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Interview

FC-Trainerin Hagedorn
„Die Bäuche werden richtig kribbeln“

3 min
06.12.2025, Fussball, Frauen, RL West, Saison 2025/2026, Borussia Dortmund vs. 1.FC Koeln U21, U 21 im Stadion Rote Erde in Dortmund Deutschland Verena Hagedorn Trainerin 1. FC Koeln U21 Dortmund Stadion Rote Erde Nordrhein Westfalen Deutschland *** 06 12 2025, Football, Women, RL West, Season 2025 2026, Borussia Dortmund vs 1 FC Koeln U21 at Stadion Rote Erde in Dortmund Germany Verena Hagedorn Coach 1 FC Koeln U21 Dortmund Stadion Rote Erde North Rhine-Westphalia Germany FZ

Verena Hagedorn (M.), Trainerin der U 21 des 1. FC Köln.

Die Trainerin der Kölner U 21 spricht über die Anspannung vor dem Relegations-Hinspiel um den Zweitliga-Aufstieg gegen Holstein Kiel.

Frau Hagedorn, wie steht es um die Anspannung bei Ihnen und Ihrer Mannschaft vor dem Hinspiel um den Zweitliga-Aufstieg am Sonntag (12 Uhr) gegen Holstein Kiel?

Es ist eine Mischung aus Aufregung und Vorfreude, dass wir diese Partien spielen dürfen nach unserer Regionalliga-Meisterschaft. Die Bäuche werden richtig kribbeln. Und unsere Mädels haben Bock auf die Spiele. Das ist eine coole Mischung.

Ärgert es Sie, dass Sie nach einer derart starken Saison nicht direkt aufsteigen, sondern sich erst noch mit einem anderen Regionalliga-Meister messen müssen und am Ende schlimmstenfalls ohne Lohn dastehen?

Das ist ja ein grundsätzliches Thema, auch im männlichen Bereich, dass man als Meister in der Regionalliga überhaupt noch in die Relegation gehen muss. Das muss an anderer Stelle diskutiert werden. Uns waren die Regularien klar, deswegen freuen wir uns – und es ist keine Selbstverständlichkeit, mit so einer jungen Mannschaft so eine tolle Saison gespielt zu haben.

Was für einen Gegner erwarten Sie am Sonntag?

Ich erwarte Holstein als physisch starken Gegner, der defensiv sehr diszipliniert ist. Es ist eine eingespielte Mannschaft, die vor dem Tor sehr effektiv ist.

Worauf kommt es in den beiden Duellen stärker an, auf die sportliche Qualität oder die stärkeren Nerven?

Wahrscheinlich auf beides. Wir wollen natürlich zunächst einmal unsere Qualitäten auf den Platz bringen. Ich hoffe, dass dieser Faktor am Ende überwiegt. Aber man kann es am Ende natürlich nicht vermeiden, dass mitunter Entscheidungen im Spiel getroffen werden, die man vielleicht anders getroffen hätte, wenn man nicht angespannt gewesen wäre. Aber das wird beiden Mannschaften so gehen.

Wir mussten bereits den einen oder anderen Rückschlag einstecken, aber wir sind nie in ein Loch gefallen. Hut ab, wie nervenstark unsere Spielerinnen in vielen Phasen waren
Verena Hagedorn über die Saison in der Regionalliga

Zumal Ihre Mannschaft im Saisonverlauf bewiesen hat, dass Sie ihre Nerven im Griff hat?

Genau. Wir mussten bereits den einen oder anderen Rückschlag einstecken, aber wir sind dabei nie in ein Loch gefallen. Hut ab, wie nervenstark unsere Spielerinnen in vielen Phasen waren.

Haben Sie sich eigentlich schon Tipps bei Pauline Nelles eingeholt, die beim letztmaligen Zweitliga-Aufstieg der U 21 zur Heldin in den Playoffs gegen Saarbrücken avancierte?

Ich hatte mit ihr noch keinen Kontakt, seitdem sie wieder hier ist. Sie hat damals eine tolle Leistung gezeigt und Nervenstärke bewiesen. Die brauchen wir jetzt auch. Aber auch unabhängig von unseren Aufstiegsspielen freue mich auf jeden Fall auf die Begegnung mit ihr.

Spüren Sie Erfolgsdruck, weil ein möglicher Aufstieg in der kommenden Saison noch einmal deutlich schwieriger würde, nachdem mit dem FC Schalke der nächste Big Player den Sprung in die Regionalliga West geschafft hat?

Druck in dem Sinne haben wir nicht, weil wir eine Mannschaft sind, die für unsere Bundesliga-Mannschaft ausbildet. Das ist unsere Priorität. Natürlich würde es nächstes Jahr schwieriger und wir wollen so hoch wie möglich mit unserer U 21 spielen, um den Abstand zu unserem Bundesliga-Team so gering wie möglich zu halten. Wenn man eine solche Saison gespielt hat, will man natürlich auch das Maximum erreichen. Das ist der eigentliche Druck, den wir spüren.

Sie haben das aufstrebende Team von Borussia Dortmund auf Distanz halten können. Was war das Erfolgsrezept dafür, was ist besonders gut gelaufen in der bisherigen Saison?

Das war zunächst unsere Nervenstärke. Zudem haben wir einen großen Zusammenhalt im Team, jede hat für jede gekämpft und jede konnte sich für jede freuen. Und wir konnten jede Spielerin ein Stück voranbringen, so dass wir adäquat reagieren konnten, wenn zum Beispiel mal jemand ausgefallen ist. Das hat uns durch die Saison getragen.

Was muss sich noch verbessern, insbesondere bei einem möglichen Aufstieg in die Zweite Bundesliga?

Das Spieltempo wird bei einem Aufstieg deutlich höher. Das heißt, man muss auch schneller im Kopf werden und die eine oder andere Spielerin muss sicher auch in der Physis noch zulegen. Aber das liegt bei den jungen Spielerinnen in der Natur der Sache, sie brauchen etwas Zeit.

Würde sich Ihr Kader bei einem Aufstieg stark verändern?

Wir sind mit unserer Planung fast durch. Deswegen müssen wir auch keine großen Umbau-Maßnahmen mehr vornehmen. Die neue Mannschaft gilt es dann schnellstmöglich zu einer Einheit zu formen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Britta Carlson?

Wir sind immer im Austausch, gerade zu Spielerinnen, die bei ihr mittrainieren oder aus dem Bundesliga-Team bei uns aushelfen. Wer braucht Spielzeit, weil sie gerade aus einer Verletzung kommt? Dass unsere jungen Spielerinnen wie Carolin Elsen, Jil Schäfer oder Julia Schiffarth in der ersten Mannschaft eingebunden werden, ist ein gutes Zeichen, dass der Weg aus der Jugend in die Bundesliga führen kann.

Sie haben Ihren Vertrag bereits bis 2028 verlängert. Was ist Ihr Ziel in diesem Zeitraum?

Ich möchte meinen Teil beitragen, damit sich unsere Talente weiterentwickeln, ihnen der Weg in Richtung Bundesliga-Mannschaft geebnet wird und sie so ihre Chancen erhalten, sich auf höchstem Niveau zu beweisen. Mannschaftlich werden wir immer versuchen, das Beste herauszuholen. Außerdem werden wir alles daran setzen, die aktuelle Saison mit dem Aufstieg zu krönen.