. Und als Tolga Kiracti (TFC Köln) seinen Wechsel in Meybodis Kader annullierte und nach Bocklemünd zurückkehrte, nahm das Deutzer Schauspiel endgültig groteske Züge an. Denn Kiracti war die Rolle des scheidenden langjährigen Kapitäns Tobias Blum (Karriereende) zugedacht gewesen.

„Wir sind auf brutale Weise in einen Strudel hineingeraten und konnten uns nicht mehr freischwimmen“, sagt Ardic. Jetzt werde man den Blick nach vorne richten. Der Kreispokalsieg sei ein Anfang gewesen. Man werde sich neu sortieren und mit frischer Energie der Herausforderung stellen. Hierzu gehöre auch, den eigenen Nachwuchs noch stärker als bisher berücksichtigen zu wollen.

Deutz 05 II geht in der Bonner Staffel an den Start

Mit der Vizemeisterschaft in der Kreisliga A qualifizierte sich gemeinsam mit dem Staffelsieger TFC Köln überraschend auch die zweite Deutzer Mannschaft mit Trainer Leonard Barth für die Bezirksliga und wird in der Staffel 2 an den Start gehen. Deutz II ist in der Bonner Staffel der Exot und das einzige Kölner Team im Wettbewerb. Nach dem Doppelaufstieg binnen zwölf Monaten geht es für die Deutzer Reserve mit einem Heimspiel gegen TuRa Oberdrees (Sonntag, 13 Uhr) los.

In der Saisonvorbereitung hat sich der 30 Jahre alte Barth auf anderen Plätzen einen Eindruck von der Leistungsstärke etablierter Bezirksligisten gemacht. „Das ist machbar, auch wenn es schon eine andere Hausnummer ist.“ Die höhere Spielintensität erfordere eine Anpassung, um gleich ein Beispiel nachzureichen: „Waren es in der Kreisliga zwischen zehn und 15 Minuten, in denen die Teams am Limit spielten, sind es in der neuen Liga eben 25 Minuten.“ Das sei seiner Ansicht nach der größte Unterschied. Wenn es gelingt, diese Lücke zu schließen, sei alles möglich. „Du kannst alle Spiele gewinnen, aber ebenso verlieren. Und offensichtlich ist, dass in dieser Liga Fehler deutlich häufiger zu Gegentoren führen.“

Francesco Costarella soll auf Torejagd gehen

Beinahe die Waage halten sich die Zu- und Abgänge. Von besonderer Schwere ist der Verlust von Tim Weinrich (32) und Justin Peter Halm (29). Beide sind vorerst in den Fußball-Ruhestand getreten und werden sich verstärkt Familie und Beruf widmen, wie Barth sagt. „Dass beide nicht mehr an Bord sind, schmerzt sportlich wie menschlich enorm.“ In der Aufstiegssaison war Weinrich in 23 Spielen an insgesamt 15 Toren direkt beteiligt. Vollkommen ausgeschlossen ist eine Rückkehr aber nicht. „Wenn sich seine berufliche Situation ändert, rechne ich fest mit ihm“, sagt Barth.

Mit Blick auf die Neuverpflichtungen sticht einer hervor, der mit der Empfehlung von 40 Torbeteiligungen in der Deutzer Reserve aufschlägt. Francesco Costarella (23) traf in der vergangenen Saison für den B-Kreisligisten SC Leverkusen 35-mal, fünf weitere Tore bereitete er vor. Der Italiener habe sich in der Rückrunde vorgestellt und überzeugt. „Francesco ist ein Mittelstürmer durch und durch. Ein echter Boxspieler. Wenn er im Strafraum an den Ball kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er trifft“, lobt Barth.