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FrauenfußballGroßer Schritt in der Entwicklung des 1. FC Köln

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21.03.25, Frauen, Fussball, 1.BL, Test, Saison 2024/2025, 1.FC Köln - SGS Essen Britta Carlson Trainerin vom 1.FC Koeln Mannschaftsansprache nach dem Spiel gegen SGS Essen *** 21 03 25, Women, Soccer, 1 BL, Test, Season 2024 2025, 1 FC Köln SGS Essen Britta Carlson Coach of 1 FC Köln Team speech after the match against SGS Essen

Britta Carlson (Mitte), Trainerin des 1. FC Köln, bei einer Besprechung mit ihrem Team. 

Das Team von Trainerin Britta Carlson beendet die Bundesligasaison mit einem Rekordwert von 37 Punkten. 

Es war der passende Abschluss einer erfolgreichen Spielzeit. Die Fußballerinnen des 1. FC Köln beendeten ihre Rekordsaison in der Bundesliga mit einem souveränen 3:0-Erfolg beim FC Carl Zeiss Jena. 37 Zähler stellen einen Allzeit-Rekord für den 1. FC Köln im Oberhaus des Frauenfußballs dar. Die Mannschaft sammelte damit in der Saison 2025/26 mehr Punkte als in den beiden Spielzeiten davor zusammengerechnet.

An diesem Zahlenspiel wird deutlich, welch großer Entwicklungsschritt dem FC gelungen ist. Nach Jahren im Tabellenkeller hatte die Mannschaft diesmal nichts mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu tun. Stattdessen lagen die Kölnerinnen zwischenzeitlich sogar in Sichtweite der Europapokal-Plätze.

1. FC Köln hat sich Respekt der Gegnerinnen erarbeitet

Die Verantwortlichen schoben diese Träumereien aber stets beiseite. Eintracht Frankfurt auf dem Champions-League-Qualifikationsrang drei lag am Ende 14 Punkte entfernt und steht damit – zumindest im Frühjahr 2026 – noch eine Stufe über dem FC. Doch allein der Umstand, dass der Blick in der Tabelle nach oben wandert und nicht mehr nach unten, ist schon ein Erfolg für die Verantwortlichen.

Die Kölnerinnen entwickeln sich mit großen Schritten zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten in der Bundesliga und haben sich den Respekt der Gegnerinnen erarbeitet. Bemerkenswert: Trotz der zwischenzeitlichen Durststrecke von fünf Spielen ohne Sieg war der FC in der Rückrunde (19 Punkte) sogar noch leicht erfolgreicher als in der Hinserie (18 Punkte).

Die Aufgabe wird es nun sein, den Aufwärtstrend konstant fortzusetzen und nicht – wie nach der Saison 2021/22 – zu einer Ausnahme geraten zu lassen. Damals sicherte sich der FC nach dem letztmaligen Wiederaufstieg zunächst auch souverän den Klassenerhalt im ersten Anlauf, rutschte in den Jahren danach aber wieder in den Keller.

Es wird keinen Riesenumbruch geben, wie in den vergangenen Jahren, weil wir den Kern jetzt einfach für uns gefunden haben
Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball beim 1. FC Köln

Die Vorzeichen stehen diesmal jedoch deutlich besser. Das sportliche Fundament ist gelegt, der Kern der Mannschaft bleibt zusammen und Trainerin Britta Carlson entpuppte sich seit ihrem Amtsantritt im Januar 2025 als Architektin des Erfolg.

Die frühzeitige Planungssicherheit war zudem ein Segen für die Verantwortlichen um Carlson und die zwischenzeitlich zur Direktorin Frauen- und Mädchenfußball beförderte Nicole Bender-Rummler. Die Kaderplanung konnte forciert werden, auch wenn bisher noch keine externen Transfers öffentlich verkündet wurden. Damit ist aber zeitnah zu rechnen.

„Es wird keinen Riesenumbruch geben, wie in den vergangenen Jahren, weil wir den Kern jetzt einfach für uns gefunden haben. Die Mannschaft hat sich gefunden“, sagte Bender-Rummler bereits in der Winterpause.

Dabei müssen zunächst die Lücken geschlossen werden, die von den Abgängen Aurora Mikalsen, Martyna Wiankowska, Sylwia Matysik, Sara Agrez und Adriana Achcinska hinterlassen werden. Britta Carlson sagte kürzlich: „Wenn wir die nächsten Schritte machen wollen, müssen wir natürlich die gleiche oder auch noch eine andere Qualität bekommen. Da sind wir dran.“

Dazu sollen auch noch die vielversprechenden Talente aus der eigenen zweiten Mannschaft weiter oben herangeführt werden. Die U 21 kämpft um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga, steht zwei Spieltage vor dem Saisonende als Tabellenführer vor der Meisterschaft in der Regionalliga West. Danach stünde im Juni noch das Playoff mit Hin- und Rückspiel gegen Holstein Kiel als Meister der Regionalliga Nord an.

Wir müssen bodenständig bleiben und Schritt für Schritt gehen
Nicole Bender-Rummler

Die U 21 in der Zweiten Bundesliga würde dem 1. FC Köln weitere Möglichkeiten in der Ausbildung der eigenen Talente auf höchstmöglichem Niveau bescheren. Zudem könnten Spielerinnen aus dem Bundesliga-Kader nach Verletzungen auf adäquater Ebene wieder herangeführt werden.

Spannend wird, mit welchem Ziel die Kölnerinnen in die neue Saison gehen werden, die am 21. August startet. „Wir müssen bodenständig bleiben und Schritt für Schritt gehen“, betonte Bender-Rummler. Klar ist aber auch, dass die Kölnerinnen die Messlatte mit der aktuellen Saison hochgelegt haben. Die 37 Punkte gilt es in der neuen Saison zu bestätigen.

Mit Essen und Jena haben sich zwei Mannschaften aus der Bundesliga verabschiedet, die nur bedingt konkurrenzfähig waren. Dafür steigen mit dem VfB Stuttgart und dem 1. FSV Mainz 05 zwei Vereine auf, die sicherlich auch auf Anhieb höhere Ziele als den Klassenerhalt haben dürften.