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FrauenfußballBayer 04 Leverkusen gibt sich mit Rekordsaison nicht zufrieden

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Wolfsburg, Deutschland: 02. Mai 2026 - 1. Frauen Bundesliga - 24. Spieltag - VfL Wolfsburg vs. RB Leipzig Im Bild: v.li. im Zweikampf Sophia Kleinherne VfL und Marlene Müller / Mueller RB Leipzig *** Wolfsburg, Germany 02 May 2026 1 Womens Bundesliga 24 Matchday VfL Wolfsburg vs RB Leipzig In the picture from left in the duel Sophia Kleinherne VfL and Marlene Müller Mueller RB Leipzig Copyright: HMBxMedia/MadeleinexFantini

Marlene Müller (r.) wechselt aus Leipzig zu Bayer 04 Leverkusen. 

Das Team von Trainer Roberto Pätzold hat so viele Siege wie noch nie gefeiert, doch im Fokus bleibt der internationale Wettbewerb.

Eine Bestmarke ist den Erstliga-Fußballerinnen von Bayer 04 schon zwei Spieltage vor Schluss nicht mehr zu nehmen: Der jüngste 4:0-Erfolg bei der SGS Essen war der 14 Saisonsieg. So häufig gingen die Leverkusenerinnen noch nie in einer Bundesliga-Spielzeit als Gewinnerinnen vom Feld. Ein weiterer Zähler und auch die Punkteausbeute wäre besser denn je.

Diesen Zahlen gilt jedoch nicht unbedingt das Augenmerk. „Das sind schöne Randaspekte. Man muss aber auch sagen, dass die Liga-Konstellation eine andere ist. Solche Bestmarken können für die Zukunft eine gewisse Aussagekraft haben, aber unser Fokus liegt darauf, weiter Punkte zu sammeln und in der Tabelle nach oben zu kommen“, betont Coach Roberto Pätzold.

Für Bayer 04 Leverkusen ergibt sich eine günstige Konstellation

Ihm und seinem Team geht es in erster Linie um Platz drei und die damit verbundene erstmalige Teilnahme am internationalen Geschäft. Noch liegt Eintracht Frankfurt auf dem begehrten Rang. Der Fünf-Punkte-Vorsprung der Hessinnen könnte nun aber schmelzen – wenn Bayer 04 am Montagabend (11. Mai/ 18 Uhr) bei RB Leipzig siegt und Frankfurt zuvor beim designierten Meister Bayern München verliert. Unwahrscheinlich ist das nicht.

„Wir fahren mit breiter Brust nach Leipzig“, sagt Pätzold. Die Zuversicht schürt insbesondere der starke Auftritt im Ruhrgebiet. Seine Elf gestattete Essen kaum einen gefährlichen Vorstoß und zeigte sich in der Offensive variabel und treffsicher. Hinzu kommt die etwas bessere personelle Ausgangslage: Torhüterin und Kapitänin Friederike Repohl saß in Essen erstmals seit ihrem Anfang Februar erlittenen Innenband-Teilriss wieder auf der Bank, Defensivspielerin Shen Menglu absolvierte erste Pflichtspielminuten seit ihrem Kreuzbandriss im März 2025.

Ein besonderes Spiel steht Torjägerin Vanessa Fudalla bevor. Sie tritt in Leipzig bei jenem Verein an, für den sie bis zum Sommer vergangenen Jahres in 95 Partien 62 Treffer erzielte. Zudem kämpft die 24-Jährige um die Torjägerkanone. „Wir unterstützen sie am besten, indem wir als Team weiter auf einem hohen Niveau performen und viele Offensivaktionen kreieren. Dann bekommt sie automatisch ihre Chancen, Tore zu erzielen“, so Pätzold.

Fudalla, bislang 14 Mal erfolgreich – spiele schon jetzt eine herausragende Saison. „Es wäre natürlich schön, wenn sie sich am Ende trotz der starken Konkurrenz durchsetzt. Dafür müssen wir weiterhin mutig und zielstrebig nach vorne spielen. Das hilft sowohl dem Team als auch den einzelnen Spielerinnen“, sagt ihr Trainer.

Am Montag wird Fudalla auf eine Gegnerin treffen, die ihrem Beispiel folgt und von Leipzig nach Leverkusen wechselt: Marlene Müller. Die 25 Jahre alte Mittelfeldspielerin unterschrieb einen bis 2028 gültigen Vertrag. Die gebürtige Berlinerin läuft seit 2020 für RB auf. In 66 Erstliga-Partien erzielte sie fünf Treffer für Leipzig, darunter drei in dieser Saison. Zuvor waren Müller in 122 Zweitliga-Spielen für den Klub sowie für ihr vorangegangenes Team Turbine Potsdam II 42 Tore gelungen.

Marlene ist sehr spiel- und laufstark, flexibel und auf beiden Außenbahnen sowie im offensiven Mittelfeld einsetzbar
Achim Feifel, Sportlicher Leiter der Bayer-Fußballerinnen, über Zugang Marlene Müller

„Marlene ist sehr spiel- und laufstark, flexibel und auf beiden Außenbahnen sowie im offensiven Mittelfeld einsetzbar. Mit ihrer mannschaftsdienlichen Spielweise zeichnet sie sich nicht nur defensiv durch viele Ballgewinne aus, sondern strahlt auch Torgefahr aus“, sagt Achim Feifel, Sportlicher Leiter der Bayer-Frauen. Müller gibt sich selbstbewusst: Sie wolle mit ihrer Flexibilität, ihrem Tempo und ihren Dribblings dafür sorgen, dass die positive Entwicklung des Vereins fortgesetzt werde.

Eine weitere neue Stürmerin läuft künftig für Bayer 04 auf: Maja Sternad, 22 Jahre alt und slowenische Nationalspielerin, kommt vom Ligarivalen SV Werder Bremen und erhielt einen bis Mitte 2028 gültigen Vertrag. „Die Gespräche mit Bayer 04 liefen sehr gut und ich hatte direkt ein gutes Bauchgefühl, so dass ich nicht lange überlegen musste“, sagt Sternad.

Zugang Maja Sternad möchte mit Bayer 04 Leverkusen in die Champions League

Auch sie bringt die Ambition mit, möglichst rasch mit Leverkusen an der Champions League teilnehmen zu können. „Maja hat sich in Bremen zur absoluten Stammspielerin und Nationalspielerin entwickelt. Sie wird uns in der Offensive noch variabler machen und bringt mit ihrer Dynamik und ihren Tiefenläufen ein zusätzliches Profil in unser Angriffsspiel“, sagt Feifel. Die neue Spielerin sei in der Lage, aggressiv gegen den Ball zu arbeiten und eine fleißige Teamplayerin.

Die Deutsch-Slowenin wechselte 2021 vom Zweitligisten DSC Arminia Bielefeld nach Bremen, wo ihr in 107 Pflichtspielen 13 Treffer gelangen. In der laufenden Serie steuerte Sternad in 23 Partien drei Tore und fünf Assists bei. Sie lief im Jugendbereich für die deutschen Auswahlmannschaften auf, entschied sich dann aber dafür, das slowenische Trikot zu tragen und damit für das Heimatland ihres Vaters zu spielen, was sie bislang zehnmal tat.