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PilotprojektKanalnetz und Maßnahmen gegen Starkregen in Rodenkirchen werden optimiert

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Die Adlerstraße in Rondorf war von Starkregen betroffen. Sie liegt tiefer als das benachbarte Feld.

Die Adlerstraße in Rondorf war von Starkregen betroffen. Sie liegt tiefer als das benachbarte Feld.

Rodenkirchen wird wasserfest gemacht – ein Pilotprojekt für ganz Köln. Die Steb stellen Grundlagen, Gebiete und Ergebnisse vor; Abschluss im April.

„Ein effektiver Schutz vor Starkregen und Hochwasser ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das Thema muss allerdings noch mehr in das Bewusstsein der Bürger rücken“, sagte Christian Gattke, Geschäftsbereichsleiter Planung und Bau bei den Stadtentwässerungsbetrieben (Steb). Mit seinem Kollegen Frank Rüsing war Gattke in die letzte Sitzung der Bezirksvertretung in Rodenkirchen gekommen.

Der Bezirk gilt seit der Auftaktveranstaltung im Oktober 2024 als Pilotprojekt zum Thema Starkregen. „Ein Reallabor“, wie es die Steb nennen. In verschiedene Arbeitspakete unterteilt, wurden die wichtigsten Erkenntnisse in der öffentlichen Sitzung mitgeteilt. Es ging hauptsächlich um das Kanalnetz, Flächenanalysen zu Überschwemmungshotspots im Bezirk und die mögliche Teilnahme der Bevölkerung.

3D‑Starkregenkarte und Ausbaupläne fürs Kanalnetz

Ein wichtiger Punkt: 2017 wurde die erste Starkregenkarte der Stadt erstellt. Seit letztem Jahr liegt sie auch in dreidimensionaler Form vor. „Köln war die erste Großstadt, für die diese Informationen vorlagen“, so Gattke. Auf der Karte der Stadtentwässerungsbetriebe kann eine Adresse eingegeben werden, die eine erste Auswertung gegen Gefährdung bei Starkregen herausgibt. Starkregen an sich, so erläuterten die Mitarbeiter, ist „zu viel Regen in kurzer Zeit“.

Dabei entspräche das Kanalnetz, zum Beispiel, den Standards. Sukzessive sollen 15 Millionen Euro im Bezirk für die Neuberechnung, den weiteren Ausbau und die Vergrößerung der Kanäle ausgegeben werden. Ein Regenrückhaltebecken in Hahnwald ist bereits umgesetzt, es soll ebenfalls noch weiter ausgebaut werden. Derzeit im Bau ist das Rückhaltebecken Kradepohl, wie diese Zeitung berichtete.

Dezidiert hat sich ein Arbeitspaket auch mit betroffenen Flächen auseinandergesetzt. „Wie kann man hier das Wasser umleiten? Wo kann Wasser stehen und zu Schäden führen? Wo gibt es im Umkreis öffentliche Flächen, die sich zum Zwischenspeichern von Wasser eignen?“, sind Fragen.

Rückhaltebecken und neue Maßnahmen gegen Starkregen in Rondorf

Beispiel Adlerstraße in Rondorf. Hier liegt die Straße tiefer als das benachbarte Feld. Am 14. Juli 2021 war der obere Teil der Adlerstraße, etwa, massiv vom Starkregen betroffen. Parallel, als Niederschläge die Eifel und das Ahrtal verwüsteten. Das Wasser schwappte über die Wohnungsschwellen und überflutete nicht nur Keller, sondern auch Wohnraum.

Derzeit arbeiten die Stadtentwässerungsbetriebe daran, am Parkplatz der Kleingartenanlage ein unterirdisches Rückhaltebecken zu etablieren. Kanalbaumaßnahmen sind ein fortlaufendes Thema. Darüber hinaus geht es um die Optimierung der Kanalnetzsteuerung. Insgesamt in acht Stadtteilen im Bezirk laufen Maßnahmen. Auch die einzelnen Bürger können helfen, indem etwa eine Zisterne geplant wird oder sogenannte Rigolen zum Zwischenspeichern und Nutzen, etwa für die Bewässerung der Kleingärten, angelegt werden.

Eine Rigole ist ein unterirdisches Bauwerk zur Versickerung von Regenwasser. Sie speichert Niederschlagswasser und gibt es kontrolliert ins Erdreich ab. Dazu gehört auch das Konzept „Wasser zum Baum bringen“: Statt Bäume wie früher mit Bordsteinen einzuengen, soll ein unterirdischer Speicher das Wasser aufnehmen und bei Trockenheit wieder an den Baum abgeben. Eine mögliche Beispielfläche entsteht derzeit in Weiß an der Peterstraße. Ziel ist es, die Starkregenresilienz zu verbessern.

Viele Veranstaltungen und Mitmachaktionen haben in den letzten beiden Jahren auf die Problematik aufmerksam gemacht. Die Maßnahmen laufen nach Angaben der Steb gut. „Wir werden das Engagement auf andere Stadtteile ausweiten.“ Am Samstag, 18. April, findet in der Wachsfabrik, zwischen 11 und 16 Uhr, eine Abschlussveranstaltung statt, auf der die Ergebnisse und weitere Vorschläge noch einmal vorgestellt werden.


Weitere Informationen und 3D-Starkregenkarte unter steb-koeln.de