Der Südstadt-Klub präsentiert die beste Defensive der Regionalliga West. Das liegt auch an der Entwicklung von Verteidiger Max Fischer.
Verteidiger Max FischerFortuna Kölns Fels in der Brandung

Max Fischer hat diese Saison viele Gründe zum Jubeln.
Copyright: IMAGO/Beautiful Sports
Die Stimme am anderen Ende der Leitung klingt selbstbewusst, energisch und bemerkenswert gefestigt – sie gehört Maximilian Fischer, Verteidiger des Regionalligisten SC Fortuna Köln, Tabellenführer der West-Staffel. Vor gut einem Jahr hatte der gebürtige Kölner bereits mit dieser Zeitung gesprochen, damals allerdings deutlich zurückhaltender. Inzwischen hat er nicht nur an Präsenz gewonnen, sondern sich auf dem Platz zu einer festen Größe entwickelt. Gemeinsam mit seinen Nebenleuten bildet er das Herzstück der derzeit besten Defensive der Regionalliga West, die erst 17 Gegentore hinnehmen musste.
Fischer mit starker Entwicklung
„Vor einem Jahr war die Situation eine völlig andere“, sagt Fischer. „Der wichtigste Punkt aber: Wir harmonieren als Mannschaft – sogar besser als in der vergangenen Spielzeit. Ein oder zwei Ausfälle stecken wir problemlos weg. Die Jungs von der Bank fügen sich nahtlos ein und machen ihren Job hervorragend.“ Fischers starke EntwicklungAuch persönlich sieht Fischer deutliche Fortschritte. „Man entwickelt sich ständig weiter und reflektiert, was man im Vorjahr besser machen konnte. Ich trete inzwischen mit viel mehr Aktivität und Intensität auf. Die Zweikampfführung und das Spiel mit Ball haben sich verbessert. Und die fünf bis sechs Kilo mehr Muskelmasse, die ich draufgepackt habe, helfen in dieser Liga enorm.“ Fischer stand bereits 20 Mal in der Startelf, überzeugt mit bemerkenswerter Variabilität – notfalls rückt er sogar nach links heraus – und ist aus dem Gefüge nicht mehr wegzudenken.
Mit 46 Punkten und seit 18 Regionalliga-Spielen ungeschlagen geht die Fortuna in die nächste Aufgabe: Am Freitagabend (19.30 Uhr, Südstadion) gastiert der FC Gütersloh in Köln, Tabellenzweiter mit 37 Punkten und ebenfalls in guter Form. Die Ostwestfalen haben zuletzt im September verloren. Für Fischer ist die Aufgabe klar: „Sie sind eine sehr robuste, intensiv spielende Mannschaft, die stark auf lange und zweite Bälle setzt. Spielerisch weniger, dafür umso mehr über den Willen. Sie gehen mit hoher Intensität in jeden Zweikampf, jeder arbeitet für den anderen. Auch verbal wird es sicher hitzig. Das müssen wir aushalten, den Gegner niederkämpfen – und uns eine gute Ausgangslage für die kommenden Wochen erarbeiten.“
Alles zum Thema Südstadt (Köln)
- Topspiel der Regionalliga West Fortuna Köln schlägt den FC Gütersloh und zieht davon
- „Karneval geht über den Tod hinaus“ Prinz Niklas kündigt rührende Geste für Rosenmontagszug an
- Bilanz zu Weiberfastnacht in Köln Weniger Einsätze, aber schwere Straftaten wie Vergewaltigung und Hammer-Angriff
- „Stadt Köln kann sich beim Himmel bedanken“ So lief Weiberfastnacht im Zülpicher Viertel und in der Südstadt
- Brücken, Kneipen, Kiosk-Hopping Wie Jecke im Zülpicher und in der Südstadt im Regen feierten
- „Warum hast du nicht ja gesagt?“ Jan und Griet eröffnen den Straßenkarneval in der Südstadt
Neun Punkte Vorsprung auf Gütersloh und den Tabellendritten Oberhausen, den die Fortuna am vergangenen Samstag mit 3:1 besiegt hatte, klingen komfortabel, doch der Verteidiger warnt vor trügerischer Ruhe, zumal einige Konkurrenten noch Nachholspiele absolvieren müssen. „Uns lähmt der Vorsprung nicht“, sagt er. „Wir verspüren keinen Druck, wir denken von Spiel zu Spiel.“
Mit besonderer Freude habe die Mannschaft zudem die Vertragsverlängerung von Trainer und Sportdirektor Matthias Mink bis 2028 aufgenommen: „Man spürt im täglichen Umgang, dass hier etwas Besonderes entstanden ist. Matthias ist federführend dafür verantwortlich, dass dieser Kader überhaupt möglich wurde. Ich habe noch nie ein Team erlebt, das so gut harmoniert. Die Spielidee, die Intensität – das hat er uns vom ersten Tag an eingeimpft. Jetzt gilt es, so weiterzumachen. Und mit ihm aufzusteigen.“ Der Verteidiger selbst könnte sich einen Verbleib bei der Fortuna vorstellen: „Ich bin ein Kölner Junge, hier geboren, hier aufgewachsen. Das vergangene Jahr war eine tolle Zeit. Freunde und Familie sind hier, meine Eltern kommen zu jedem Heimspiel. Fortuna ist ein großartiger Klub, bei dem ich mich extrem wohlfühle. Wenn wir den Aufstieg schaffen – und wir allein haben es in der Hand –, traue ich diesem Verein sehr viel zu, vorausgesetzt der Kader bleibt zusammen.“
Im Winter hat Fortuna bereits zwei neue Kräfte verpflichtet: Verteidiger Neo Telle (zuvor 1. FC Köln II) und Dejan Galjen (zuvor Jahn Regensburg). Für Fischer ein deutliches Zeichen: „Das zeigt die Strahlkraft der Fortuna. Der Verein hat nachgelegt, und das unterstreicht, dass der Drittligaufstieg das klare Ziel ist – und dass der Klub alles dafür tut. Konkurrenz belebt die Mannschaft.“ Und so klingt am Ende des Gesprächs die Stimme, die eingangs so selbstbewusst, energisch und klar durchs Telefon kam – als spreche da nicht nur ein Verteidiger, sondern das Echo einer Mannschaft, die weiß, was sie will.

