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Vor der Partie gegen den MSV DuisburgEnttäuschung statt Euphorie bei Bayer 04 Leverkusen

3 min
05.02.2023, Fussball-Bayer Leverkusen-Werder Bremen

TR: Robert de Pauw (Bayer)
rechts: Co.Tr. Jessie van den Broek (Bayer)

Foto: Uli Herhaus

Bayer-Trainer Robert de Pauw hatte sich den Wiederbeginn der Meisterschaft anders vorgestellt. 

Das 0:2 gegen Werder Bremen am vergangenen Sonntag hat die Bundesliga-Fußballerinnen ernüchtert

Den Wiederbeginn der Meisterschaft hatten sie sich beim Frauenfußball-Erstligisten Bayer 04 Leverkusen so schön vorgestellt. Das Team wollte durchstarten und Platz fünf wieder ins Visier nehmen. Das Auftaktprogramm mit Partien gegen die zuvor sieglosen Bremerinnen und den ebenfalls abstiegsbedrohten MSV Duisburg schien ja auch wie gemacht für eine Aufholjagd.

Doch Teil eins dieses Plans scheiterte am Sonntag krachend. 0:2 hieß es im heimischen Haberland-Stadion gegen Bremen. Statt Euphorie herrschte große Enttäuschung. „Unser Auftritt gegen Werder war nicht gut. Wir müssen bereit sein zu kämpfen, die Zweikämpfe gewinnen, noch mehr ins Läuferische gehen. All das haben wir vergangenes Wochenende vermissen lassen“, erklärte Bayer-Trainer Robert de Pauw.

16.10.2022, -Fussball- Bayer 04 Leverkusen-SV Meppen

rechts: Amira Arfaoui (Bayer)

Foto: Uli Herhaus

Amira Arfaoui (rechts) strahlte in der Offensive von Bayer 04 gegen Bremen noch die größte Gefahr aus.

Für zusätzliche Bitterkeit dürfte die Analyse sorgen, die Bremens Jasmin Sehan via Werder-Vereinshomepage kund tat. „Wir wollten von Beginn an in die Zweikämpfe kommen, was uns sehr gut gelungen ist. Je länger das Spiel ging, umso mehr Lust hatte man, sich in die Duelle reinzuwerfen. Genau das hat es heute ausgemacht.“

Tatsächlich waren die Gäste den Leverkusenerinnen in diesem Punkt ein gutes Stück voraus. Sie nahmen die Zweikämpfe an, während die Bayer-Spielerinnen bei den beiden Treffern und weiteren gelungenen Angriffen des Gegners sich mit der Rolle der Begleiterin und Beobachterin begnügten.

Wir müssen von Beginn an fokussiert sein, die Zweikämpfe gewinnen, die Bälle halten und die richtigen Entscheidungen treffen
Robert de Pauw, Trainer der Fußballerinnen von Bayer 04 Leverkusen

Es war jedoch nicht allein die Defensivarbeit, die zu wünschen übrig ließ. Auch nach vorne wirkte einiges ideenlos. Für etwas mehr Schwung und Kreativität sorgte die eingewechselte Amira Arfaoui. Letztlich blieben aber auch ihre Aktionen unbelohnt.

Nun folgt eine weitere Hürde, die tunlichst genommen werden sollte, wenn Bayer 04 nicht noch in den Abstiegskampf geraten soll. Es geht gegen den Tabellenzehnten MSV Duisburg (So., 16 Uhr), der die Reise rheinaufwärts mit einer herben Klatsche im Gepäck antritt: 0:7 unterlag der Aufsteiger bei der TSG Hoffenheim. Es waren die Gegentreffer 24 bis 30. Keine andere Mannschaft der Liga musste so häufig den Ball aus dem eigenen Tor holen.

Zum Saisonstart fiel die Pleite noch glimpflich aus. Die Duisburgerinnen unterlagen Leverkusen damals nach einem Tor von Jill Bayings lediglich 0:1. Seither hat der MSV immerhin zehn Punkte gesammelt. Lediglich zwei weniger als Bayer 04. „In der Hinrunde hatte Duisburg einige gute Spiele. Sie scheuen nicht die Zweikämpfe und wollen schnell kontern. Daher müssen wir von Beginn an fokussiert sein, die Zweikämpfe gewinnen, die Bälle halten und die richtigen Entscheidungen treffen“, so de Pauw.

Leverkusen kann das Spiel im Haberland-Stadion mit weitgehend unverändertem Personal angehen. Neben den langfristig verletzten Verena Wieder – sie absolvierte erstmals seit ihrem Kreuzbandriss wieder individuelles Training auf dem Platz – und Milena Nikolic fehlen weiterhin die erkrankte Lisanne Gräwe und Kristin Kögel (Muskelfaserriss). Offen ist, ob die angeschlagenen Lilla Turányi und Jill Bayings auflaufen können.