Abo

Kölsche SportNachtPara-Athletin Kathrin Marchand prägt die Gala in der Flora

3 min
Die ausgezeichneten Persönlichkeiten zusammen mit Oberbürgermeister Torsten Burmester der Stadt Köln.

Die ausgezeichneten Sportler und Persönlichkeiten Kölns (ab 1.v.l.): Tobias Gemein, Emil Seils, Tim Torn Teutenberg, Kathrin Marchand und Jean Danneberg. Daneben Oberbürgermeister Torsten Burmester (1.v.r.).

In der Kölner Flora feiern hunderte Gäste die Kölner Preisträger, ehe die Gala in eine lange Party übergeht.

Die kölsche Band Räuber spielte ihre größten Hits, auf das „Trömmelche“ folgte „Oben unten“. Schon früh am Samstagabend schunkelten und tanzten die Gäste in der proppevollen Kölner Flora. Bei der Kölschen SportNacht feierte der Kölner Sport zum achten Mal sich und seine Besten. Und die Party sollte bis 4 Uhr am Morgen weitergehen.

Dabei hatte der Gala-Abend ruhig begonnen. Über 500 geladene Gäste – darunter drei Weltmeister, 30 Europameister und 144 Deutsche Meister, dazu Prominenz aus Sport, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – saßen beim Essen, als die Moderatoren Anke Feller und Konstantin Klostermann gemeinsam mit Oberbürgermeister Torsten Burmester und Lars Bischoff, Chef der Agentur Heimspiel, die SportNacht eröffneten. Die Vorab-Auswahl war online erfolgt, aus den Top 5 ermittelte eine Jury die Preisträger.

Marchand wird Kölns Sportlerin des Jahres 2026

Die erste Auszeichnung des Abends gehörte Emil Seils. Der 16 Jahre alte Wildwasser-Kanute, sowohl national als auch international erfolgreich, nahm den Preis als Kölns Nachwuchssportler des Jahres mit einem breiten Grinsen im Gesicht entgegen. Tobias Gemein folgte als Person des Kölner Sports: Der 23-Jährige hat den Sportverein All inclusion Sports gegründet und setzt sich mit viel Leidenschaft für Inklusion ein.

Zu Kölns Sportler des Jahres wurde Radsportler Tim Torn Teutenberg gekürt. Der 23-Jährige gewann im vergangenen Jahr zwei Europameister-Titel. „Es ist eine sehr große Ehre“, sagte er am Rande des Abends im Gespräch mit dieser Zeitung: „Ich war etwas aufgeregt. Deswegen freut mich die Auszeichnung auf jeden Fall. Auf der Bahn will ich bei Olympia 2028 in Los Angeles überzeugen. Jeder Sportler will eine Medaille. Auf der Straße ist das Ziel, regelmäßig Rennen zu gewinnen. Und vielleicht sogar bei der Tour de France dabei zu sein.“

Die kölsche Band „Räuber“ bei ihrem Auftritt in der Flora während der Kölschen SportNacht 2026

Die kölsche Band „Räuber“ bei ihrem Auftritt in der Flora während der Kölschen SportNacht 2026

Der vielleicht beeindruckendste Moment des Abends aber gehörte Para-Ruderin Kathrin Marchand aufgespart. Im türkisen Kleid betrat die 35-Jährige, die Welt- und Europameisterin wurde, die Bühne – knapp eine Woche, nachdem sie bei den Paralympischen Winterspielen in Italien als Langläuferin an den Start gegangen war – und nahm die Auszeichnung als Kölns Sportlerin des Jahres mit einem breiten Lächeln entgegen.

„Es ist wichtig, nach Rückschlagen nicht aufzugeben und seine Träume weiterzuleben. Und das, was man macht, mit Leidenschaft zu machen. Dann kommt man ziemlich weit“, sagte sie. Ihre Geschichte ist außergewöhnlich. Mit 30 Jahren hatte die Ärztin einen Schlaganfall erlitten, seitdem ist die linke Körperseite eingeschränkt. 

Marchand mit historischem Triple

Nun ist sie die erste Athletin, die sowohl an Olympischen Sommerspielen als auch an Paralympischen Winter- und Sommerspielen teilnahm. „Es war krass“, sagte sie am Abend dieser Zeitung. „Ich hatte gefühlt mehr Aufmerksamkeit als einige der Medaillengewinner. Man hat den Fernseher angeschaltet und sah mein Gesicht – ich hätte nicht gedacht, dass das solche Wellen schlägt.“

Als Team des Jahres wurden die Kölner Hockeyspieler der Nationalmannschaft geehrt, die 2025 den EM-Titel gewannen (Jean Danneberg, Tom Grambusch, Thies Prinz, Michel Struthoff und Raphael Hartkop). Als Danneberg, Torwart von Rot-Weiss Köln, zum Foto schritt, war der Preis allerdings in seinen Händen in zwei Teile zerbrochen. „So können wir ihn immerhin besser in der Mannschaft teilen“, schmunzelte der Hüne.

Nach den Ehrungen verlagerte sich die Stimmung endgültig auf die Tanzfläche und zur Afterparty. Kölner Prominenz, Gäste und Sportler feierten, tanzten, tranken bis in die frühen Morgenstunden.