Der Südstadt-Klub zeigt in Oberhausen eine beeindruckende Leistung und baut den Vorsprung auf die Konkurrenz vorerst auf neun Punkte aus.
3:1-Erfolg in OberhausenFortuna Köln bleibt das Maß aller Dinge in der Regionalliga West

Timo Bornemann bejubelt mit seinen Teamkollegen seinen Treffer zum 3:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen.
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Am Ende bot sich dasselbe Bild wie schon in den vergangenen Wochen. Die Fußballer des Regionalligisten SC Fortuna Köln standen nach dem Schlusspfiff vor ihren mitgereisten Anhängern, hakten die Arme ineinander und schunkelten, sprangen, sangen – ein Ritual, das in der laufenden Saison beinahe zum festen Inventar der Zollstocker gehört.
Schnelle Führung nach fünf Minuten
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Südstädter spielen eine bemerkenswert konstante Runde. Denn auch am 21. Spieltag gewann die Mannschaft von Trainer Matthias Mink, dessen Vertrag jüngst bis 2028 verlängert wurde. Diesmal sogar das Spitzenspiel mit 3:1 bei Rot-Weiß Oberhausen. „Kulisse und Wetter waren überragend, alles passte. Unsere Fans haben uns – ähnlich wie zuletzt in Bochum – großartig unterstützt, der Block war voll. Ein traumhafter Tag“, bilanzierte Mink.
Vor 4627 Zuschauern, die dem Duell zwischen Tabellenführer Fortuna und dem Dritten RWO den würdigen Rahmen verliehen, trat der Südstadt-Klub auf wie eine gewachsene Spitzenmannschaft: souverän, diszipliniert, effizient. Die Maschinerie aus dem Kölner Süden lief früh warm. Bereits nach fünf Minuten verwertete Adrian Stanilewicz ein präzises Zuspiel von Rafael Garcia – im Fallen, in der Drehung, mit einer Mischung aus Technik, Entschlossenheit und Glück – zum 1:0. „Ich habe den Raum gesehen, Rafael spielt den Ball perfekt. Ich nehme ihn mit dem ersten Kontakt mit, stelle meinen Körper rein, dann war es ein bisschen Gestochere – zum Glück ist er reingegangen“, sagte der Torschütze.
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Schon zehn Minuten später überforderte eine schnelle Kombination die Oberhausener Defensive, Hamadi Al Ghaddioui traf nach Vorlage von Vleron Statovci ins untere Eck. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, aber nach dem 2:0 hatten wir ein paar Probleme mit der Variabilität der Oberhausener“, resümierte Mink.
Der Gastgeber mühte sich weiter, auch nach der Pause, doch die Fortuna stand in der Defensive nahezu makellos. Kam die Mannschaft von Sebastian Gunkel zu Chancen, stand entweder Fortunas Schlussmann Lennart Winkler im Weg, oder die Fortuna-Profis kämpften aufopferungsvoll um jeden Ballgewinn und Abpraller. Kurz vor Schluss erhöhten die Gäste die Führung. Nach einem Pass des starken Stanilewicz setzte sich Timo Bornemann gegen zwei Gegenspieler durch und verwandelte sicher ins kurze Eck (75.).
RWO kam nach einem Eckball von Ex-Bundesliga-Profi Moritz Stoppelkamp durch Glody Ngyombo noch zum Anschluss, doch der blieb kosmetischer Natur. „In der zweiten Hälfte ging es darum, die Null zu verteidigen. Mit dem 3:0 war der Deckel drauf. Bei so vielen Standards gegen uns ist das 3:1 am Ende erklärbar, da lässt die Konzentration nach“, sagte Mink. Die Fortuna bleibt dennoch das Maß der Dinge: beste Offensive (49 Tore), beste Defensive (17 Gegentore), nur eine Niederlage. Die Südstädter dominieren das Geschehen derzeit nach Belieben.
Enzo Wirtz fehlt gegen Gütersloh
Durch den Erfolg wuchs der Vorsprung auf die ärgsten Verfolger Oberhausen und den FC Gütersloh auf neun Punkte. Beide haben allerdings noch ein Spiel in der Hinterhand, und am Freitag gastiert Gütersloh im Südstadion.
Dort muss die Fortuna auf Top-Angreifer Enzo Wirtz verzichten, der seine fünfte Gelbe Karte sah. Neuzugang Dejan Galjen von Jahn Regensburg, der in der 85. Minute für Georg Strauch zu seinem Debüt kam, könnte seine Chance erhalten. Und der Klub die Gelegenheit, den Kurs Richtung Titelambitionen weiter zu untermauern – vielleicht erneut mit jenem vertrauten Bild nach Abpfiff: Fortuna, Fans, gemeinsamer Jubel und ein weiterer Sieg.
Fortuna Köln: Winkler – Statovci, Fünger, Al-Azzawe, Fischer – Strauch (85. Galjen), Stanilewicz, Thier (72. Majetic) – Garcia (60. Brechmann), Wirtz (85. Michelbrink), Al Ghaddioui (72. Bornemann) – Tore: 1:0 Stanilewicz (5.), 2:0 Al Ghaddioui (15.), 3:0 Bornemann (75.), 3:1 Ngyombo (89.) – Zuschauer: 4.627.

