Trainer Marian Wilhelm kündigt vor dem Highlight-Heimspiel personelle Rotation an.
Viertes Spiel in zehn TagenViktoria Köln hofft auf frische Beine gegen 1860 München

Die Viktoria-Profis bedanken sich bei den mitgereisten Fans.
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Einige Zahlen waren für ein Spiel beim Tabellenführer außergewöhnlich: Zwei Drittel Ballbesitz, 9:0 Ecken. Die entscheidenden Fakten waren am Dienstagabend allerdings nicht aufseiten des FC Viktoria Köln – weshalb die Höhenberger beim Drittliga-Spitzenreiter VfL Osnabrück 0:2 (0:2) unterlagen. „Der Spielverlauf war gegen so eine Top-Defensive denkbar schlecht“, resümierte Trainer Marian Wilhelm. Die Niedersachsen waren vor eigenem Publikum beim ersten Angriff durch Robin Meißner in Führung gegangen (5.) und konnten sich fortan auf das konzentrieren, was sie nahezu perfekt beherrschen: Verteidigen. Viktorias zweiter Defensiv-Patzer wurde in der 42. Minute durch David Kopacz bestraft – womit die Partie schon vor der Pause fast entschieden war.
Viktoria Köln in Osnabrück nach Standards zu harmlos
„Natürlich müssen wir gerade das 0:1 besser verteidigen, da ist alles schiefgelaufen", sagte Wilhelm. Gemeint ist vor allem, wie Viktoria-Verteidiger Verthomy Boboy den Vorbereiter Ismail Badjie begleitete – nämlich nahezu ungehindert. „Aber danach haben wir es vernünftig gemacht und nicht mehr viel zugelassen. Auch in der Schlussphase haben wir nicht kopflos agiert.“ Das Team sei offensiv etwas zu zögerlich gewesen und nach Standards zu harmlos. „Wenn du neun Ecken hast, dann weißt du, dass du es so gegen einen tiefen Block lösen kannst“, meinte Wilhelm. Spielerisch fand seine Mannschaft keine Mittel – auch weil der Platz an der Bremer Brücke „von Minute zu Minute“ schlechter geworden sei, wie der 37-jährige Trainer sagte.
In Höhenberg wird die Niederlage ohne größere Frustration hingenommen. Einerseits ist Osnabrück nicht der Maßstab, an den sich die Viktoria messen lassen muss. „Ich gehe davon aus, dass sie in Richtung 2. Bundesliga nicht aufzuhalten sind, wenn sie so stabil bleiben“, sagte Wilhelm. Andererseits blieben die Kölner ihrer Linie treu und versuchten, die Herausforderung trotz holprigen Rasens fußballerisch zu lösen. Und letztlich vermittelt der Blick auf die Tabelle keine Gründe für größere Sorgen. Die Abstiegsränge sind in weiter Ferne. „Wir wollten in dieser Saison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben, und das hatten wir zu keinem Zeitpunkt so wirklich“, so Wilhelm. „Weil die Jungs Tag für Tag maximalen Willen zeigen und es auf schlechte Spiele immer eine Reaktion gab, habe ich auch nie größeren Druck verspürt.“
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Marian Wilhelm warnt vor „geballter Münchener Wucht“
Das Spiel in Osnabrück war alles andere als schlecht – dennoch will die Viktoria eine Reaktion zeigen, wenn am Freitagabend (19 Uhr) 1860 München im Höhenberger Sportpark zu Gast ist. „Sie haben eine brutale individuelle Qualität, da muss man nur die Namen lesen“, warnte Wilhelm. „1860 ist absolut zu Recht wieder oben rangerückt, für mich sind sie ein Aufstiegskandidat, auch wenn sie es immer etwas anders formulieren. Sie wollen mit Sicherheit am Freitagabend vorlegen, da wird uns die geballte Münchener Wucht erwarten.“
Bei seinem Team hofft Wilhelm vor allem auf frische Beine. „Vier Spiele in zehn Tagen, das ist schon ein Brett. Wir brauchen Fokus und Energie“, sagte der Trainer. Deshalb kündigte er Rotation im Vergleich zur Partie in Osnabrück an. Allerdings ist die personelle Lage nach wie vor nicht optimal. Kapitän Christoph Greger fehlt wegen seiner Rückenverletzung seit drei Monaten. Zwar steht der Innenverteidiger wieder auf dem Rasen, jedoch nur im Reha-Training. Bis er sein Team wieder aufs Feld führen kann, werden noch einige Wochen vergehen. Auch die beiden Winter-Zugänge Taylan Duman und Joel Vega Zambrano stehen weiter nicht zur Verfügung. Gegen 1860 dürfte Tim Kloss zurück in die Startelf rücken, auch Frank Ronstadt winkt ein Einsatz von Beginn an.

