Als Eldorado für Eisenbahnfans gilt das Museum der Köln-Bonner-Eisenbahnfreunde, das vom Westring an die Konrad-Adenauer-Straße zieht.
Umzug steht bevorNeue Heimat für das Eisenbahn-Museum in Wesseling

Ein einzigartiger Blickfang des Museums ist das Modell einer alten KBE-Bahn aus den 1960er-Jahren.
Copyright: Margret Klose
Das Museum der Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde zieht um. Inzwischen wurden die meisten der 560 Exponate verpackt und vom Westring zum neuen Standort, der alten Güterabfertigung der Köln-Bonner-Eisenbahn (KBE) an der Konrad-Adenauer-Straße in Wesseling gebracht. „Das Gebäude wurde 1937 erbaut und 1948 aufgestockt“, weiß der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde, Dirk Collin.
Das ganze Haus stecke voller Geschichte. „Oben hatte früher der Betriebsarzt der KBE seine Räume“, sagt Collin. Als 1990 die KBE auszog, hatten zunächst noch die Fahrer der Linie 16 dort ihren Pausenraum. Danach zog ein Motorradgeschäft ins Gebäude. „Ihm haben wir auch den Glasvorbau zu verdanken, in den nun unser Museum zieht“, berichtet er. Von 2005 bis 2012 stand das Gebäude leer. Dann mieteten die Eisenbahnfreunde die Räumlichkeiten von der HGK an. „Heute ist das alte Haus die Heimat von vier Vereinen mit nahezu 500 Vereinsmitgliedern“, so Collin.
Bleibe für mehrere Vereine in einem Komplex
Im Januar 2025 zog der Verein für Orts- und Heimatkunde Wesseling ins Obergeschoss. Seit November vergangenen Jahres ist der Modelleisenbahnclub Bad Neuenahr-Ahrweiler mit an Bord. Zur Mietergesellschaft gehöre auch der Verein „ET 57“, erklärt Collin. ET stehe für Elektrotriebwagen. „Dieser Verein unterhält und restauriert den alten unter Denkmalschutz stehenden ET 57 der KBE“, so der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde weiter. Darüber hinaus sei der Verein auch im Besitz des Silberpfeils ET 201. „Ihn hat mein Großvater 1960 noch gefahren“, berichtet Collin.
Doch bevor diese rollenden Denkmäler nach Wesseling kommen, wo sie irgendwann auch stationiert werden sollen, könnten laut Collin noch Jahre vergehen. Was jedoch die bevorstehende Eröffnung des Eisenbahn-Museums betrifft, zählen der Vereinschef und sein Team inzwischen die Stunden. Mindestens zweimal in der Woche kommen sie zusammen. Für den Umzug bekam der Verein einen Zuschuss vom Landschaftsverband Rheinland. In Eigenleistung wurde jedoch die künftige Museumsfläche renoviert. „Nur für die Abdichtung des Flachdachs haben wir nach einem Wasserschaden ein Unternehmen beauftragt“, berichtet Collin.
Er zählt wie gut ein Dutzend Freiwilliger zum harten Kern der Helfer. Fast immer mit dabei sind auch Vorstandsmitglied Wolfgang Schwarzer und Vereinsmitglied Theo Meschernich. Ehrenamtlich wurden in den vergangenen Monaten der neue Laminatboden verlegt, die Wände gestrichen, ein großer Teil der Elektronik neu installiert und die ersten Lampen aufgehängt. „Jetzt geht's in den Endspurt“, freut sich Eisenbahnfreund Collin.
Die meisten Exponate sind schon ausgepackt und aufgestellt – darunter auch einzigartige Blickfänger wie zum Beispiel das Modell einer alten KBE-Bahn. „Das ist ein Originalmodell, das die Auszubildenden der KBE in den 1960er-Jahren in ihrer Ausbildung hier selber gebaut haben,“ so Collin. Einzigartig sind aber auch die Monatskarten aus den 1930er-Jahren mit Lichtbild sowie die „Locher“, die die Schaffner zu KBE-Zeiten bei sich trugen und mit denen die Fahrkarten entwertet wurden.

Dirk Collin von den Eisenbahnfreunden hält eine Zuglampe aus den 1940er-Jahren.
Copyright: Margret Klose
„Die Exponate hier sind alles echte Originale“, sagt Schwarzer. Ein großer Teil stamme aus der Sammlung von Vereinsehrenmitglied Jean Riemann. „Er hat unseren Verein im Mai 1982 gegründet und das Museum 1987 mit aufgebaut“, erklärt er. „Dank Riemann ist hier jetzt die komplette Geschichte der KBE nachvollziehbar und erlebbar“, schwärmt auch Collin.
Schön findet es der Vereinsvorstand auch, dass ihr neuer Museumsstandort nun an wirklich prominenter Stelle steht und von Passanten gut gesehen und wahrgenommen werden kann. Alle Eisenbahnfreunde und -fans und auch all diejenigen die es vielleicht noch werden wollen, dürfen sich eingeladen fühlen, wenn die Neueröffnung des Museums am 17. Mai von 11 bis 16 Uhr an der Konrad-Adenauer-Straße 13 gefeiert wird.

