Das Hochsprung-Ass der Cologne Athletics sichert sich mit übersprungenen 1,91 Meter den Hallen-Titel.
LeichtathletikImke Onnen floppt zur Deutschen Meisterschaft

Deutsche Hallenmeisterin im Hochsprung: Imke Onnen von den Cologne Athletics
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Normalerweise übt Christina Honsel sportlich Druck aus auf ihre Dauerrivalin Imke Onnen. Diesmal tat es die Wattenscheiderin in verbaler Hinsicht, indem sie das Hochsprung-Ass der Cologne Athletics im Vorfeld der Deutschen Hallen-Meisterschaften zur „großen Favoritin“ erklärte. Die wegen einer Fußverletzung kurzfristig ausgefallene Olympia-Sechste sollte mit ihrer Prognose kurz vor dem Start des Wettbewerbs Recht behalten, denn tatsächlich machte Onnen das Rennen in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle.
Nachdem sie gleich im ersten Anlauf über 1,91 Meter gefloppt war, biss sich Titelverteidigerin Bianca Stichling (Bayer Leverkusen) als einzig verbliebene Konkurrentin die Zähne aus an der besagten Marke. CA-Vereinschef Claus Dethloff sprach von einem „astreinen Sprung. Anschließend hat Imke noch 1,94 Meter auflegen lassen, aber leider ist die Krönung ausgeblieben.“ Letztere Höhe hätte Onnen eine sichere Top-Zwölf-Platzierung in der Weltrangliste beschert – und damit das Ticket für die Hallen-WM in Polen.
Noch besteht die Chance auf die Hallen-WM
Der Kölnerin bleibt noch eine Chance, um im Ranking zu klettern – und zwar beim Meeting in Ljubljana (Slowenien). „Vielleicht verzichtet ja auch die eine oder andere Athletin auf die Hallen-WM, sodass ich nachrücken kann. Ich hätte auf jeden Fall richtig Bock“, sagte die Weltranglisten-13. Um sich direkt zu qualifizieren, müsste Onnen ihre persönliche Bestleistung (1,96 m) bestätigen.
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Für die zweite Medaille aus Sicht der CA sorgte Vera Coutellier: Die Mittelstrecken-Spezialistin setzte sich im 1500-Meter-Finale zwei Runden vor Schluss an die Spitze, doch dem langgezogenen Schlussspurt der Titelverteidigerin Majtie Kolberg (LG Ahrweiler, 4:20,47 min) hatte die Kölnerin (4:21,27) nichts entgegenzusetzen. Auch Adia Budde (LAV Tübingen, 4:21,01) musste sie kurz vor dem Ziel noch vorbeiziehen lassen – Platz drei. Dethloff attestierte der 30-Jährigen eine „couragierte Leistung. Vera musste die Flucht nach vorne antreten und hat letztlich das Maximum rausgeholt.“
Maurice Grahl vom ASV Köln fehlten indes 19 Zehntelsekunden aufs Podium. Der Kurvenspezialist musste sich im 200-Meter-Finale nur dem Mannheimer Robin Ganter (21,01 sec) sowie dem Münchener Duo Karl Gattinger (21,06) und Maximilian Achhammer (21,27) beugen. Trainer Jannik Engel sprach unter Berücksichtigung der ungeliebten Startbahn drei von einer „brutal starken Zeit“. Sein Schützling Joshua Hartmann schaffte es über 60 Meter ebenfalls unter die besten Acht. In einem hochklassigen Finale belegte der ASV-Sprinter Rang sechs (6,64 sec), Gold holte der deutsche 100-Meter-Rekordhalter Owen Ansah (Hamburger SV, 6,55).
Enttäuschung für Timon Dethloff
Für ein Kölner Duo endeten die Titelkämpfe indes mit einer Enttäuschung. Timon Dethloff legte nach einer Adduktorenverletzung quasi einen „Kaltstart“ über 60 Meter Hürden hin, doch dieser endete bereits im Halbfinale. Der CA-Athlet strauchelte an der vierten Hürde, stieß die letzte mit ausgestreckten Armen zu Boden und sank unmittelbar hinter der Ziellinie frustriert auf die Knie.
Auch Teamkamerad Milan Klosowski konnte seinen Ärger nicht verbergen. Seinen ungültigen letzten Versuch quittierte der Dreispringer mit demonstrativem Kopfschütteln, schließlich hatte er die große Chance auf eine Medaille verpasst. In Abwesenheit des Chemnitzer Duos Max Heß und Steven Freund kam der Kölner nicht über 15,62 Meter hinaus. Damit trennten ihn vier Zentimeter vom Chemnitzer Maximilian Starke (3.) und auch nur 18 Zentimeter vom Champion Peter Osazee (MTG Mannheim). Dethloff sprach von einem „bitteren Ergebnis. Gold wäre absolut drin gewesen, aber es bleibt dabei: Milan ist auf dem richtigen Weg.“ Auch dank seines Trainers Ralf Jaros, der mit seiner 1994 verbuchten Weite (17,10 m) nach wie vor den Meisterschaftsrekord hält. Ein Rekord, der am Sonntag nicht annähernd in Gefahr geraten sollte.

