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Neo Telle erklärt Wechsel zu Fortuna Köln„Sie zeigten mir eine klare Perspektive“

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Neo Telle (m.) auf der Tribüne beim Spiel des 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart

Der Neuzugang des Südstadt-Klubs vom 1. FC Köln könnte am Sonntag gegen den VfL Bochum II sein Pflichtspieldebüt feiern.

Noch vor einem Jahr ging der Regionalligist SC Fortuna Köln als Tabellenzweiter der West-Staffel in die Winterpause und hatte das Ziel, Tabellenführer Duisburg die Spitzenposition streitig zu machen. Doch nach einigen Wochen im neuen Jahr war die Mission bereits gescheitert, die Südstädter ließen die erforderlichen Ergebnisse vermissen.

Am Sonntag in Bochum zu Gast

Das soll in diesem Jahr anders laufen, der Pflichtspielauftakt gegen den VfL Bochum II am Sonntag (Vonovia Ruhrstadion, 14 Uhr) markiert die erste Bewährungsprobe nach der Wintervorbereitung, die die Fortuna nicht nur in Köln absolvierte, sondern auch im einwöchigen Trainingslager im türkischen Side. „Die erste Trainingswoche in Köln war wegen der Platzbedingungen schwierig, die Einheiten im Kraftraum und in der Soccerhalle dagegen gut. Umso wichtiger war es, in die Türkei zu fliegen, weil dort die Bedingungen deutlich besser waren. Das gesamte Umfeld war dort optimal. Die Einheiten waren teilweise anstrengend, aber so soll es sein“, sagt Winterneuzugang Neo Telle im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der spielstarke Innenverteidiger, der vor seinem Wechsel zur Fortuna viele Jahre beim 1. FC Köln spielte – unter Ex-FC-Trainer Gerhard Struber verbuchte Telle drei Einsätze in der 2. Bundesliga –, nutzte den Januar, um sich in die Mannschaft zu integrieren. Im Trainingslager sammelte er in beiden Testspielen gegen Chemnitz (3:3) und Lokomotive Leipzig (2:2) die ersten Spielminuten, am Sonntag könnte das Pflichtspieldebüt folgen.

Der Wechsel von Telle kam für den Außenstehenden unerwartet. Im Gespräch erklärt er seinen Schritt in die Südstadt: „Im letzten halben Jahr kam ich kaum auf regelmäßige Spielzeiten. Gerade in der Schlussphase war ich damit nicht mehr zufrieden, ebenso wenig mit der Perspektive, die mir geboten wurde. Nach einer solchen Situation habe ich mir gesagt, dass es wichtig ist, auch einmal diesen Schritt zu gehen“, so Telle, der ergänzt: „Fortuna hat mich kontaktiert und mir eine klare Perspektive aufgezeigt, die mich überzeugt hat. Das passte zu den Ambitionen des Vereins. Es war wichtig, nach all den Jahren im NLZ einmal herauszukommen und andere Perspektiven kennenzulernen.“

Beim FC war neben der geringen Spielzeit auch die Unzufriedenheit der Trainer ein weiterer Grund für seinen Wechsel: „Die Verantwortlichen und das Trainerteam beim FC waren mit meinen Leistungen nicht mehr zufrieden. Zudem kamen zu Saisonbeginn weitere Innenverteidiger hinzu, wir hatten schlicht zu viele. Deshalb entschieden sich die Trainer für andere Spieler.“ Somit entschied sich Telle für den Wechsel zum Stadtrivalen. Die Fortuna habe er stets „als emotionalen und lebendigen Verein mit einer erwachsenen, klaren Spielidee wahrgenommen“, sagt Telle.

Telle erwartet Kampfspiel

Um am Sonntag gegen Bochum, aktuell Tabellen-16. und vermeintlicher Außenseiter, zu bestehen, steht nicht das Spielerische im Fokus, beschreibt der Defensivakteur: „Wir müssen als Team auftreten und kämpferisch alles investieren. Fußballerisch wird nicht alles sofort funktionieren, daher müssen wir mehr investieren. Darüber finden wir ins Spiel.“

Der Gegner „stehe nicht gut da“, sagt Telle: „Das ist sicher auch nicht so, wie es die einzelnen Spieler wollen. Vielleicht wollen sie nach der Pause einen Neubeginn wagen, mit der Ambition, Punkte zu holen. Das wird ein harter Kampf. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt“, urteilt der Neuzugang, der seinen ersten Einsatz kaum erwarten kann: „Ich freue mich sehr auf das erste Spiel. Ich bin aufgeregt. Das gilt ebenso für das erste Heimspiel im Südstadion.“ Dort trifft der Ex-FC-Spieler auf den großen Rivalen Mönchengladbach